Der kleine Duftknigge: So sprühst du richtig!

Georg Wuchsa hat als Geschäftsführer des "Shops Aus Liebe" ein Näschen für Parfumtrends. Sein wichtigster Tipp: Nicht anderen den Atem rauben!

von Stefanie Höfle

Herr Wuchsa, beginnen wir mit den Männern, was legen die zurzeit am liebsten auf?

Die meisten Jungs riechen gern sportlich mit leicht holziger Note, wie Hobelspäne in der Schreinerei gemischt mit Meerwasseraroma. Duft-Fortgeschrittene trauen sich schon mal an orientalische Noten ran.

Und was lieben Frauen?

Fruchtnoten, im Winter gern dunkle Beeren, kombiniert mit Floralem. Zudem haben Gourmand-Düfte gerade ein Comeback, also Zutaten, die man essen kann. Gut dosierte Vanille riecht jeder gern – schön herbstlich in Kombi mit Tonka und Sandelholz.

Wie viel Sprüh ist okay?

Ich empfehle, direkt nach dem Duschen höchstens zwei Sprühstöße auf die Brust beziehungsweise aufs Dekolleté. Für Eau de Parfum zum Auftupfen gilt klassisch ein Tropfen hinter jedes Ohr. Dann warten, anziehen und bitte: nicht nachsprühen! Es gibt nichts Schlimmeres als eingedieselte Menschen, die mit ihrer Duftwolke dem ganzen Fahrstuhl den Atem rauben. Meiner Ansicht nach grenzt das an Körperverletzung der anderen.

Der kleine Sprühknigge

Was passt zu mir?

Sich durch die Parfümerie zu schnuppern klappt nur bedingt. Nach drei bis fünf Düften macht unser Riecher schlapp. Am besten ein paar Favoriten-Proben mitnehmen und daheim noch mal aufsprühen. Papierstreifen taugen nicht als Duftträger!

Wohin sprühen?

Handgelenk, Halsschlagader und Dekolleté sind klassische Spots. Wer gern die Haare beduftet, bitte nur in die Längen, auf der Kopfhaut wirkt der Duftstoff fettend. Für Klamotten besteht Fleckengefahr – oder es ergibt sich ein merkwürdiger Mix mit dem Waschmittel.

Wie lange hält Parfüm?

Parfüms müssen drei Jahre haltbar sein. Wenn’s sprittig riecht, besser weg damit!