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Bikinifigur-Humbug Warum ein Sommer-Body totaler Schwachsinn ist

Bikini-Figur: Drei Frauen am Meer
© Rawpixel.com / Shutterstock
Bikinifigur in nur drei Schritten? Klamotten aus, Bikini an und ab in die Sonne! Ganz einfach, oder doch nicht?
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Die unentspannteste Phase des Jahres hat begonnen. Weihnachtsstress ist dagegen Wellnessurlaub. Wir reden vom Sommer-Saison-Stress. Dem Zeitpunkt, an dem es nur noch das zu lesen gibt: "Last Minute Bikini Figur in nur zwei Wochen" oder "7 Tipps für den perfekten Sommerbody". Grrr! 

Auf die Plätze, fertig, los! Detox-Tee kaufen, Fitnessstudiovertrag raus kramen (bin ich überhaupt noch Mitglied?) und den Schoko-Vorrat schmerzlich den netten Nachbarkids vermachen. Alles nur, um kurz vorm Sommerurlaub zu merken, doch nicht wie Heidi Klum auszusehen. Surprise! 

Wozu der ganze Stress?

Ist das Konzept der Bikini-Figur nicht schon längst überholt? Es scheint so. Denn Bodypositivity, Selbstliebe und Body-Diversity sind für uns längst keine Fremdwörter mehr, sondern Trend-Begriffe, die den Ausdrücken "Sommer-Body" und "Strandfigur" Konkurrenz machen. Doch der Prozess ist langsam, Umdenken braucht seine Zeit und auch, wenn der Gedanke von Selbstliebe ganz schön ist, schämen wir uns dennoch für das Speckröllchen, das über den Bikinibund ragt und die Dellen am Oberschenkel. 

Eins müssen wir uns klar machen

Der ganze Körper- und Schönheitswahn ist ein gesellschaftliches Konzept. Und durch dieses Konzept fließen jedes Jahr Millionen in die Kassen der Schönheits- und Diät-Branche, die mit Produkten werben, die "jetzt aber wirklich" die Kilos purzeln lassen. Doch eine Bikinifigur sollte nicht an einer bestimmten Größe oder einem bestimmten Gewicht fest gemacht werden. Man sollte sich wieder klar machen, dass ein Bikinikörper, tja, einfach ein Köper in einem Bikini ist – und in dem kann man sich ruhig wohlfühlen. #Bodypositivity 

Aber noch eins zum Thema Selbstliebe: Klar gibt es oft Tage, an denen wir uns nicht wunderschön finden. Man kann sich nicht jeden Tag aufs Neue in sein Spiegelbild verknallen. Zwar sind Selbstliebe und Bodypositivity enorm wichtig – doch sich täglich in seiner Haut wohlfühlen zu müssen, ist auch utopisch und macht Druck.

Fakt ist: Den Druck rauszunehmen, hilft ganz schön. Einfach mal die Luft rauslassen (und den Bauch entspannen, statt ständig einzuziehen). Nehmt das ganze Körpergetue mit mehr Humor und Gelassenheit. Denn lasst euch eins sagen, Frauen in Größe 34 sind auch nicht viel glücklicher im Bikini. Traurig aber wahr. Und in "2 Wochen zur größten Faulenzerin am Beckenrand" ist doch die viel schönere Challenge. 

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