Hoch die Tassen! – Was wir von Luther, dem alten Genießer, lernen können!

von Miriam Kühnel

Dass Martin Luther unser aller Leben nachhaltig verändert hat, ein großer Denker war und vor 500 Jahren wichtige Weichen gestellt hat, das wissen wir. Was vielen nicht bewusst ist: Luther und seine Frau Katharina waren auch wunderbare Gastgeber, genossen gerne gutes Essen, edlen Wein, selbstgebrautes Bier und das Leben. Ein Grund mehr, heute einen wunderbaren Tag zu verbringen. Ganz im Sinne des Reformators selbst...

 "Denn ein Herz voll Freude sieht alles fröhlich an, ein Herz voll Trübsal alles trübe."

Da haben wir es: Auf die Einstellung kommt es an. Das wusste auch schon Luther. Wer heute also mit schlechter Laune aufgewacht ist, möge jetzt nochmal kurz unter die Decke kriechen, ein dickes Lächeln aufsetzen und das mit dem Aufstehen nochmal versuchen. Wer das Lächeln ganze 60 Sekunden in seinem miesepetrigen Gesicht festtackert, hat übrigens gar keine Chance mehr. Es ist nämlich fast unmöglich, zu lächeln, ohne Glückshormone auszuschütten. Spätestens nach einer Minute glaubt dein Kopf dir den Lächel-Bluff nämlich. Er denkt, dass du gute Laune hast, und plötzlich hast du sie tatsächlich. Einfach mal ausprobieren. Klappt wirklich. Und schon ist dein Herz voller Freude. 

"Und du tätest wohl, dass du mir den ganzen Keller meines Weins herüber schicktest, und eine Flasche deines Biers.“ 

Oh ja, Luther war ein Genießer! Er liebte gutes Essen, feinen Wein und das selbstgebraute Bier seiner Frau. Bei Tisch hielt er gerne Reden, die man heute teilweise noch nachlesen kann. Lange waren sie nicht, denn Luthers Credo für gute Redner war: „Tritt fest auf, mach ́s Maul auf, hör bald auf“. Mit anderen Worten: Sei selbstbewusst, sag, was gesagt werden muss und dann lass auch gut sein! Also ran an den Tisch und im besten Fall noch ein paar Freunde einladen, damit deine erste Tischrede auch Zuhörer findet. Im Mittelalter gab es auch immer große Tafeln. Und zusammen schmecken Braten, Bier und Wein nochmal so gut!

"Die Musik ist die beste Gottesgabe"

Hätte Luther Spotify gehabt, er hätte seine wahre Freude gehabt. Damals konnte man ja tatsächlich nur Musik hören, wenn sie live gespielt wurde. Zum Glück ist das heute anders. Wir können uns die besten Musiker dieser Welt per Knopfdruck ins eigene Wohnzimmer beamen und ihnen auch noch sagen, was sie wie oft spielen sollen. Lange nicht mehr drüber nachgedacht. Aber ist schon irgendwie krass. Also Boxen an und Bass bitte! Die beste Gottesgabe wollen wir heute nicht verpassen!

"Ein Geist, der mit verschiedenen Geschäften umgeht, kann sich nicht sammeln."

Das hier geht an Euch, Mädels: Multitasking-Talent hin oder her, Luther hat schon recht. Nutzt den Tag doch mal, um richtig abzuschalten. Luther würde glatt wahnsinnig werden, wenn er sehen würde, was wir heutzutage alles gleichzeitig jonglieren. Und vielleicht macht es uns ja manchmal auch wahnsinniger, als wir denken. Merken wir nur gar nicht, denn dazu müsste man sich ja erst mal sammeln... Aber dafür haben wir - Feiertag sei Dank - ja heute zum Glück Zeit.

"Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?"

"Anstrengungen machen gesund und stark."

In diesem Sinne: Einen schönen Reformationstag!

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