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Umami - das Koks der Küche

Umami - das Koks der Küche
© Getty Images
Umami, was zum Teufel soll das sein? Um genau zu sein, ist es vor allem eines: Leider geil.
von Christine Rickhoff

Eigentlich sollte man das mit dem Umami direkt beim ersten Date klären. Bist du tierlieb?  Vorbestraft? AfD-Wähler? Umami pro oder contra? Ja, ernsthaft, das ist verdammt wichtig! Denn kaum ein Thema birgt so viel Konfliktpotential in deutschen Küchen (und Ehen) wie Umami - obwohl keiner so recht weiß, was das überhaupt ist. 

Also was zur Hölle ist Umami?

Um es kurz zu machen: Umami ist Teufelszeug. Als fünfte Geschmacksrichtung neben süß, sauer, bitter und salzig ist es letzten Endes nichts anderes als der Geschmack von Glutamat. Das ist nicht unbedingt was Schlechtes, auch wenn sich bei Maggi-Gegnern und Tütchen-Hassern jetzt schon die Ohren anlegen. Umami steckt in vielen verschiedenen Lebensmitteln wie Fleisch, Tomaten und Parmesan. Es ist dieses Mhhh-Lecker-Ding in herzhaften Speisen, das sogar in der Muttermilch zu finden ist. Kein Scherz! 

Alle schönen Dinge haben einen Haken

Das Problem ist, dass Umami süchtig macht. Hat man es einmal übertrieben, kommt man so ohne Weiteres nicht raus aus der Umami-Falle. Plötzlich schmeckt der Italiener an der Ecke fade - also nicht der Italiener, aber seine Pizza. Denn wenn man sich einmal an die hohe Konzentration des Umami-Geschmacks vieler Fertigprodukte gewöhnt, droht Abstumpfung. Dann reicht nicht mal mehr die Konzentration sonnengereifter frisch gepflückter Super-Tomaten, um den Umami-verwöhnten Gaumen zufrieden zu stellen. Für Menschen, die solche Glutamat-Bomben nicht gewöhnt sind, ist eine hohe Konzentration hingegen kaum zu ertragen. Man stelle sich also vor, ein Umami-Suchti trifft auf eine Glutamat-Jungfrau. Ernsthaft, das sollte man wirklich klären, bevor man sich beim ersten Kochdate plötzlich im Umami-Krieg befindet oder direkt mal kotzen muss. Wobei Letzteres die Sache dann ja auch irgendwie von selbst regeln würde...


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