Angst vor Winterspeck? Völlig unbegründet! Den gibts nämlich gar nicht.

Unsere Autorin hatte schon immer große Angst vor Winterspeck. Schluss damit, findet sie heute und hat nun endlich eine Studie gefunden, die beweist: Winterspeck gibts noch nicht mal. 

von Elea Winterscheid

Wenn ich mal so darüber nachdenke, bin ich eigentlich von klein auf darauf getrimmt worden, "keinen Bauch zu haben". Ich weiß noch genau, wie ich in Strumpfhosen und schweinchenfarbenem Glanztrikot an der Ballettstange stand – fünf Jahre alt. "Bauch rein!", schallte es zum x-ten Mal diese Stunde durch den Raum. Wie ein Militär-Befehl, nur untemalt von Klängen klassischer Musik. Die Ballett-Trainerin, ein sehr eleganter und sehr aufrecht schwebender Feldwebel, schritt immer wieder mit brennscharfem Kotrolllblick die Reihe enlang. Und blieb dann bei mir stehen. Da war er wieder, dieser lange, schlanke Finger mit dem spitzen lackierten Fingernagel, der auf meinen kleinen Bauch zuschnellte, um sich in seine MItte zu bohren: "BAUCH REIN!" Auch zuhause wurde streng darauf geachtet, dass wir uns gut ernähren. Und so lernte ich es sehr sehr früh: "Pass auf, wenn es kalt wird. Dann kommt sofort der Winterspeck!"

Winterspeck gibt es nicht mal

Wenn man im Internet mal "Winterspeck" googelt, findet man die wüstesten Thesen. Dass wir den ansetzen, um nicht so zu frieren. Dass wir im Winter in eine Art Stoffwechselwinterschlaf fallen. Mehr Hunger haben. Weniger Lust auf Bewegung. Und überhaupt. Dabei ist es längst bewiesen: Winterspeck gibt es gar nicht. Das hat die finnische Forscherin Elina Helander herausgefunden. Tatsächlich ist es schlichtweg nicht mal wahr, dass wir im Winter alle zunehmen. Von Oktober bis zum 23. Dezember passiert auf deutschen Hüften statistisch gesehen nämlich rein gar nichts. Aber dann, dann geht es los. Was uns dann passiert, hat mit dem Winter an und für sich wenig zu tun. Das Problem sind die Feiertage. Je nach relevanten Feiertagen nehmen Menschen rund um den Globus nämlich genau dann zu, wenn es gesellig wird. Amerikaner um Thanksgiving, Deutsche um Weihnachten herum, in Japan werden Menschen im Mai mollig. Also einfach immer dann, wenn gefeiert wird. Was wir Winterspeck nennen, müsste also eigentlich Feiertagsspeck heißen.

Und jetzt?

Die gute Nachricht ist, dass es so gesehen eine Lösung gegen die Wampe gibt: Feiertagsflucht. Im Dezember nach Japan, dann vor Mai wieder zurück, und schon gibt es auch kein Hüftgold mehr. Klänge fast verlockend, wenn wir dann nicht das Schönste verpassen würden! Und das geht ja wohl definitiv zu weit! Sollte mir also jemals wieder "BAUCH REIN!" entgegenschmettern, dann würde ich "BAUCH RAUS!" zurückschreien. Schließlich sollte man doch lieber voller Stolz der ganzen Welt zeigen: Ich kann feiern! Und wie ich das kann! 

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Angst vor Winterspeck? Völlig unbegründet! Den gibts nämlich gar nicht

Unsere Autorin hatte schon immer große Angst vor Winterspeck. Schluss damit, findet sie heute und hat nun endlich eine Studie gefunden, die beweist: Winterspeck gibts noch nicht mal.

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