Machs dir selbst: Meine Erfahrung mit Selbstbräunungstüchern

Wer sich schon durch Tests mit Selbstbräunern gequält hat, kennt das große Leiden mit der künstlichen Bräune – stinkende Produkte, hässliche Flecken oder ein Ergebnis, das eher an Gelbsucht als an sonnengeküsste Haut erinnert. Der neueste Clou: Selbstbräunungstücher. Unsere Autorin wagt den Selbstversuch.

von Jessica Seiffert

Ich bin ein Kind des Sommers. Jedes Jahr zum Frühjahr erweckt mich die Sonne nach meinem monatelangen Wintertief wieder zum Leben. Dezente Sommersprossen erscheinen auf meiner Nase, ich werde zum Frühaufsteher, sogar meine Augenfarbe scheint sich zu verändern. Wer jedoch etwas länger mit dem frühlingshaftem Look braucht: meine Haut. Meine Haut bräunt sehr schlecht. Aufgrund der Sonnenempfindlichkeit muss ich sie auch mit einem hohem Lichtschutzfaktor schützen. Doch spätestens wenn ich das erste Mal mit kurzen Ärmeln oder gar mit offenen Schuhen die Wohnung verlasse, sehe ich aus als hätte ich drei Jahre im Keller gelebt: Ich bin weiß wie eine Kalkwand. Eigentlich noch weißer.

Selbstbräunungssprays, -cremes & -öle: Ein Fail nach dem anderen

Da ich mit meiner hellen Haut regelmäßigen Solarium-Besuchen eher skeptisch gegenüberstehe, habe ich mich bereits durch das Regal mit Bräunungsprodukten komplett durchgetestet. Es gibt natürlich bessere und schlechtere Produkte für eine hautschonende Bräune. Doch so richtig gut funktioniert für mich bisher nichts. Erst einmal stinken die Produkte alle – ausnahmslos. Auch mein Partner rümpft die Nase, wenn ich mich frisch eingeschmiert zu ihm ins Bett lege. Mit ein bisschen Glück bleibt die Farbe bei mir am Körper und wandert nicht auf die Bettwäsche über. Mit noch mehr Glück sehe ich am nächsten Tag nicht aus wie eine gelbgefleckte Kuh. Selbstbräuner auftragen ist ein bisschen wie Roulette: unkalkulierbares Risiko. Du kannst danach wirklich sehr gut aussehen. Oder du machst dich die nächsten Tage komplett zum Horst.

Selbstbräunungstücher für Gesicht und Körper: Taugen die was?

Kurz: Sie taugen was. Nicht viel mehr als andere Selbstbräunungsprodukte, aber ich bin doch recht positiv überrascht. Daher erst einmal die guten Nachrichten: Die Anwendung mit dem Tuch empfinde ich als sehr praktisch, der Selbstbräuner zieht sehr schnell ein – und riecht tatsächlich nicht so streng wie vergleichbare Produkte. Auch wenn man aufgrund der leichten Textur nicht so genau weiß, ob man den Selbstbräuner gleichmäßig aufgetragen hat, erscheint mir das Ergebnis nach drei Stunden nicht fleckig – Erleichterung. Auch den Farbton finde ich sehr natürlich, die Haut sieht schön gepflegt aus und fühlt sich auch so an. Die Nachteile: Der Bräunungseffekt knallt natürlich nicht sonderlich. Ein leichter Schimmer, der mir mit meiner Käsehaut nicht wirklich etwas bringt. Die Haltbarkeit ist kaum zu überprüfen – nach drei Tagen fühle ich mich schon wieder so weiß wie sonst auch. Aber gut: Für Events, an vereinzelten Tagen oder für einen spontanen Frischekick to go werde ich die Tücher sicher wieder verwenden.