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Souping ist das neue Juicing: Jetzt schlürft jeder Suppe


Omas gute, alte Suppe ist jetzt Trend. Was sich früher „Suppe schlürfen“ schimpfte, nennt sich heute – Hipster sei Dank – „Souping“.
von Kirsten Mannshardt

Meine Haltung zu Suppen ist zweckmäßig. Sie kommen bei mir auf den Tisch, wenn ich krank bin oder im Winter, wenn mir kalt ist. Ansonsten würde ich nicht auf die Idee kommen zu sagen „Ach Mensch, heute koch‘ ich mir mal ein Süppchen.“ Suppen eröffnen für mich üppige Menüs mit vielen verschiedenen Gängen in Restaurants. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, weshalb ich mich, nachdem ich eine Suppe gegessen habe, immer frage: „Und was essen wir jetzt?“

Suppen sind die neuen Mahlzeiten

Umso mehr erstaunte es mich, dass Suppen jetzt offenbar die neuen Mahlzeiten und sogar die funkelnden Sterne am Food-Himmel sind. Echt jetzt?! Suppen? Zugegebenermaßen sind sie besser als diese ganzen überteuerten und voller Zucker steckenden Säfte und Smoothies, die sich derzeit alle - in dem Irrglauben ihrem Köper etwas Gutes zu tun - reinpfeifen.

Souping ist also das neue Juicing. Und genau wie die Saftkur ist auch dieser Food-Trend aus den USA zu uns rüber geschwappt. Wer hätte es gedacht! Gwyneth, Jennifer & Co. schwören auf die neue Detox-Methode. Ob ich mich mit der Behauptung, dass sie dem ständigen Saft saufen überdrüssig geworden sind, wohl zu weit aus dem Fenster lehnen würde?

Souping: Was steckt dahinter?

Der Name ist Programm: Beim Souping dreht sich alles um die Suppe! Morgens, mittags und abends. Im Klartext heißt das, dass alle Mahlzeiten durch eine Suppe ersetzt werden. Dadurch soll der Körper entschlackt werden. Es ist also, wie auch das Juicing, eine Entgiftungskur bei der – suprise, suprise – als netter Nebeneffekt die Pfunde purzeln. Toll und vor allem so wahnsinnig, äh, innovativ. In die Suppe darf rein, was schmeckt und gesund ist, also alle Gemüse- und Obstsorten sowie verschiedene Gewürze, Hülsenfrüchte und Nüsse. Wie sagt man so schön: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer „soupt“ nimmt ohne Ende Vitamine, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Antioxidantien auf und schließt ungesunde Fette und Zucker weitestgehend aus. Das freut die Verdauung, die dadurch auf Hochtouren läuft.

Was bringt das Suppe schlürfen?

Im Laufe des Tages essen und snacken wir eine ganze Menge. Darunter sind natürlich nicht immer nur löbliche Sachen, sondern oft ganz schön viel Mist. Besagter Mist wird freundlicherweise von unserer Leber umgewandelt und über die Galle und den Harn wieder ausgeschieden. Das funktioniert aber nur richtig gut, wenn die Organe alle voll funktionstüchtig sind. Um sie zwischendurch etwas zu entlasten und Giftstoffe und Säuren zu binden, gibt es Entschlackungskuren. Wer allerdings nach wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit solcher Diät-Kuren sucht, wird keine finden. Bislang gibt es nämlich keine Studien, die bestätigen, dass Saft- oder Suppen-Kuren dem Körper etwas bringen. 

Und was ist besser: Juicing oder Souping?

Wenn schon Detox, dann lieber mit Suppen als Säften. Nicht nur, weil dann wenigstens ab und zu etwas Warmes in den Bauch kommt, sondern auch, weil die Ballaststoffe besser erhalten bleiben und so länger satt machen. Wer schon einmal eine Saftkur gemacht hat, wird wissen, wie quälend dieses ständige Hungergefühl sein kann. Weil beim Souping auch Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte erlaubt sind, bekommt der Körper deutlich mehr gute Fette und Proteine geliefert, die wiederum dafür sorgen, dass die Vitamine besser aufgenommen werden können.  Souping ist also die gesünder Alternative zum Juicing.  Aha, gut zu wissen. Also nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass uns eines Tages die Lust packt, wie nach dem Ziehen der Weisheitszähne, auf Suppe als Hauptnahrungsmittel umzusteigen.  


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