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Edelsteinwasser Beauty und Gesundheit zum Trinken?

Edelsteinwasser
© Catherine Delahaye / Getty Images
Hätte man uns vor ein paar Jahren erklärt, dass Edelsteine im Wasser 2022 das absolute Ding wären, wir hätten müde gelächelt und gedacht, das unser Gegenüber möglicherweise zu viele bewusstseinserweiternde Substanzen konsumiert hat. Im Hier und Jetzt angekommen sitzen wir nun und trinken: Edelsteinwasser. Aber: Hilft es wirklich? Oder sieht es nur schön aus?
Linda Berger

Immer mal wieder was Neues, das Schönheit und Gesundheit verspricht. Aktuell hoch im Kurs: Heilsteine. Diese Edelsteine wurden lange Zeit vor allem mit Esoterik und Spiritualität in einen Topf geworfen und eher müde belächelt, doch seit geraumer Zeit erfreuen sich Rosenquarz, Amethyst und Co. einer neuen Beliebtheit.

Im Beauty-Mainstream angekommen, finden sie sich in Form von Rosenquarz-Rollern und Gua-Shah-Steinen, deren Anwendung prallere und glattere Haut versprechen. Doch mit Edelsteinen geht noch mehr. Besonders im Trinkwasser sollen sie eine besonders starke Wirkung entfalten und viele Benefits für unser Wohlbefinden bereithalten. Unter anderem als Quell ewiger Jugend. Und genau dafür sollen wir jetzt Steine in unser Wasser kippen. 

Was hat es mit den Edelsteinen im Wasser auf sich?

Edelsteine bestehen aus Mineralien und Spurenelementen, die zum Großteil in unserem Körper wiederzufinden sind. Geben wir diese Edelsteine in unser Wasser, sollen sich diese Mineralien auf das Trinkwasser übertragen, sodass wir sie direkt aufnehmen und verarbeiten können. Außerdem sollen sie ihre energetischen Schwingungen auf das Wasser übertragen und damit eine aufbauende, stärkende, entgiftende und sogar heilende Wirkung haben. So wird dem Edelsteinwasser nachgesagt, dass es sich positiv auf das Hautbild auswirkt, den Schlaf verbessert und die Verdauung ankurbelt.

Aber nicht nur das: Wasser, das mit Edelsteinen angereichert wurde, ist länger haltbar, wie mikrobiologische Untersuchungen ergeben. Auch nach zwei Wochen war das Wasser noch keimfrei. Immerhin, diese Wirkung ist gesichert, auf den Rest hoffen wir natürlich auch. 

Welcher Stein wofür?

Ein gutes Wasser braucht eine solides Fundament: Amethyst, Rosenquarz und Bergkristall bilden deshalb eine gute Basis für das Wellnesswasser, das damit dem eines sprudelnden Bergquells ähneln soll. Die Steine wirken außerdem harmonisierend, reinigend und stärkend – eine Grundlage, die man noch mit anderen Steinen toppen kann. Zum Beispiel: 

  • Amethyst: sorgt für guten Schlaf und wirkt entspannend
  • Grüner Aventurin:beruhigt und sorgt für innere Gelassenheit und Ausgewogenheit
  • Bergkristall: optimiert den Stoffwechsel
  • Rosenquarz: beruhigt die Nerven und wirkt sich positiv auf die Haut aus
  • Roter Japsis: gegen Nervosität und Stress
  • Sodalith: gegen Ängste
  • Grüne Jade: beruhigt den Magen
  • Rhodonit: für emotionale Stärke
  • uvm.

Tipp für schöne Haut

Die Mischung aus Amethyst, Bergkristall und Carneol soll zellreinigend und -aufbauend wirken, die Durchblutung der Haut fördern und Unreinheiten und Pickel mildern. 

Einmal ein Edelsteinwasser bitte: So einfach wird's gemacht

Um das besondere Wässerchen herzustellen, brauchst du eine Glaskaraffe, Leitungswasser und die passende Edelsteinmischung (etwa 100 Gramm). Jetzt einfach Leitungswasser in die Karaffe füllen, die Edelsteine dazugeben und 24 Stunden ruhen lassen, damit die Edelsteine ihre volle Power entfalten können.

Good to know: Die unterschiedlichen Eigenschaften eines Steins haben Auswirkungen auf die Intensität des Wassers. Qualität, Form, Größe und Oberfläche bestimmen zudem die Intensität des Elixiers.

Achtung! Diese Steine sind giftig

Aufgepasst, manche Steine sind nicht zur Herstellung von Edelsteinwasser geeignet, daher unbedingt vorher über die Steine informieren, die du nutzen willst. Wichtig: Die Edelsteine müssen unbedingt mit Wasser verträglich sein – Türkis, Azurit und Malachit, Tigerauge, Pyrit, Magnetit, Boji-Steine ebenso wie Galenit, Zinnober und Eisen-Nickel-Meteoriten sollten nicht zur Herstellung von Edelsteinwasser verwendet werden, da diese schädliche Substanzen enthalten und dein Wunder-Elixier schnell ins Gegenteil umschlagen kann.

Und? Funktioniert's?

Spiritualität hat schon längst nichts mehr mit den klischeehaften Vorstellungen von Frauen in seltsamen Gewändern zu tun, die die Zukunft aus Teesätzen lesen und irgendwie aussehen wie Professor Trelawney aus Harry Potter. Vielmehr geht es um Selbsterkenntnis, Achtsamkeit und Wahrnehmung. Ob das Wasser nun wirklich hilft, ist bislang nicht nachgewiesen. Fakt ist aber: Alles was guttut, hilft auch. Und manches finden wir vielleicht auch gut, weil es so schön einfach klingt: wie zum Beispiel Edelsteinwasser.

Einfach mal ein wenig Verantwortung an ein paar Steine abgeben und auf die positive Wirkung vertrauen, die ihnen zugeschrieben wird. Sie lösen vielleicht nicht gleich Lebenskrisen, aber sie schaden auch nicht (sofern man die richtigen Wassersteine nutzt) und haben allein durch ihren Spa-Effekt eine Wirkung, die wir nicht unterschätzen sollten.

Und schließlich macht es doch einen Unterschied, ob wir ein schnödes Glas Leitungswasser trinken oder das Wassertrinken zelebrieren, indem wir ein paar Edelsteine hinzufügen, die uns jünger, schöner und gesünder machen sollen. Beauty-Salons kennen diesen Trick, wir jetzt auch und verwandeln deshalb die Rohrperle aus dem Hahn in ein Luxus-Wässerchen. Haben wir uns nämlich verdient, weil wir Queens sind!

Weil wir es aber nicht lassen können, noch ein kleiner Reminder zum Schluss: Es lässt sich damit natürlich auch gutes Geld verdienen. Eine Glasflasche mit ein paar kleinen Steinchen kostet dann schnell mal 70 Euro aufwärts. Außerdem ist es wie bei allen Produkten auch hier sinnvoll, genau zu schauen, wo die Steine herkommen und wie produziert wird.


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