BB-Creams: Der geplatzte Traum von schöner Haut aus der Tube?

Es fühlt sich an wie Magie: Eine leicht getönte Pflege zaubert einen Teint, der einen direkt ein paar Jährchen jünger schmeicheln lässt. Sind BB-Creams zu schön, um wahr sein? Ja, meint unsere Autorin.

von Jessica Seiffert

Meine BB-Cream ist für mich ein echtes Must-have in meinem Badschrank: An manchen Tagen ein echter Retter in der Not, an anderen einfach die beste Option, wenn es schnell gehen muss. Sieht man mir die letzte schlaflose Nacht an oder bin ich schlichtweg zu faul, um mich mit einer umfangreichen Creme- und Make-Up-Schlacht in einen ansehnlichen Menschen zu verwandeln, muss sie herhalten: Die BB-Cream. Binnen weniger Sekunden sehe ich aus wie nach einem Wellness-Urlaub am Meer. Und trotzdem: Die BB-Cream wird nie Bestandteil in meiner täglichen Gesichtsroutine sein.

Was zur Hölle ist eine BB-Cream?

Ursprünglich wurden die hautverschönernden Cremetuben – oder auch Beauty Balms – zu medizinischen Zwecken verwendet, um zum Beispiel Patienten nach einer Laserbehandlung im Gesicht die Genesung ein Stückweit angenehmer zu machen. Es dauerte natürlich nicht lange, bis das Beauty-Epizentrum Korea die Cremes für sich entdeckte und die Technologie für die kosmetische Verwendung modifizierte. Was kann sie denn nun – diese BB-Cream? Die leicht getönte Tagespflege frischt den eigenen Hautton auf, lässt das Gesicht ebenmäßig und makellos erscheinen und dazu ordentlich strahlen. Ein Lichtschutzfaktor schützt vor Hautschädigungen. Ein Mix aus Hautpflege und Make-Up? Zeitsparend. Effektiv. Kostengünstiger als meine eigentliche Routine sind die Zaubercremes auch. Luxus?

Plötzlich schlechte Haut durch BB-Cream?

So schön und verlockend die Verwendung von BB-Cremes auch ist, so schnell kam dann für mich auch die Ernüchterung. Nachdem ich zwei Wochen lang meine magische Creme verwendete und mit frischem Glow das Haus verließ, desto schlimmer wurde das Übel morgens im Spiegel. Meine Gesichtshaut wirkte immer trockener, nahezu spröde und auch pickeliger, obwohl ich damit eigentlich selten Probleme habe. Ein Teufelskreis beginnt: Ich benutze noch mehr BB-Cream, um das Unheil zu verstecken bis es mir irgendwann dämmerte: Die BB-Cream ist nicht gut für meine Haut. Zum einen liefert sie für meine doch recht anspruchsvolle, reife Haut anscheinend nicht ausreichend Pflege und Feuchtigkeit wie es andere Tagescremes tun. Zum anderen legt sie sich nicht anders als eine Foundation auf die Haut und lässt so weniger Frischluft an mein Gesicht.

Der richtige Frischekick für meine Haut

Mit einer BB-Cream hülle ich mein Gesicht wie in einen Schleier, um kleine Makel zu verstecken. Ich beschließe, meiner Haut davon eine Auszeit zu gönnen. Keine Farbe, kein super Teint, null Glow. Einfach Natur, ganz viel frische Luft und viel Feuchtigkeit. Es dauert nicht lange, bis die Pickel verschwinden, meine Haut von allein ebenmäßig und rosig wirkt. Ich werde gefragt, ob ich im Urlaub war. Kostengünstiger als auf diese Weise bekomme ich in keiner Parfümerie solch einen Glow. Und an Tagen, an denen mal wirklich keine Zeit bleibt, dann nehme ich sie dann doch, meine magische BB-Cream.