Scharf, schärfer – FEUER: Welcher Schärfetyp bist du?

Die einen können nicht genug davon kriegen, die anderen bekommen schon bei kleinsten Nanopartikeln feuchte Augen: Chili spaltet die Nation. Wir haben fünf Schärfetypen lokalisiert.

von Diana Huth

"Welche Soße dazu", fragt der Mann am Dönerspieß. Scharf bitte – und mit Chiliflocken garniert. Was ist eigentlich aus dem guten alten Tzatziki geworden? Ganz klar, es ist zu langweilig. Wann begann eigentlich dieser der Hype um die schärfsten Versionen von diversen Speisen? Plötzlich durfte die Currywurst mit hohem Schärfegrad, diesem Scoville, erst frei ab 18. Es kam zu etlichen Wettbewerben und unzähligen langwierigen Sitzungen auf dem stillen Ort. Doch nicht jeder kann diesen Hype mitmachen, denn die Welt teilt sich in fünf Schärfetypen.

Der 'Fettverbrenner'

Scharfe Gerichte sollen die Fettverbrennung fördern. Das läge an den Hitzewellen, die der Verzehr scharfer Speisen hervorrufe. Wärmeproduktion verbraucht Energie und das müsse ja quasi bedeuten, dass auch die Fettverbrennung in Gang gesetzt werde. Ist übrigens umstritten, wie so viele Gesundheitstipps. Schärfeschmerzen für nichts, na besten Dank. Belegt ist hingegen, dass durch Schärfe, also dem in Chili enthaltenen Pflanzenstoff Capsaicin, die Verdauung gefördert wird. Dazu gibt es übrigens genügend Alltagsbeispiele. Müssen wir weiter ins Detail gehen?

Das Schärfe-Großmaul

Dieser Typ ist besonders nervig. Große Klappe, nichts dahinter. „Bei meinem Asiaten bestelle ich immer extra scharf“, erzählt er großkotzig. Dann kommt der gemischte Salat mit eingelegter Peperoni und schon gerät das Großmaul ins Schwitzen. „Puh, das ist aber ganz schön sauer“, lautet dann plötzlich die Entschuldigung, warum hektisch gepustet wird. Ja klar, eingelegte Peperoni schmecken manchmal etwas sauer. Scharf sind sie aber eher nicht. Da hilft dann nur eins: leicht betroffenen Blick aufsetzen, stumm nicken und schnell weiter essen.

Die Schärfe-Mimimis

„Das ist zu scharf, das kann ich nicht essen!“ – lunchen mit Schärfe-Weicheiern ist kein Spaß. Macht mit diesem Archetyp bloß einen großen Bogen um asiatische Restaurants! Es wird nicht helfen, wenn man den Kellner darauf hinweist, das Essen bitte keinesfalls zu schärfen, denn jedes Pfefferkorn ist schon zu viel des Guten. „Da ist Ingwer dran? Vergiss es!“ Wenn solche Menschen zum Essen kommen, kann man nur eins machen: Nudeln mit Tomatensauce – das Nudelwasser am besten ohne Salz und die Tomatensauce auf keinen Fall würzen, auch nicht mit Kräutern, denn wer weiß, was sie da wieder finden.

Der Überschätzer

Sie lieben scharfes Essen, zumindest sagen sie das. Die Überschätzer brauchen dringend einen Sparringspartner, damit sie nicht kopflos die höchste Schärfestufe der Currywurst bestellen. Wohin das führen kann, hat unter anderem Schlagerstar Stefan Mross eindrucksvoll mit einem Schwächeanfall während seiner Livesendung bewiesen. Wenn es nicht gerade ein Schwächeanfall oder Schlimmeres ist, kann der Überschätzer sehr erheiternd sein. Meistens möchte er nämlich nicht preisgeben, dass er sich überschätzt hat. Diese Momente, in denen er zwanghaft versucht entspannt und lässig zu wirken, während er gleichzeitig einen hochroten Kopf bekommt und die ersten Tränen laufen – herrlich befriedigend.

Der Immune

Es gibt sie wirklich, diese Menschen, denen nichts scharf genug sein kann. Chili ist ihr Nutella. Erst wird nachgewürzt, dann gegessen. Von Paste über Schoten bis hin zu Saucen – Chili gibt es in ihrem Haushalt in jeder Form. Habaneros essen sie wie andere ihren Espresso am Morgen trinken. Für Normalsterbliche kann dieses gestörte Schärfeempfinden ganz schon heftig werden: Schmeckst du noch oder brennt es schon? Gemeinsames Essen lieber meiden.