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Bitte recht schön - hier packt der Beauty Doc aus

Bitte recht schön - hier packt der Beauty Doc aus
© Getty Images
Falten glätten, Brust vergrößern, Lider straffen. Die Schönheitschirurgie boomt wie nie. Aber wer lässt es machen – und viel wichtiger: warum? Tina Peters muss es wissen. Die Chirurgin ist seit zehn Jahren Beauty-Doc.
von Stefanie Höfle

Stefanie: Was wünschen sich die meisten Frauen, die zu Ihnen gehen?

Tina Peters: Junge Frauen sehnen sich meist nach größeren Brüsten oder wollen sich Fett absaugen lassen. Zwischen 35 und 45 Jahren kommen viele wegen Schwangerschaftsmakeln. Diese Frauen lassen sich dann ihren Busen straffen und Falten polstern.

Machen die das denn wirklich nur für sich oder sind deren Männer die treibende Kraft dahinter?

Die Männer sagen oft: „Schatz, ich liebe dich genau so, wie du bist.“ Zu mir kam mal eine 78-jährige Patientin, die wollte selbstbestimmt sein. Ihr Mann hatte ihr zeitlebens eine Brustvergrößerung verboten. Nach seinem Tod sagte sie dann: Jetzt oder nie. Und mit einer Körbchengröße mehr ist sie sehr glücklich.

Was versprechen sich Menschen ansonsten von diesen Eingriffen? 

ufriedenheit. Und bessere Chancen bei der Partnersuche oder im Beruf.

Und das klappt?

Wir haben zum Beispiel eine Umfrage mit 500 Patientinnen nach einer Brustvergrößerung gemacht. Bei der Nachkontrolle zeigten sich 94 Prozent zufriedener als vorher. Oder schauen wir uns Frauen an, die sich Lippenfältchen polstern lassen – die freuen sich jeden Morgen darüber, dass sich der Lippenstift endlich wieder besser auftragen lässt.

Wer sich einmal aufspritzen oder operieren lässt, kommt wieder?

Das ist so, ja. Die meisten Menschen stehen heute unter einem enormen Selbstoptimierungsdruck. Gesunder Lifestyle hat eben seine Grenzen. Schönheitsoperationen sicher auch – wenn Menschen plötzlich aussehen wie eine Karikatur.

Merken die denn nicht, wenn es zu viel geworden ist?

Das merken viele häufig nicht mehr. Ich habe zwei, drei Patientinnen, die mich zwar gebeten haben, ihnen zu sagen, wenn es zu auffällig wird – etwa wenn sie sich im Gesicht schon wieder durch eine Hyaluronbehandlung aufpolstern lassen möchten –, aber wenn ich dann was sage, wollen sie davon nichts mehr hören.

Die schicken Sie nicht weg?

Nein. Wenn sie sich so schön finden, machen wir das, wenn ich es medizinisch vertreten kann. Ich sehe mich als Dienstleister. In L. A. ist es zum Beispiel in gewissen Kreisen so, dass es ein Statussymbol ist, operiert auszusehen. In Brasilien gibt es an jeder Ecke ein Po-Lifting. Das ist dort so normal wie hier die Achselrasur. Und in Südkorea boomen OPs für mandelförmige Augen. Viele Kollegen belegen Kurse dafür.

Wer kommt bei Ihnen denn nicht auf den Behandlungstisch?

Teenager, die aus Schönheitsgründen eine Brustvergrößerung wollen, aber noch nicht ausgewachsen sind. Oder Menschen mit Dysmorphologie, einer Krankheit, bei der sich jemand immer hässlich findet. Und alle, die psychische Probleme haben und meinen, diese mit einer Oberflächenveränderung beheben zu können. Wenn ich das merke, rate ich ab. Dann kann ich nicht helfen.

Sind die meisten Kunden reich?

Es gibt viele wohlhabende Kunden, die regelmäßig in der Mittagspause zum Unterspritzen kommen oder sich mal eben die Oberlider für 1400 Euro straffen lassen. Aber ich hatte auch schon eine Patientin, die über sieben Jahre lang für eine Bauchdeckenstraffung gespart hat.

Gibt es Vorbilder für die OPs?

ie gibt es, je nach Blockbuster, der gerade erfolgreich ist. Als „Tomb Raider“ mit Lara Crofts Riesenbrüsten lief, wollten viele aufrüsten. Mit „Twilight“ und Kristen Stewart waren dann wieder kleinere Busen angesagt. Auch die Lippen von Daniela Katzenberger waren gefragt.

Was ist denn der letzte Schrei bei der Beauty-Chirurgie?

Eigenfett ist ein sehr großer Trend. Damit vergrößern wir Brüste, Pos, Waden. Das Gute daran: Eigenfett baut sich nicht ab.


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