Barbara spricht Klartext: Futtern wie bei Muttern

Barbara Schöneberger findet, dass wir alle durchgedreht sind mit Nahrungsmitteln – und liebt das Essen ihrer Mutter. 

von Barbara Schöneberger

Meine Mutter servierte letztens Erdbeeren, klein geschnitten und ein bisschen aufgewärmt, herrlich. Seit Jahren hatte ich nicht so sommerlich-süße Erdbeeren gegessen. Als ich sie fragte, wo diese bombastisch schmeckenden Dinger herkommen, sagte sie: „Aus dem Supermarkt, mit schön viel Zucker. Sonst kriegt man ja heutzutage keinen Geschmack mehr dran.“ Supermarkt-Erdbeeren, gesüßt mit weißem Industriezucker! Verhält sich so eine liebende Mutter? „Seit 40 Jahren mache ich dir Zucker an die Erdbeeren, und es hat dir ja offensichtlich nicht geschadet.“

"Man will diese künstlichen Geschmacksverstärker"

Da ist mir klar geworden, wie durchgedreht wir mit Nahrungsmitteln sind. Alles muss regional sein, in Bioqualität von glücklichen Tieren und rotbackigen Bauern. Ich habe meinen Kochstil auch schon angepasst, und wir haben tatsächlich weder Zucker noch Sahne zu Hause. Wenn es aber doch mal dazu kommt, dass beides zusammen im Topf landet, dann trinke ich es auch mal direkt aus der Schüssel, weil es so verboten gut ist. Und wenn man mal eine Tiefkühlpizza isst, dann ist man doch nicht im Ernst entsetzt, dass da kein hochwertiger Käse draufliegt. Im Gegenteil, man will doch genau diese künstlichen Geschmacksverstärker. Bei Süßigkeiten setze ich auf die Marken, die uns in den 80ern glücklich gemacht haben. Wenn ich Schokolade esse, soll sie vor allem süß schmecken. Wie viel echter Kakao drin ist, interessiert mich dann herzlich wenig.

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Barbara Schöneberger
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