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Was soll eigentlich dieses Contouring?

Was soll eigentlich dieses Contouring?
© Getty Images
Ich sage es lieber gleich: Ich weiß, was Contouring ist. Zumindest theoretisch. Echt, ich verfolge diesen Trend schon länger. Ich verstehe ihn bloß nicht.
von Tina Epking

Auf Facebook, Instagram und Youtube posten seit vielen Monaten mehr oder wenige junge Menschen dauernd Fotos und Videos zu diesem Thema. Dafür malen sie sich aus meiner Sicht ziemlich willkürlich irgendwelche bunten Striche ins Gesicht, die in ihrem Muster keinerlei Sinn für mich machen. Am Schluss tun sie dann etwas, das sie verblenden nennen und sehen auf einmal gut aus. Wie machen die das? Und warum?

Der erste Versuch

Als ich einmal versuchte, mein Gesicht zu konturieren, klappte das natürlich nicht. Was mich nicht wunderte, denn wenn ich mir probiere coole Beachwaves mit meinem Lockenstab zu machen, habe ich danach meistens auch immer so hässliche Zacken im Haar. Um das Ganze richtig zu machen, braucht man Bronzepuder, Concealer, Foundation, Highlighter, Puderpinsel, Blender, lese ich im Internet. Zur Rechtfertigung meines gescheiterten Contouringversuchs kann ich allerdings sagen, dass ich auch nicht das passende Equipment und nicht die richtige Ausbildung habe. 

Laut diverser Internetseiten ist das Ganze eine Kunst, ein Geheimnis und vor allem eine Technik. 

Ich dachte ja tatsächlich, Kim Kardashian hätte das Ganze erfunden, aber ich bin einfach ein Make-up-Banause. Das ganze existiert nämlich seit dem 16. Jahrhundert, schon im Elizabethan England schmierten sich Schauspieler Kreide und Ruß ins Gesicht, um ihre ihren Ausdruck zu betonen, Audrey Hepburn, Liz Taylor, Marilyn Monroe – sie alle benutzten Contouring. Das hieß damals nur anders. Zumindest in Deutschland.

Mein Lieblingsvideo

Zuerst gab es Contouring nur im Gesicht, unzählige Blogger und Youtuber zeigten, wie Contouring die schmalere, bessere, schönere Version aus ihren Gesichtern machte. Dann konnte man sehen, wie Hintern konturiert wurden, Beine, einfach alles, was man anmalen konnte, wurde auf einmal konturiert. Mein Lieblingsvideo ist allerdings das von Bella de Lune, in dem sie etwas macht, das sie selbst "Clown Contouring" nennt, dafür malt sie sich – wie der Name schon sagt – an wie ein Clown. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass Bella mein Verhältnis zum Contouring verbessert hat. Es lohnt sich wirklich dieses Video anzusehen, es ist amüsant.

Das Ganze ging mir zeitweise so auf den Keks, dass ich richtig erleichtert war, als Beyoncés Make-up-Artist in einem Interview sagte, er sei kein großer Fan. Ansonsten scheint der Trend jetzt sowieso vorbei zu sein: Kim Kardashian verkündete bereits, dass sie über das Contouring hinaus sei, sie konturiere nur noch ihre Nase. Ansonsten stehe sie jetzt auf Nontouring.


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