Pickel-O-pedia: Alles über den Anti-Pickelkampf im Alter

Ein kleiner Pickel reicht manchmal schon aus, und man würde am liebsten Hals über Kopf abtauchen. Hier sorgen wir lieber für reine Haut und zeigen unser wahres Gesicht.

von Stefanie Höfle

Streuselkuchen, Pickelfresse, Aknebacke – was Beleidigungen angeht, sind Teenager in der Pubertät echt fies. Diese Bösartigkeit haben wir zum Glück längst hinter uns. Die Pickel leider nicht. Die kommen wieder.

Gerade dann, wenn wir in den Dreißigern unsere Haut nach den ersten, tieferen Falten scannen, heißt es: Pustelalarm. Schönen Dank auch. Wollen wir weghaben, bevor wir dem nächsten Pubertier begegnen – oder irgendwem. Wären nur noch ein paar Fragen zu klären.

1. Darf ich die Dinger bitte, bitte einfach ausdrücken?

Auf. Keinen. Fall! Ist verlockend, wissen wir. Aber beim Quetschen drückt man nur die Bakterien, die auf den Fingern lauern, in die Poren. Das macht’s nur schlimmer.

Außerdem: Wer Pickel in Ruhe lässt, ist sie in zwei bis drei Tagen los. Wer es nicht lassen kann, hat bis zu zwei Wochen was von der Kraterlandschaft. Und Narben für die Ewigkeit, wenn es ganz schlecht läuft.

2. An welchen Stellen sprießen Pickel am Liebsten?

In der Jugend an Kinn, Nase und Stirn, später eher am Haaransatz, der Kinnlinie und am Hals. Das liegt daran, dass die Dinger im Alter nicht so viel Talg brauchen und daher dünne Hautstellen bevorzugen. Unsere Haare sind wie ein Magnet für Schmutzpartikel, die sich mit dem natürlichen Haarfett vermischen – ein 1-A-Nährboden für Entzündungen.

Pickelbeschleuniger können übrigens auch Smartphones und Bürotelefonhörer sein. Keine Sorge, wir müssen nicht zum Sagrotan-Monster werden, die richtige Pflege und besseres Essen reichen.

3. Also von vorn: Wie entstehen diese Biester überhaupt?

Ein Pickel sprießt, wenn die Pore oben am Haarfollikel verhornt, sodass die Drüse dicht macht und Talg, Schmutz und Bakterien festsitzen. Die in der Pore gebildeten Abbaustoffe werden durch Immunzellen abgebaut, und das verursacht die rote Delle im Gesicht.

Übrigens unterscheiden sich Pickel ab dreißig von den Pubertätsbeulen. Die auslösende Entzündung findet bei Teenies oberhalb, später dann eher am Boden der Talgdrüse statt. Gründe für ein spätes Pickel-Comeback können neben Hormonschwankungen und Schilddrüsenproblemen auch ein schlechter Lifestyle sein.

Man ist, was man isst. Vorschlag: In der zweiten Zyklushälfte (Hormon-Pickel) weniger Schweinefleisch, Schoki und Kohlenhydrate essen. Das hilft schon. Generell gilt: Hochglykämische Kohlenhydrate verursachen hormonelle Veränderungen, die in Verbindung mit Akne stehen.

Lebensmittel wie Süßigkeiten, Getreideprodukte und Alkohol erhöhen den Blutzuckerspiegel und damit die Insulinproduktion. Durch diesen Prozess werden auch andere Hormone beeinflusst, die wiederum zu einer erhöhten Fettproduktion der Haut und verstopften Poren führen beziehungsweise Bakterien gedeihen lassen, die zur Akne-Entwicklung beitragen. Kurz: Was halten Sie von mediterraner Küche?