Intimpflege: Wie viel Hygiene braucht der Genitalbereich?

Die Regale in den Drogerien bieten immer mehr Produkte für die Intimpflege. Hat vor ein paar Jahren doch noch niemand benutzt, oder? Wir gehen der Sache mal auf den Grund. 

Der Genitalbereich ist empfindlich und weist einen eher säuerlichen pH-Wert von 4 bis 4,5 auf. Gerät dieser aus dem Gleichgewicht, kann es schnell zu Infektionen kommen. Das wissen wir Frauen natürlich alle, weshalb wir schon immer sehr akribisch auf vernünftige Hygiene „da unten“ achten, oder nicht? Fun Fact: Die meisten Scheideninfektionen sind heutzutage weniger auf mangelnde Intimpflege zurückzuführen. Die meisten treten tatsächlich auf, weil wir aufgrund unseres Putzfimmels viel zu gründlich unterwegs sind. Schuld sind vor allem parfümierte Dusch- und Badeprodukte, die das saure Milieu der Scheide zerstören und damit die Türen für schädliche Bakterien und Pilze öffnen. Ausfluss, Juckreiz und unangenehmer Geruch sind oft Anzeichen dafür, dass man einmal beim Frauenarzt vorstellig werden sollte. Gynäkologen empfehlen zum Reinigen der Genitalien ganz einfach klares Wasser, das völlig ausreichend sein soll. Aber man kann noch mehr tun, um die Vaginalflora in Schuss zu halten.

7 Tipps für die richtige Intimpflege bei Frauen

Verdufte aus meinem Höschen!

Intimsprays, Scheidenspülungen oder Sitzbäder mit ungeeigneten parfümierten Produkten mit einem zu hohen pH-Wert von der Intimzone fernhalten, raten Ärzte!

Waschlappen, wechsel dich!

Wird zum Reinigen des Intimbereichs gern ein Waschlappen verwendet, sollte dieser täglich gewechselt oder Einmal-Waschlappen verwendet werden.

Einbahnstraße: Von vorne nach hinten!

Der Weg mit dem Waschlappen oder auch dem Toilettenpapier sollte immer von der Scheide zum After führen – niemals umgekehrt, sodass  keine Darmbakterien in die Scheide gelangen können.

Mehr Saures bitte!

Nach Antibiotika-Behandlungen und Pilzinfektionen können Milchsäurebakterien helfen, das gewohnte, saure Scheidenmilieu wieder herzustellen.

Adieu, ihr hübschen Spitzentangas!

Die hübschen Strings scheuern nicht nur gerne, sondern reiben Erreger aus der Analgegend Richtung Scheide, wo sie nichts zu suchen haben. Abgesehen davon: Die synthetischen Stoffe fördern die Schweißbildung – perfekte Umgebung für ungewollte Bakterien. Also her mit den atmungsaktiven Baumwollschlüppis!

Kein Plastik im Höschen!

Slipeinlagen mit Schutzfolie aus Kunststoff sorgen ebenfalls dafür, dass sich die Hitze da unten staut und die Infektionsgefahr damit erhöht. Binden und auch Tampons sollten daher regelmäßig gewechselt werden, um Bakterienstau und Geruchsbildung zu vermeiden.

Endlich Waschtag!

Ob Handtücher, Waschlappen oder die Unterwäsche: Ein mildes Waschmittel sowie die richtige Temperatur sind für die Sauberkeit entscheidend. Nur mal eben kurz mit gut duftenden Weichspüler durchspülen, reicht einfach nicht.

Die Scheide riecht? Diese Ursachen können ebenfalls Übeltäter sein

Nicht immer ist eine falsche Intimpflege verantwortlich dafür, dass es im Genitalbereich zu unangenehmen Gerüchen kommt. Folgende Ursachen können auch der Grund für das unwohle Gefühl in der Intimzone sein:

  • hormonelle Schwankungen
  • die Periode steht kurz bevor
  • Konsum von Alkohol
  • Lebensmittel wie Zwiebeln & Knoblauch
  • schlechte Ernährung
  • Geschlechtsverkehr
  • zu geringe Wasseraufnahme
  • starkes Schwitzen

In jedem Fall sollte bei auffälligem Scheidengeruch der Frauenarzt konsultiert und die Ursache abgeklärt werden – bei einer bakteriellen Vaginose oder Scheidenpilz wird eventuell eine Behandlung mit Milchsäure oder Antibiotika nötig.


Produkte für die Intimpflege: Darf ich die jetzt gar nicht benutzen?

Hach, so ein bisschen attraktiv wirkt das Regal im Drogerie-Markt ja schon – frau will sich und ihrem Intimbereich ja auch etwas Gutes tun. Und tatsächlich: Wer genauer hinschaut, wird dort zwischen vielen ungeeigneten Produkten auch milde Waschlotionen finden, die dem pH-Wert der Scheidenflora entsprechen und – ganz wichtig – parfumfrei sind. Diese dürfen beruhigt in den Einkaufskorb wandern und ausprobiert werden. Geben sie einem ein gutes Gefühl und führen nicht zu Irritationen, kann frau sie bedenkenlos weiter verwenden. Dabei aber immer an den frischen Waschlappen denken!

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Intimpflege: Wie viel Hygiene braucht eigentlich der Genitalbereich?
Intimpflege: Wie viel Hygiene braucht der Genitalbereich?

Die Regale in den Drogerien bieten immer mehr Produkte für die Intimpflege. Hat vor ein paar Jahren doch noch niemand benutzt, oder? Wir gehen der Sache mal auf den Grund.

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