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Wirklich so schlecht wie ihr Ruf? Diese 6 Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten sind besser als du dachtest!

Pipette mit Serum auf beigem Hintergrund
© marevgenna / Shutterstock
Silikone, Parabene, Alkohol? Kosmetik- und Pflegeprodukte beinhalten chemische Substanzen, die angeblich schlecht für Haut und Haar sind – aber sind sie das wirklich? 

Nicht immer haben Inhaltsstoffe in Kosmetik oder Pflegeprodukten den besten Ruf für Haut und Haare. Während bei einigen Stoffen darauf geachtet wird, dass sie unbedingt enthalten sein sollten, gibt es andere, an denen viele zweifeln – sie könnten ja doch schädlich sein. 

In vielerlei Hinsicht ist das auch nicht immer falsch. Hersteller:innen wollen mit chemischen Substanzen erzielen, dass ihre Produkte möglichst lange haltbar sind, die Shampoos ordentlich schäumen oder der:die Verbraucher:in auch einen sofortigen Glanz auf Haut und Haar sieht. Demnach werden wir mit vielen Meinungen zu Inhaltsstoffen beeinflusst, aber was stimmt denn nun wirklich?

Alle Silikone sind schädlich?

In der Haarpflege sind Silikone nur bedingt schädlich. Sie schützen das Haar nur von außen, in dem sie eine Schutzschicht bilden und legen einen Silikon-Schleier um sie – von innen bauen sie nicht auf. Kritiker:innen merken dazu an, dass sich Silikone auf den Haaren ansammeln und sie somit eher fettig und strähnig aussehen lassen, als ihren eigentlichen Zweck erfüllen. Die Rede ist dabei aber vor allem von wasserunlöslichen Silikonen

Viele Hersteller:innen haben mittlerweile aber darauf geachtet, nur noch wasserlösliche Silikone zu verwenden, die das Haar von außen nur noch an den Stellen versiegeln, wo es brüchig ist und der Silikon-Schleier um das Haar herum abgewaschen wird.

Silikone in der Hautpflege sind jedoch tendenziell beliebt und werden in vielen Pflegeprodukten wie beispielsweise Sonnenschutz, Handcremes oder Wundheilsalben verwendet. Der Grund: Sie schützen die Haut vor Feuchtigkeitsverlust durch ihre wasserabweisenden Eigenschaften. Zudem wird Silikon gerne auch in Anti-Aging Produkten verwendet, denn es funktioniert wie ein "Falten-Filter" und polstert die Haut auf. Aber Achtung: zu viel des Guten ist auch nicht richtig, denn bei zu viel Schutz oder Pflege mit Silikonanteil staut sich der Schweiß auf der Haut und die Haut wird spröde oder Unreinheiten entstehen. 

Im Endeffekt sind Silikone also nicht schlecht oder gar schädlich. Sie sorgen kurzfristig für ein gutes Ergebnis auf der Haut und dem Haar, haben jedoch keine wirklich pflegenden Eigenschaften. 

Alkohol hat doch nichts auf der Haut zu suchen? 

Wenn es um die Hautpflege geht, schrecken viele Menschen beim Inhaltsstoff Alkohol direkt zurück. Denn Ethanol trocknet die Haut aus und entzieht die wertvolle Feuchtigkeit direkt wieder. Meist werden Alkohole in den Produkten verwendet, da sie eine antibakterielle Funktion haben und so Unreinheiten lindern oder vorbeugen können. Allerdings sollten wir bei zwei verschiedenen Ethanolarten unterscheiden: gute und schlechte Alkohole.

Schlechte Alkohole in der Pflege oder Kosmetik sind solche, die Ethylalkohol enthalten, denn diese trocknen die Haut vor allem aus. Gute Alkohole hingegen werden in der Regel aus Pflanzen gewonnen und pflegen die Haut – dabei handelt es sich um Fett- oder Wachsalkohole. Diese werden durch ihre tatsächlich feuchtigkeitsspendende, aber auch desinfizierende Funktion oft in Cremes oder Körperlotionen verwendet. Also: Nicht alle Alkohole sind so schlecht wie ihr Ruf. 

Haltbarkeit mit Paraffinen

Zugegeben: Paraffine werden aus Erdöl gewonnen, was eine eher unangenehme Assoziation weckt wenn es um Kosmetika geht. Doch es wird für die Hautpflege ganz besonders aufbereitet, damit eine möglichst große Verträglichkeit und Wirkung entsteht. Seit gut 100 Jahren werden Paraffine in Kosmetika verwendet – Erfahrung und Praxis sind eher ein Argument für sie. 

Was tun sie denn genau? Paraffine machen die Produkte haltbarer und ersetzen quasi andere Konservierungsstoffe. Außerdem wird bei der Pflege die Haut vor Wasserverlust geschützt. 

Petrolatum versiegelt die Haut

Petrolatum gehört ebenfalls zu den Mineralölen. Es hat einen eher schlechten Ruf, denn in der Vergangenheit gab es Informationen darüber, dass Petrolatum die Hormonproduktion beeinflussen, die Poren verschließen oder sogar Krebs erzeugen würde. Angeblich sollen Mineralölderivate die Hautatmung verhindern. Expert:innen verneinen dies. 

Da es sich dabei um einen Versiegelungs-Wirkstoff handelt, scheuen viele davor weg, ihn auf die Haut aufzutragen. Die Haut kann damit ja gar nicht mehr atmen? Falsch. Petrolatum verstopft nicht die Poren, sondern schließt die Feuchtigkeit, die durch die Pflege gewonnen in der Haut ein. Bewiesen ist, dass bei einem Einsatz von 5% Petrolatum in Kosmetika der Wasserverlust aus der Haut um 98% reduziert wird – es trägt also dazu bei, die Haut hydriert zu halten.  

Parabene oder lieber Bakterien und Pilze in der Creme? 

Es wird gesagt, Parabene würden Hautdermatitis hervorrufen, den Hormonhaushalt beeinflussen oder sogar Krebs erzeugen. Derartige Folgen wurden aber hauptsächlich bei Tierversuchen entdeckt und lassen keinerlei Rückschlüsse auf uns Menschen zu. Außerdem machen Parabene Kosmetika die Produkte nicht nur länger haltbar, sondern schützen sie vor allem vor Bakterien und Pilzen. Und wer möchte die schon in seinen Pflegeprodukten haben? 

Ist Aluminium im Deo echt so schlimm? 

Aluminiumchlorid gilt als Nervengift und wird gebildet, indem das Leichtmetall Aluminium in Salzsäure aufgelöst wird. Vor allem steckt es in Kosmetika, die die Schweißbildung reduzieren sollen, indem die Poren an den jeweiligen Stellen verschlossen werden – wie bei Deo. 

Das Problem mit Aluminiumchlorid ist, dass es in Verdacht steht, bei zu hoher Aluminiumkonzentration das Risiko auf Alzheimer oder Krebs zu erhöhen. Expert:innen zufolge besteht jedoch kein Erkrankungsrisiko durch die Nutzung von Deos oder Kosmetika mit leichtem Gehalt. Wer trotzdem auf Nummer sichergehen möchte, findet mittlerweile viele aluminiumfreie Alternativen. 

All diese Inhaltsstoffe haben ihre Vor- und Nachteile. Aber eins ist sicher: Im Großen und Ganzen sind sie besser als ihr Ruf. 

mka Barbara

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