„Veganes Mett ist halt kein Mett. Punkt.“ So war meine Vegan-Challenge

Vegan hier, vegan da, vegan trallala. Jeder soll ja essen, was er mag, aber diesen vegan-Missionierungs-Wahn finden wir manchmal etwas übertrieben. Aber man soll ja nicht werten ohne Erfahrung. Deshalb hat unsere Autorin sich einen Monat vegan ernährt. Hier ist ihr Fazit:

von Diana Huth

"Ich bin jetzt vegan" – wenn ich das schon höre... Meist folgt dann eine Abhandlung über die Vorteile veganer Ernährung und harte Verurteilungen von Fleischessern. Sowas nervt total. Ich finde es nicht schlimm, wenn sich jemand vegan ernährt, ich finde es aber schlimm, wenn Menschen missionieren, mir ihre Meinung aufdrücken wollen. Und pauschal zu sagen, dass vegan gesund sei, ist ja wohl auch ein Witz. Zucker ist vegan, Korn-Brause auch und sogar Oreo Kekse. Beim Blick auf die Zutatenliste vieler veganer Produkte im Supermarkt fällt auf, dass die genauso nicht identifizierbare Bestandteile (also E-Nummern, irgendwelche Ersatzzuckerstoffe und Stärken) haben wie nichtvegane Produkte.

Probieren geht über Studieren.

Und trotzdem frage ich mich, wie es wohl ist, wenn ich mich nur vegan ernähre. Ich mache kurzen Prozess und entscheide mich, die 30-Tage-"Vegan for Fit"-Challenge von Attila Hildmann anzunehmen. Also 30 Tage vegan und zuckerarm – klingt schon nach Qual!

Doch damit nicht genug. Ich muss ja auch noch ganz viel kochen und mit so Zeugs, dass es in meiner Küche nicht gibt: Mandelmus, Tofu, Kokosöl und noch mehr Tofu. Zucchini sind die neuen Spaghetti, heißt es. Puh, finde ich erstmal alles abschreckend. Aber wow, in dem Kochbuch gibt es auch Burger. Das gefällt mir.

Zuckerdetox ist schlimmer als PMS!

Alter Falter! Ein Leben ohne Zucker ist nicht nur sinnlos, sondern auch nicht möglich. Kopfschmerzen, schlechte Stimmung, Müdigkeit und das alles hoch 20 – mindestens! An einem Abend gönne ich mir eine Limonade, ein Fest für die Sinne! Im Kochbuch gibt es auch ein Rezept für 'Bounty'-Riegel zum Selbermachen. Die haben mich echt gerettet!

Vegan kann was, aber ist kein Fleischersatz

Doch es war nicht alles schlecht. Nachdem ich gefühlt ein halbes Vermögen für Grundzutaten wie Kokosblütenzucker und Cashewmus ausgegeben hatte, war ich verblüfft von der geschmacklichen Vielfalt der "Vegan for Fit" Rezepte. Die mexikanischen Aubergine-Schiffchen und die Kürbis-Pommes fand ich mega. Die Gemüse-Pizza auch, aber der Teig hat einfach ewig gebraucht. Die unzähligen Zoodle-Variationen (so nennt man auf vegan-hip Zucchini-Nudeln) habe ich gekonnt ignoriert. Zu viel Aufwand.

Was für mich gar nicht funktioniert, sind vegane Speisen, die versuchen, bestimmte Fleischgerichte nachzuahmen. Mett ist und bleibt Mett – aus ekeligem Fleisch, basta. Also bleibt mir weg mit Reiswaffeln in Tomatenzeug! Auf Mett kann und will ich nicht verzichten. Also, vegan ist ok, für mich aber nicht ausschließlich.

Mein Video-Fazit und die ganze Achterbahn der Gefühle beschreibe ich in meiner "Vegan for Fit"-Challenge YouTube-Playlist: