Fruchtsäurepeeling: Meine Rettung bei Akne im Alter

Unreine Haut ab 30 oder 40 ist nicht nur unschön, sondern kann zur Belastung werden. Unsere Autorin hatte die Nase voll von ihrer schlechten Haut und nervigen Tipps - und sich schließlich einem professionellen Fruchtsäurepeeling unterzogen.

von Franziska Steinberg

Allein bei dem Wort Fruchtsäurepeeling meinte ich, direkt das Brennen auf meiner Gesichtshaut spüren zu können. Doch wenn man plötzlich im Alter mit Pickeln zu kämpfen hat und eine Lösung für dieses spätpubertierende Problem sucht, beschäftigt man sich doch relativ zügig mit dieser Behandlung. Sollte ich es tun? 

Doch was ist ein Fruchtsäurepeeling überhaupt? 

Wie der Name bereits vermuten lässt, wird eine Säure auf die Haut aufgetragen, die die oberste Hautschicht abtragen und so die eigene Haut zur Erneuerung anregen soll. Dadurch erhält man nicht nur einen natürlichen Glow zurück, sondern können Akne-Patienten tiefe Krater mindern und die kranke Haut langsam erneuern. Pflegende Wirkstoffe dringen nach einer Behandlung wieder besser in die Haut ein und generell erhält die Haut wieder mehr Kraft, sich selbst mit Feuchtigkeit zu versorgen. Klingt erst einmal nicht verkehrt.

Akne im Alter: Ernährung, Stress und andere Ursachen

Jaja, die Haut ist der Spiegel der Seele und wenn sie nicht rein ist und strahlt wie ein Diamant, muss ja irgendwas im Körper kaputt sein. Da sah ich also aus wie ein Streuselkuchen und habe  morgens in mühevoller Detailarbeit versucht, die unreinen Stellen im Gesicht abzudecken und durfte ich mir dann auch noch anhören, dass ich mit mir selbst einfach nicht gut umgehe. Oder dass mir ein bisschen weniger Make-Up ja besser stehen würde. Oder die superteure Foundation bestimmt Schuld daran sei, dass ich so unreine Haut habe. Ach, ihr könnt mich mal! Ja, vermutlich ist in meinem Körper etwas ins Ungleichgewicht geraten. Shit happens! Vielleicht hatte ich Stress, vielleicht war es das hormonelle Auf und Ab der letzten Jahre, vielleicht werde ich einfach älter. Vielleicht habe ich auch zu wenig frische Luft getankt. Unter Umständen war ich auch zu müde, um jeden Tag bei Sonnenaufgang Yoga zu machen und zu geizig, mir mittags die ausgewogene Poké Bowl reinzupfeifen. Nun hab ich den Salat. Äh, das Fast Food. Und eben Pickel. Die Erfahrung, dass eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, viel Wasser trinken, frische Luft und Ruhepausen für eine schöne Haut essentiell sind, konnte ich selbst machen. Doch haben wir nicht alle manchmal schlechte Phasen? Oder keine Zeit? Dann ist es für mich oft einfacher und nicht verwerflich, in die Beauty-Trickkiste zu greifen, als erst einmal mein Leben umzukrempel, um zu schauen, ob es funktioniert. Ein Fruchtsäurepeeling hab ich noch nicht getestet, doch jetzt war der richtige Zeitpunkt dafür gekommen.

Kosmetikstudio oder zu Hause?

Es werden zwar immer wieder Fruchtsäure-Produkte, sowohl in der Drogerie oder als auch im High End-Bereich, gehypt, die auch wirklich toll sein sollen. Da ich jedoch Respekt vor dem Wort „Säure“ hatte und ja offenbar sowieso zu wenig für mich tue, habe ich mir den Gang zur Kosmetikerin gegönnt – und auch nicht bereut. Zunächst gab sie mir ein gutes Gefühl, dass meine sogenannte Problemhaut ja gar nicht so problematisch sei und wir das gemeinsam in den Griff bekommen. Na bitte! Dennoch stellte sich schnell heraus, dass mich eine einzelne Behandlung nicht weit bringen wird. Ein einmaliges Treatment mit Fruchtsäurepeeling klärt die Haut, macht sie sofort frischer und knackiger. Ein Kick für müde Gesichter mit kleinen Unreinheiten. Deutliche Pickel und Pickelmale, Mitesser, Unterlagerungen und Verhornungen brauchen mehr, da müssen wir tiefer in die Haut rein – daher empfiehlt sie mir fünf Behandlungen mit Abstand von einer Woche.

Wie läuft die Behandlung mit Fruchtsäurepeeling ab?

Die Kosmetikerin analysierte zunächst meine Haut und stimmte den Säure-Gehalt darauf ab. Wir werden uns von Woche zu Woche steigern und somit die Haut langsam an die chemische Substanz gewöhnen. Schon alleine deshalb lohnt es sich, das Peeling von einem Profi durchführen zu lassen und nicht zu Hause mit Produkten oder Hausmitteln zu experimentieren – auch wenn diese natürlich längst nicht so hoch dosiert sind. Zugegeben: Der schwefelartige Geruch des Peelings habe ich nicht als sonderlich angenehm empfunden. Doch entgegen meiner Erwartungen brannte es nicht auf der Haut. Die Ruhe und Entspannung während der Behandlungen war für mich jede Woche ein kleines Wellness-Erlebnis. Während der Kur bekam mein Gesicht eine besondere Pflege. Sie schuppte zwischen den Behandlungen etwas und fühlte sich trockener an als sonst, was ich mit den Cremes gut in den Griff bekam. Außerdem ist die Haut nach einem Fruchtsäurepeeling äußerst empfindlich, da sich die obersten, verhornten Hautschichten abtragen und damit alle Schadstoffe direkt an die "neue Haut" lassen. Daher ist ein hoher Lichtschutzfaktor Pflicht und weitere strapazierende Behandlungen untersagt. Die Haut sollte einfach in Ruhe gelassen werden. Eine leicht rosige Rötung ist normal – nur brennen sollte es nicht.

Und das Ergebnis? Meine Erfahrung mit dem Fruchtsäurepeeling

Okay, die Kur war mit über 350 Euro dann insgesamt nicht ganz günstig, aber sie hat sich für mich gelohnt. Meine Haut hat mit dem Fruchtsäurepeeling nicht nur den Kampf gegen die üblen Unreinheiten gewonnen, sondern sieht einfach frischer, gesünder und strahlender aus. Sogar ein paar Fältchen hab ich weniger. Der Blick in den Spiegel zeigt mir ein jüngeres, glücklicheres Ich. Natürlich spricht mich nun auch mein Umfeld an, dass ich ja nun anscheinend die Kurve gekriegt und wieder mehr für mich getan hätte. Mhm, genau. Sie haben ja Recht. Da ich mein diamantengleiches Aussehen gerade sehr genieße und das professionelle Fruchtsäurepeeling als langfristige Investition ansehe, mag ich ungern wieder direkt in die Pickelfalle tappen. Laut meiner Wunder-Kosmetikerin passiert das auch so schnell nicht, dafür sorgt die Säure schon. Dennoch landet nun doch hin und wieder etwas mehr Vitamine auf meinem Teller, ich trinke sehr viel Wasser täglich und gönne mir öfter einen entspannten Spaziergang an der frischen Luft. Der Haut tut es in jedem Fall gut – und mir auch. Und für alles andere gibt’s eben die Beauty-Trickkiste.

Wer hier schreibt:

Franziska Steinberg
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