Salzen, bis der Arzt lobt – Das weiße Gold ist nun doch gesund

Hach, was haben wir uns zusammengerissen mit dem Salzstreuer all die Jahre: Und das nur, um jetzt zu lesen: Völliger Quatsch. Salz ist gesund!

von Marie Stadler

Die Ernährungswissenschaft ist meist ein ätzender Spielverderber. Fett soll man nicht, Zucker soll man nicht, Weizenbrot ist schrecklich, Salz unfassbar böse, Umami die Pest und Chips sowas wie die allumfassende kulinarische Hölle. Aber, Brokkoli, dieses fade Etwas, Brokkoli ist toll.Vielen Dank auch. Für gar nichts.

Salz ist doch gesund

Aber es gibt Hoffnung für die Beziehung zwischen Ernährungswissenschaftlern und dem Rest der Welt, denn sie haben sich geirrt (und sie geben es auch noch zu). Neueste Studien legen nah, dass Salz gar nicht so schlimm ist wie gedacht. Oder noch besser: Gewisse Mengen an Salz sind für das Herz angeblich sogar gesund. Zwar ist dieser Gesundheitsaspekt offenbar ziemlich unerheblich, aber jetzt wollen wir mal nicht kleinlich sein und nehmen lieber den kein bisschen unerheblicheren Placebo-Effekt mit.

Asiatinnen essen viel Salz

Ehe irgendein Spielverderber auf die Idee kommt, dass das mit dem gesunden Salz nur ne Pseudostudie ist, die übermorgen schon wieder revidiert wird: Wir haben Beweise, und zwar lebende. Um genau zu sein, verdammt lange lebende. Die  sehr viel Salz konsumierenden Japanerinnen erreichen nämlich durchschnittlich ein stattliches Lebensalter von 86,6 Jahren (wohingegen deutsche Frauen durchschnittlich nur 83 Jahre alt werden). Mit 11,7 Gramm pro Tag und Kopf liegt Japan in punkto Salzverbrauch weltweit hinter China auf Platz 2. Wir unterstellen da jetzt einfach mal einen Zusammenhang. Allzu schrecklich kann das weiße Gold jedenfalls definitiv nicht sein. Also her mit dem guten Zeug! Und immer rein damit! Es lebe die Ernährungswissenschaft!