Flushing: Immer dieses peinliche Erröten

Und dann merkt man, wie einem plötzlich ganz warm im Gesicht wird. So als ob das gesamte Blut aus dem Körper in den Kopf schießt und sich überall rote Flecken bilden. Und so sitzt man dann da...

...in der Schule, der Uni, während einer Konferenz, mit dem heißen Typen beim ersten Date weithin sichtbar wie eine Leuchtboje. Wie ich es hasse, wenn sich mein Körper gegen mich verschwört, mein innerstes einfach nach außen kehrt. Rot werden ist die Visualisierung jeglicher Unsicherheit. Das Schlimmste dabei: Man kann einfach nichts gegen das sogenannte Flush-Syndrom tun. Am besten hilft wohl noch, tief einatmen, einen coolen Spruch bringen und hoffen, dass die Aufmerksamkeit des Gegenüber schnell zu etwas anderem übergeht oder kurzum, sich einfach der Boden unter einem auftut. Flushing ist wirklich zum Kotzen.

Flushing: Die harten Fakten

  • weitverbreitetes Phänomen, das in etwa gleich oft bei Frauen und Männern auftritt
  • können dazu führen, dass sie das soziale und berufliche Leben negativ beeinflussen und beispielsweise Treffen mit anderen umgangen werden, sogar mit Freunden.
  • In einigen Fällen entwickelt sich eine belastende Phobie vor einem Flush

Was passiert in unserem Körper beim Erröten?

Warum uns plötzlich das Blut in den Kopf schießt, dazu gibt es eine ganze Menge Theorien. Wenn wir emotionalen Stimuli ausgesetzt sind, kann der Körper mit einer Kampf- oder Fluchtreaktion reagieren, was die Freisetzung zusätzlichen Adrenalins stimuliert. Das wiederum wirkt auf das sympathische Nervensystem, das einen Teil des nicht willkürlich beeinflussbaren Nervensystems steuert. Wird dieses System stimuliert, führt dies unter anderem zur Erweiterung von Blutgefäßen. Dort kann an der Hautoberfläche eine größere Mengen Blut strömen. Die Haut wird rot und fühlt sich warm an. In den meisten Fällen sind der obere Brust-, der untere Halsbereich und das Gesicht betroffen. Vereinzelt kann sich ein Flush auch auf den Körper und die Beine ausweiten.

Flushing: Das sind die Ursachen

Leider ist das Erröten nicht kontrollierbar. Manche Menschen werden schon bei der kleinsten Gefühlsregungen oder Stress rot. Das kann sich wohl jeder vorstellen, wie furchtbar das für die Betroffenen ist. Doch tritt man mit dem Problem an einen Arzt heran, kann auch der oft nicht helfen, im schlimmsten Fall bekommt man noch zu hören: "Das verwächst sich schon noch". Klar, mit Mitte 30 macht das durchaus Sinn...#ironieoff. Dabei gibt es neben den emotionalen Gründen, wie Unsicherheit, Stress und Aufregung durchaus auch andere Ursachen, die ausgeschlossen werden sollten, zum Beispiel:

  • der Abfall des Östrogenspiegels in den Wechseljahren 
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Medikamente und Alkohol
  • Bluthochdruck
  • Bei der Hautkrankheit Rosazea kann in einigen Fällen eine erhöhte Errötungstendenz besteht.
  • seltene Krankheiten, z. B. das Karzinoid-Syndrom, die zum Erröten führen

Kann man Flushing behandeln?

Jeder wird in seinem Leben mal rot, das ist auch nichts Ungewöhnliches. Einige Menschen sind aber so stark betroffen, dass sie in ihrem alltäglichen Leben stark eingeschränkt werden.

Diesen Menschen hilft: 

  • die Haut kosmetisch abzudecken oder Kleidung mit Rollkragen zu tragen
  • eine kognitiven Verhaltenstherapie und auch Hypnose kann helfen.
  • medikamentöse Therapie mit Betablockern kann Flushs vermindern, obwohl es dafür keine wissenschaftlichen Beweise gibt.
  • Anxiolytika und Antidepressiva können die mit der Farbveränderung verbundenen Ängste lindern, scheinen allerdings nicht das Erröten selbst zu beeinflussen.
  • eine Operation bei der Nervenfasern in der Brusthöhle durchtrennt werden, die allerdings irreversible und mit vielen Nebenwirkungen verbunden ist

Alle Aspekte rund um das Thema müssen unbedingt gründlich mit dem Hausarzt oder dem Chirurgen besprochen werden.

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