VG-Wort Pixel

Wie bitte? Der teuerste Kaffee der Welt kommt aus dem Darm einer Katze!

Wie bitte? Der teuerste Kaffee der Welt kommt aus dem Darm einer Katze!
© Getty Images
Über 200 Euro pro Kilo kostet der teuerste Kaffee der Welt. Fun Fact Nr.1: Um so teuer zu werden, muss er aber zunächst durch den Magendarmtrakt einer indonesischen Schleichkatze. Grusel Fun Fact Nr. 2: Wann traf das Sprichwort "aus Sch***e Gold machen" je besser zu?
von Paula Becker

Gourmets kommen auf ihrer Suche nach Einzigartigkeit schon manchmal auf seltsame Ideen. So entdeckten sie vor einiger Zeit den sogenannten "Katzenkaffee" für sich. "Erdig, moderig, sirupartig, mild und reich an Dschungel- und Schokoladeuntertönen", soll dieser schmecken. Wie schmeckt denn bitte Dschungel? Egal.

Viel interessanter ist die Entstehungsgeschichte dieses Kaffees. Er wird produziert während wieselähnliche Fleckenmusange, auf Balinesisch "Luwaks", sich auf nächtlichen Streifzügen über tropischen Kaffeeplantagen das kuschlige Bäuchlein mit reifen und prallen Kaffeekirschen voll hauen.

Leider kann der Luwak nur die rote Schale und das Fruchtfleisch verdauen. Das Ausgeschiedene landet kurze Zeit später in körnigen Haufen auf dem Plantagenboden. Tadaa – da ist das Bohnenprodukt.

Irgendwann machte ein genervter Plantagenbesitzer das Beste aus diesem für ihn großen Problem: Er mahl sich seinen Kopi – indonesisch für Kaffee – aus den so genannten Luwakbohnen. Kurz gesagt: den Exkrementen. Dieser schmeckte überraschend gut und so begannen viele Einheimische kleine Mengen Kopi Luwak für besondere Anlässe herzustellen.

Das Happy End: Inzwischen können sie mit den mühsam gesammelten Bohnen richtig wohlhabend werden. Ein Kilogramm der ungerösteten Bohnen kostet direkt bei den Erzeugern, noch unter 50 Euro. In Europa kommt der Rohkaffee dann für um die hundert Euro in den Großhandel. Die gerösteten Bohnen werden dann für über zweihundert Euro im Einzelhandel angeboten. Puh, keine schlechte Gewinnspanne.

Und ist das auch ein Happy End für die Tiere, die früher von den Plantagen mittels Schrot gejagt wurden? Jein. Die Aussicht auf den schnöden Mammon brachte die Einheimischen dazu die Luwaks zu fangen und mit Kaffeekirschen zu überfüttern. Derartig einseitige Ernährung tut den Dchungel-Wieseln aber gar nicht gut. Mittlerweile gibt es jedoch auch schon einige Kaffeebauern, die sich einer ökologischen und tierschutzgerechten Produktion von Kopi Luwak angenommen haben. Und wie bei allen anderen artgerecht hergestellten Lebensmittel, schmeckt man das dann auch im Endprodukt. Und das ist doch der eigentliche Luxus.


Mehr zum Thema


MEHR ZUM THEMA