60 Jahre Dosen-Ravioli: „Auf dich, alte Teigtasche!“

Dosen-Ravioli feiern ihren 60. Geburtstag. Unsere Autorin schwelgt in Erinnerungen an einen treuen Freund aus Kindertagen, der bis heute geblieben ist.

von Kirsten Mannshardt

Bei Dosen-Ravioli scheiden sich die Geister. Die einen schüttelt es bei dem Gedanken an die weichen Teigtaschen mit der undefinierbaren Füllung, während sich andere alle zehn Finger danach lecken. Ich gehöre zu der zweiten Kategorie, denn ich liebe Dosen-Ravioli. Wenn ich könnte, würde ich wohl sogar darin baden. So ein schöner Gedanke! Kein Wunder, dass ich ziemlich dankbar dafür bin, dass am 14. Mai 1958 die erste Dose das Maggi-Werk verlassen hat, um schon wenig später zum Kassenschlager zu werden. Liebe Maggi-Menschen, an dieser Stelle noch einmal ein großes Lob für diesen Clou. Ihr hättet es euch damals wahrscheinlich auch nicht träumen lassen, damit ein Produkt mit Kultstatus auf den Markt zu bringen. 

Dosen-Ravioli sind Nostalgie auf der Zunge

Die guten, alten Maggi-Eier-Ravioli aus der Dose sind für mich nicht einfach nur irgendein belangloses Fertiggericht, sondern pure Nostalgie auf der Zunge. Seit ich denken kann, gibt es in meinem Leben – immer mal wieder - Dosen-Ravioli. Da weiß man einfach, was man hat. Camping mit der Familie: Die Teigtaschen waren der sichere Notnagel. Klassenfahrt ins Grüne: Am Lagerfeuer schmatzten wir genüsslich unsere Ravioli direkt aus der Dose. Als Kind allein zu Hause: Ab in den Topf mit den Dingern. Knapp bei Kasse im Studium: Dosen-Ravioli stopften das Loch im Bauch und machten das im Geldbeutel nur geringfügig größer. Festival-Sommer mit Freunden: Die perfekte Grundlage nannte sich Dosen-Ravioli. An all diese abenteuerlichen Momente denke ich mit Freude und einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht zurück. Und wahrscheinlich ist genau das auch der Grund dafür, weshalb mich die Dingern noch heute so glücklich machen, wenn sie aus Mangel an Zeit mit einem „Flopp“ auf meinem Teller landen. Dosen-Ravioli schmecken einfach nach Abenteuer und Lebensfreude.

Die beständigste Mahlzeit aller Zeiten

Ein weiterer großer Pluspunkt dieser einfachen Mahlzeit: die Beständigkeit des Geschmacks. Ich finde es nämlich total blöd, wenn sich Sachen geschmacklich verändern, die ich genau deshalb seit Jahren gerne mag. Da könnte ich heulen. Bei Dosen-Ravioli ist das zum Glück nie passiert. Der Geschmack war immer derselbe – völlig egal ob in der vegetarischen oder fleischhaltigen Variante. Wobei ich immer der Fleischesser war, weil die in Kombination mit der Soße einfach noch eine Spur würziger waren. Ich weiß einfach, was mich erwartet, wenn ich die Dose öffne und das gefällt mir in einer Zeit, in der an jeder Ecke ein neuer, abgefahrener Food-Trend wartet. Einfach, lecker und beständig: das sind Dosen-Ravioli. Nicht die schlechtesten Eigenschaften für eine Mahlzeit.

Liebe Dosen-Ravioli, auf die nächsten 60 Jahre!

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Dosen-Ravioli noch viele weitere Jahre an der Spitze der Fertiggerichte halten werden. Warum? Ganz einfach: Unsere Eltern haben uns gezeigt, dass Dosen-Ravioli treue Begleiter beim Reisen und Rasten sind und genauso werden wir es mit unseren eigenen Kindern auch machen. Also zumindest diejenigen, die auf die Dinger genauso wie ich nichts kommen lassen. Dosen-Ravioli sind einfach Kultur-Erbe und so soll es bitteschön auch in den nächsten sechzig Jahren bleiben.

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