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Wie scharf ist scharf? Schärfe-Geschichten ohne Happy End

Wie scharf ist scharf? Schärfe-Geschichten ohne Happy End
© Getty Images
Wie scharf etwas schmeckt ist meistens Auslegungssache. Toleranzgrenzen variieren etwa so stark wie die aktuelle Wetterlage. Während empfindliche Menschen meist die Finger von jeglicher Gewürzmischung lassen, gibt es experimentierfreudige Kandidaten, die sich jeder Schärfe-Challenge stellen. Häufig überschätzen sie sich.
von Diana Huth

 

Schärfe hat viele Ausprägungen und Variationen: Es gibt ganz unterschiedliche Schärfetypen und nicht nur Chilischoten können ordentlich Pfiff haben, wie die folgenden fünf Erfahrungen zeigen:

 

Mein Mann muss scharf sein. Männer, die kein scharfes Essen ab können sind für mich Weicheier. So. Jetzt bin ich das endlich mal los geworden. Ich weiß das ist nicht richtig, aber ich komme da einfach nicht gegen an. Gehe ich mit einem Typen Essen und er sagt bei der Bestellung „aber bitte nicht scharf“ und kriegt dann beim ersten Pfefferkorn Pippi in die Augen, möchte ich ihn nicht mehr nackt sehen. Sorry. Wenn der schon bei so ein bisschen Chili einknickt – wie will der dann das Leben mit mir aushalten? 
Bärbel, 35

 

Wenn der Cocktail zu scharf ist. Neulich hatte ich eine Freundin zu Besuch. Wir wollten auf meinem Balkon etwas trinken. Ich machte uns zwei Moscow Mule. „Bah, das ist ja ganz scharf – ist das Thomas Henry?“ schrie sie beim ersten Schluck. Ich war ganz irritiert. Klar, Ginger Beer hat eine gewisse Schärfe, aber ich dachte, das sei klar, wenn man von Moscow Mule spricht. Fürwahr, Thomas Henry ist vielleicht etwas schärfer als andere Ingwerbiere, aber ich mag die Ingwerschärfe und hatte einfach nicht damit gerechnet, dass jemand deshalb einen Longdrink ausschlägt. Naja, blieb mehr für mich.
Antje, 42

 

Ein Griff ins Klo. Ich erinnere noch genau, als mein Bruder in sein Eigenheim mit Garten zog. Seine erste kleine Pflanze sollte ein Chili-Topf werden, weil er seinen eigenen Vorrat züchten wollte. Er stand damals noch auf scharfe Speisen. Die Einweihungsfeier war schon etwas fortgeschritten und der Alkoholpegel ebenso. Und wenn Männer eben 'Männer' sein wollen, dann veranstalten sie kindische Aktionen Mutproben. Dieses Mal sollte eine frische Chilischote im Ganzen gegessen werden. Frei nach dem Motto „Nicht lang schnacken, Kopp in Nacken“ schob mein Bruder sich also eine der Schoten in den Mund und kaute ein wenig. Sein Blick soweit cool, alles ganz harmlos. Denkste! Es war die Ruhe vor dem Sturm. Gut eine Stunde später verschwand er blitzartig auf die Toilette und war den Abend nicht mehr gesehen. Er habe noch nie so viel Flüssigkeit gelassen. Auf Scharfes verzichtet er seitdem.
Susanne, 41

 

Der Tag, an dem mein Mann das erste Mal weinte. Mein Mann lebt nach dem Motto „Indianer kennt keinen Schmerz“ – intensive Gefühle sieht man bei ihm selten. Weinen hatte ich ihn noch nie gesehen. Doch dann kam der Tag, an dem er frischen Rettich reiben sollte. Da flossen ganze Wasserfälle aus seinen Augen. Wenn er mir zu hart ist, lasse ich ihn jetzt immer ein Gericht mit frischem Rettich kochen.
Karla, 50

 

Wenn Chili alles andere als scharf macht. Dass man sich nicht ins Auge fassen sollte, wenn man Chili geschnitten hat, ist allgemein bekannt. Manchmal ist es so scharf, dass auch die Nase kribbelt, wenn man sie anfasst. Ein guter Test ist die Zunge mit ihren ganzen Rezeptoren. Empfindsame Stellen reagieren logischerweise extrem auf Chili-Schärfe. Wie soll ich sagen, wer Angst davor hat, dass Chili-Schärfe im Auge landet, kann an dieser Stelle über die Auswirkungen im Intimbereich nachdenken. Eine ordentliche Schärfe macht alles andere als scharf, vor allem wenn sie einen unerwartet trifft...
Sophie, 33

 

 


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