Zu viel Schminke? Warum ich manchmal gern dick auftrage

Make-Up ist eine großartige Erfindung: Die Chance, anders auszusehen, etwas mehr Farbe ins Gesicht zu bringen oder schlichtweg ein paar unschöne Details wegzutuschen, nimmt unsere Autorin gerne wahr. Doch oft ist sie damit alleine.

Im Alltag muss es immer schnell gehen: Zügig eine BB-Cream auftragen, etwas Mascara, ein bisschen Rouge – schwuppdiwupp sind die Spuren der letzten schlaflosen Nacht nicht mehr ganz so sichtbar. Manchmal geht’s auch ganz ohne Make-Up . Frische Luft an die Haut lassen ist ja auch was Feines. Doch hin und wieder darf es auch gern ein bisschen mehr sein. Immer öfter höre ich unter den Frauen in meinem Freundeskreis, dass Natürlichkeit doch am Schönsten ist, Cremes doch sowieso nichts bringen würden und viele doch so oft völlig überschminkt aussähen. Ich halte mich in diesen Gesprächen oft zurück, weil ich eine andere Meinung habe. Ich persönlich trage nämlich gern mal etwas mehr Schminke auf. Sogar im Alltag, im Büro oder am Wochenende, bevor ich in den Supermarkt gehe. Was ich dafür brauche ist ein bisschen Zeit – und einen kreativen Moment. Dann tauche ich ab in die Farben meiner Lidschattenpalette, spiele mit dem Contouring-Puder (scheißegal, ob ich Contouring beherrsche oder nicht) und diversen Blushes, suche bewusst nach Produkten mit Schimmer-Effekt und trage einen glossigen, pinken Lippenstift auf. So, wo ist der rote Teppich? Ich wäre dann soweit! 

Zu viel Schminke auf Festen? Ich bin gerne overstyled 

Apropos: Mich für Events aufzuhübschen, ist für mich ebenfalls ein echtes Highlight. Ich liebe es, mir vor Geburtstagen, Silvester oder Familienfesten etwas Zeit zu nehmen und den Pinsel zu schwingen. DIE Pinsel! Nach einem fertigen Look waren mindestens fünf verschiedene Make-Up-Pinsel in meinem Gesicht. Ich fühle mich dann wie eine Künstlerin. Ich überlege mir vorher, wie ich aussehen möchte: Smokey Eyes oder vielleicht traue ich mich an den blauen Lidschatten?! Was ziehe ich eigentlich an – das Make-Up muss ja schließlich dazu passen – und wie style ich meine Haare? Das Ende vom Lied: So oft bin ich natürlich die Einzige, die sich am Schminkkasten ausgetobt hat und bin total overstyled. Kann manchmal unangenehm sein, wenn man so aus der Runde heraussticht. Ehrlich gesagt: Mir macht das mittlerweile überhaupt nichts mehr aus. Jeder wie er mag und ich fühle mich wohl in meinem Hollywood-Aufzug. Mein Spiegelbild gibt mir Recht: Das Kunstwerk ist gelungen. Warum genau soll mir das also unangenehm sein? 

„Mein Mann liebt mich auch ohne so viel Schminke“ 

Ich würde mir wünschen, dass andere sich auch wohlfühlen – egal ob zu viel Schminke oder zu wenig. Jeans oder Abendkleid. Doch oft bekommen andere anscheinend das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, warum ein eher schlichterer Look gewählt wurde. „Also mein Mann liebt mich auch ohne Schminke“, hörte ich einmal zu einer Geburtstagsparty. „Ja, du, meiner mich auch “, bleibt mir da nur zu sagen. Aber habe ich jemals behauptet, dass ich es für IHN so mit Lippenstift und Highlighter übertrieben habe? Sieht das direkt nach einer Verzweiflungsaktion aus? Kann ich mich nicht einfach für mich schön machen? Oder auch „Ach, dafür habe ich gar keine Zeit“. Okaaaay, kein Problem. Ich hoffe dann nur, dass sie an anderer Stelle Zeit für sich abzwacken. Ob sie dann Sport treiben, in der Badewanne ein Buch lesen oder sich Trash-Sendungen im TV ansehen – das kann jeder für sich entscheiden. Wichtig ist einfach, dass man sich zwischendurch mal um sich kümmert, sich Auszeiten nimmt und Dinge macht, die einem gut tun. Für mich ist das manchmal eben das Schminken. Ich fühle mich dann wie eine Künstlerin, lass meiner Kreativität freien Lauf und bringe mehr Farbe in mein Leben. Ich kaschiere kleine Makel. Sie stören mich sonst nicht, sie gehören zu mir – aber manchmal darf es einfach ein bisschen mehr sein. Weil ich es mir Wert bin.

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Zu viel Schminke? Warum ich manchmal gern dick auftrage

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