VG-Wort Pixel

Dezemberstress? Selber schuld!

Dezemberstress? Selber schuld!
© Freixenet
24 Türchen war vorgestern, heute heißt Dezember 24.000 To-dos, 24 Stunden täglich wach und 24 Tage Nahkampf in der City! Die gute Nachricht: Wir müssen da nicht mitmachen. 

Ich erinnere mich noch sehr gut an den letzten Winter, besonders an den Dezember. Wobei der Weihnachtsstress eigentlich schon Ende August begann, als meine Kinder an der Kasse im Supermarkt ausflippten, weil sie unbedingt Spekulatius wollten. Aber das war natürlich nur eine Lappalie im Vergleich dazu, was noch folgen sollte.

Mein unendlicher To-do-Zettel und ich: alles andere als ein Match!

Mal abgesehen davon, dass ich idiotischerweise versuchte, für drei Kinder selbst Adventskalender zu basteln, gab es ja auch noch Nikolaus. Was nur schnell nebenbei ablief, weil bereits ab etwa Mitte November noch lauter andere Aufgaben auf meinem unendlichen To-do-Zettel standen. Zum Beispiel die Geschenke, die wir für die Kinder besorgen wollten . Dazu kamen die, die ich für etwa 15 andere Menschen aus meiner Familie vorschlagen oder besorgen sollte, die auch etwas schenken wollten. Denn wer wird danach gefragt? Genau: die Mutter! Eine logistische Meisterleistung, die ich aber unbedingt bravourös hinkriegen wollte, damit unsere Wohnung von Tante Susanne und Oma Gerda am 24. Dezember nicht mit lauter blinkendem Plastikspielzeug vollgemüllt wurde.

Harmonie und Besinnlichkeit?

Von wegen! Außerdem gab es eine Weihnachtsfeier im Büro, eine in der Kita, eine in der Schule, Wichteln in Kita und Schule und so weiter und sofort. Jeder Tag war voller als voll mit Terminen und Aufgaben. Richtig brenzlig wurde es aber erst, als ich schon fast den Dezember überstanden hatte. Denn ich hatte die wahnwitzige Idee gehabt, dass diesmal alle Verwandten an Heiligabend zu uns kommen, damit wir uns wenigstens einmal die Fahrt durch die gesamte Republik an den Feiertagen sparen könnten. Und ich stellte mir vor, wie schön harmonisch, besinnlich und vor allem lecker das Fest bei uns werden würde. Ich hatte vor, Gans zu braten mit Rotkohl und Knödel – den Klassiker. Und zwar für zwölf Leute. So weit zu meinen Plänen. Die Realität sah etwas anders aus. Ich möchte hier gar nicht ins Detail gehen: Man muss auch eigentlich nur wissen, dass die Gänse erst nicht rechtzeitig durch waren, mir aber letztendlich verbrannten, ich den Rotkohl versalzte und die Knödel als undefinierbare Pampe endeten. Es gibt natürlich Schlimmeres, aber meine Laune war trotzdem im Keller. Ich fühlte mich einfach nur total gestresst und musste mich die ganze Zeit um alle anderen kümmern, die irgendwie auch nicht so harmonisch und glücklich waren, wie ich mir das monatelang ausgemalt hatte. Zumindest die Kinder schienen glücklich, die mochten nämlich eh keine Gans. Und Tante Susanne, die entgegen jeder Empfehlung natürlich blinkendes Plastikzeug gekauft hatte, wirkte auch einigermaßen entspannt. 

Beine hoch, Sekt auf und genießen!

„Warum tue ich mir das eigentlich an?“, fragte ich mich damals. Die Antwort war einfach, sie lautete: „Keine Ahnung.“ Ich kam zu dem Schluss, dass das alles nicht sein muss. Wer braucht schon eine von mir selbst gebratene Gans? Kann Tante Susanne nicht auch Ostern zu uns kommen? Und kann man Weihnachtsfeiern notfalls auch absagen? Wegen all dieser Fragen wird sich das Desaster von vergangenem Jahr auch nicht wiederholen. Soll der Dezember doch mal andere nerven! Dieses Jahr läuft das anders. Adventskalender kann man kaufen, Tante Susanne macht eh, was sie will, und überzogene Ansprüche machen am Ende nur unlocker. Deswegen lege ich jetzt auch die Beine hoch, glühe schon mal mit einem Glas Sekt vor, lasse es mir gut gehen und freue mich auf die Weihnachtsgans – selbst gebraten vom Catering-Service. Hach, das Leben kann ja sooo entspannt sein!


Mehr zum Thema