Diese Speisen spalten die Menschheit!

Die einen sagen „Pfui Spinne“, die anderen finden es geil. Es gibt Speisen und Lebensmittel, die total polarisieren. Auf welcher Seite stehst du?

von Diana Huth

Da sitzt man nett im Restaurant, unterhält sich und plötzlich pult das Gegenüber einzelne Bestandteile aus seinem Essen. Pilze, Kapern, Tomaten, Zwiebeln – Lebensmittel-Abneigungen haben vielerlei Ausprägungen. Bei manchen fällt jedoch auf, dass sie die Menschheit in zwei Hälften splitten.

Austern

Die einen lieben den Meeresgeschmack, die anderen finden ihn abstoßend. Vor allem in Kombination mit der Konsistenz der Auster. Schlürfen ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache. Nicht zu vergessen, dass sie beim Verzehr noch leben sollten. Getötet werden sie von der Magensäure. 

Schnecken

Weinbergschnecken in Knoblauchsoße – kann es etwas Besseres geben? Für viele mit Sicherheit. Die Oberflächentextur der Schnecken und die zum Teil sehr zähe Konsistenz ist in jedem Fall ... ungewöhnlich. Richtig schlimm wird es erst, wenn man auf eine lebendige Schnecke im Feldsalat beißt. Schleim olé.

Froschschenkel

„Heute schmeckt das Hähnchen aber besonders lecker.“ Ja klar, ist ja auch Froschschenkel. Diese kleinen zarten Schenkelchen galten einst als französische Delikatesse. Heute sind sie günstig im All You Can Eat Buffet verschiedener Restaurants zu bekommen. Komisch sieht es vor allem dann aus, wenn sie noch am Froschkörper hängen. Na immerhin lässt sich der Frosch so leichter küssen... aber ob dann noch ein Prinz draus wird?!

Gänse- / Entenstopfleber und Pferdefleisch

Man nehme eine Gans oder Ente, füttere sie einige Monate lang zwangsweise. Dadurch bekommen die Tiere eine Fettleber. Tierschützer steigen und jetzt auf's Dach – in Deutschland bzw. der EU ist die Prozedur seit Jahren verboten – weil die Tiere große Schmerzen erleiden müssen. Klingt auch ziemlich ekelig. Wem das Fleisch mit 44 Prozent Fett bei dem Gedanken ans Stopfen noch schmeckt, der beschreibt das Produkt als „unvergleichlich zart“.
Nach dem Pferdefleischskandal 2013 scheiden sich auch hierüber die Geister. Manche verurteilen den Verzehr von Pferden, andere finden es ethisch kaum anders als Rind oder Schwein und „In China essen sie ja auch Hunde“ – schwierige Frage. 

Kümmel, Koriander und Ingwer

Kommen wir mal weg von den moralischen Themen und zurück zum Geschmack. Kümmel ist eins dieser Gewürze, das manche lieben und andere hassen. Es wird viel in orientalischen Speisen verwendet, die im Allgemeinen sehr Gewürz-lastig sind. Außerdem gibt es Kümmel-Brötchen, gern auch mit Mett, Zwiebeln und nochmal extra Kümmel. Für die einen der Himmel, für andere Hölle.
Kümmel kann man teils nur schwer aus dem Essen pulen, doch frischen Koriander sieht man oft als Rest auf dem Teller. Viele bestellen ihr Gericht direkt ohne Koriander. Er schmecke zu sehr nach Seife. Andere finden ihn erfrischend. Richtig herrlich wird es, wenn jemand keinen Ingwer mag bzw. ihn zu scharf findet. Letzteres kann sehr komplex werden, da hier die Empfindungsspanne extrem schwankt.

Eat your greens: Grünkohl, Matcha, Mangold, Rosenkohl und Weizengras

„Das schmeckt wie Gras“ heißt es oft bei grünem Gemüse und Superfoods. Bei Weizengras trifft es sogar zu. Matcha ist für manche modisch und mache vital. Nebenbei bemerkt, man muss eine ganze Menge Matcha trinken um einen merkbaren gesundheitlichen Nutzen zu erzielen. Bleiben wir mal beim heimischen Gemüse. An Rosenkohl haben viele Menschen Kindheitserinnerungen. Manche erfreuten sich schon früh daran und haben ihn immer gern verputzt, andere verabscheuen Rosenkohl, z.B. weil sie ihn als Kind schon nicht mochten, aber immer die Anzahl an Rösschen essen mussten, die ihrem Alter entsprach.

Was für den süßen Zahn

Alle lieben Süßigkeiten, oder? Vielleicht nicht alle und auf gar keinen Fall lieben alle die gleichen süßen Dinge. Marzipan ist etwas, das nicht bei jedem gut ankommt. Besonders polarisierend sind z.B. auch Jaffa Cakes mit ihrer Orangengelee-Masse, dem soften Boden und dem Schoko-Überzug oder Schoko-Bananen. Das Gute ist hier, dass irgendjemand eigentlich immer Lust auf das hat, was andere nicht mögen. Doch Vorsicht, es gibt besonders beliebte Leckereien und wer da das letzte Stück nimmt, wird schnell zum Hassobjekt der Runde. Wenn die Lust auf was Süßes allerdings unbändig wird, werden auch die sonst nicht so begehrten Sünden gegessen.

Und die Moral von der G'schicht

Mit vielen Lebensmitteln kann man bei seinen Mitmenschen gehörig ins Fettnäpfchen treten. Daher ist es gut, immer auch Nudeln mit Soße in Petto zu haben, wenn Gäste kommen. Achso, püriert, weil nicht jeder Tomatenstückchen mag. Und bitte Dinkel-Vollkornnudeln, für die Veganer. Am besten auch eine Tüte glutenfreie Pasta. Nur für den Fall...

ES WIRD GEGESSEN, WAS AUF DEN TISCH KOMMT. Fertig.

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