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Unnatürlich schön – Warum sieht Barbie jetzt aus wie Elsa?

Klar, Barbiepuppen sahen noch nie aus wie echte Frauen. Dass sich diese Künstlichkeit in den letzten Jahren sogar noch steigern ließ, haute unseren Autoren bei der Entdeckung aus den Socken. Der Streit seiner Kinder um eine Barbie-Puppe brachte interessante Erkenntnisse über die Evolution der Schönheitsideale.
Von Fabian Malinowski

Es war ein ganz normaler Sonntag, da hatten meine zwei Kinder plötzlich eine Barbie-Puppe in der Hand und zogen daran. Kopf ab, Puppe tot. Meine Frau jubelte innerlich. Meine Kinder schrieen. Der Jubel verstummte, als meine Frau feststellte, dass die Barbie nur eine Leihgabe einer Kita-Freundin unserer Tochter war.

Es musste also Ersatz her. Aus ökonomischen (Geld sparen) und ökologischen (lieber gebraucht statt neu) Gründen versuchte meine Frau, über ihre Sportgruppe eine überflüssig gewordene alte Barbie-Puppe zu ergattern. Mit Erfolg! Sie bekam ein 15 Jahre altes Exemplar geschenkt.

Ein Kopf für alle

Ein paar Tage später lagen beide Puppen nebeneinander auf dem Küchentisch und offenbarten, dass die Spielzeug-Designer der von Mädchen geliebten Barbie in den letzten Jahren seeehr viele Disney-Filme geschaut haben müssen. Anders kann ich mir die Gesichtsproportionen aktueller Fabrikate nicht erklären. Man könnte meinen, dass Mattel zum Kostensparen die Elsa-Köpfe nun ebenfalls auf den Barbie-Rumpf montiert.

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Ämm. Ist das denn schön?

Als Eltern eines sechsjährigen Mädchens gehören wir zur Fraktion „Anti-Barbie“. Doch wie man sieht, findet sie trotzdem gelegentlich Einzug in unseren Haushalt. Was genau uns nun an dieser besonderen Puppe stört, ist gar nicht so leicht zu sagen. Sie verkörpert ein krankes Schönheitsideal, das allein aber wohl unsere Tochter noch nicht krank macht. Sie fokussiert ein Kind auf das Äußere eines Menschen, das sie dann aber gleichzeitig nicht einmal naturgetreu darstellt. Als wir nun auch noch diese großen Glubschaugen bemerkten, hatte sie endgültig verloren. Kleine Nase, riesige überschminkte Augen, dünner Bauch - offensichtlich ohne Organinhalt - à la Daniela Katzenberger.

Ob die Initiative von Mattel, auch kleine und kurvige Barbies anzubieten, sie noch aus den Verlusten bringt, wage ich zu bezweifeln. Dann doch lieber Playmobil.


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