Curvy Supermodels – Das Geschäft mit den Kurven (aber nur den schönen)

Frauen mit Kurven sind wunderschön! Wir sind geradezu erleichtert, dass diese bahnbrechende Erkenntnis nun zunehmend in die Medien dringt. ENDLICH! Oder ist das Geschäft mit den Kurven nur ein kurzer Trend?

von Lara Seidel

Ja, wir haben uns endlich satt gesehen an Size Zero. Und trotzdem begegnen wir ihr noch täglich – in der U-Bahn, vor Geschäften, auf Instagram. Heidis Modelfabrik hat noch immer nicht aufgehört zu produzieren, und an Abspecksendungen wie "The Biggest Looser" klebt der Beigeschmack, dass dick sein auch Verlierer sein heißt. Ist damit endlich Schluss? Schon seit ein paar Jahren scheint es auch in den Medien ein Hoch auf die Weiblichkeit zu geben. Erste Mode-Labels folgen dem Anti-Retouche-Trend, lassen Dehnungsstreifen mal Dehnungsstreifen sein und mit "Curvy Supermodels" geht die Suche nach den schönsten Kurven Deutschlands 2018 in eine dritte Runde. 

Zack und weg

Doch wie sehr ist das Schönheitsideal wirklich angekommen? Haben Curvy Models Erfolg? Oder verschwinden sie, wie viele von Heidis Modelmädels, doch nur wieder in der Versenkung? Nachdem die Deutsche Bahn letztes Jahr für Aufsehen sorgte und - aus Gründen der Nacktheit oder auch nicht  - das Werbeplakat der Curvy Supermodels in deutschen Bahnhöfen verbot, bleibt die Frage, wie sehr sich Unternehmen wirklich mit dem Kurven-Trend auseinandersetzen, ja man muss schon fast sagen, versöhnen können.

Plus Size funktioniert

Céline, Gewinnerin der ersten Staffel Curvy Supermodels, scheint sich jedenfalls nicht schlecht zu schlagen. Nach eigenen Angaben verdient sie heute ihr früheres Monatsgehalt als Industriekauffrau nun an nur einem Tag. Nachdem sie das Katalog-Cover der Plus-Size-Marke Studio Untold zierte, hat sie auch fernab von Übergrößen-Marken Kampagnen mit Zalando und Brigitte umgesetzt. Die Latte hängt allerdings hoch: Ihre amerikanische Kollegin Ashley Graham hat es als erstes Curvy-Model auf das Cover der Sports Illustrated geschafft – ein bisschen Luft anch oben ist da also noch für Céline.

Kurven ja, aber bitte die richtigen

So vorbildlich es auch ist, dass die Weiblichkeit von Plus-Size-Mädels nun gebührend gefeiert wird – auch das Curvy Model Business ist nicht frei von Standards. Statt 90-60-90 sollten Models idealerweise die Maße 120-80-120 mitbringen, dabei noch durchtrainiert sein, beim Sport aber bitte nicht abnehmen. Zwanglosigkeit und das Ausleben von grenzenloser Selbstliebe klingt für uns anders. Eine Welt, in der es anscheinend RICHTIGE Kurven und leider auch FALSCHE gibt. Straff sollen die Rundungen sein – von runden Bäuchen keine Spur. Wie weit ist es also doch noch hin mit der Revolution des Schönheitsideals?

Auch wenn wir diese Frage hier nicht endgültig beantworten können, wissen wir eins: Egal ob nun schlacksig, kugelig, gedrungen oder gestreckt – wir finden Schönheit liegt in uns selbst. Nur wer sich liebt und akzeptiert, wie er ist und nicht die Schönheiten des Lebens aufgibt, um Schön zu sein, strahlt wahre Schönheit aus.

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