"Einen Schnupfen kann man mit sich selbst ausmachen!"

Leute was soll ich sagen: Krank sein ist einfach kein Thema für mich. Dementsprechend habe ich bei hüsteln und triefender Nase auch wenig Mitleid. "Der arme Ehemann!", denkt ihr euch? Stimmt.

von Barbara Schöneberger

Es gibt nur wenige Dinge, die mich zickig machen. Dazu gehört definitiv, wenn Leute mich fragen, ob ich krank sei, weil ich müde aussehe, eine belegte Stimme habe oder niesen musste. Ich reagiere darauf so unangemessen abweisend und beleidigt, dass das Gegenüber meist verdattert das Thema wechselt. Ich bin nicht krank! Ich habe Glück und eine Konstitution wie ein Pferd – und ich möchte gefälligst auch als solches wahrgenommen werden.

Rippen breche ich mir nur beim Niesen

So wenig feinfühlig bin ich leider auch im Umgang mit meinem Umfeld. Einer meiner Freunde sagte mal, es sei der Himmel, mit mir befreundet zu sein – solange man nicht krank ist. Wenn sich Leute über Sommergrippe oder den grassierenden Magen-Darm-Virus unterhalten, stelle ich mich augenblicklich ein Grüppchen weiter. So eine Zeitverschwendung! Für mich gilt: Noch schlimmer als stundenlanges Business-Gequatsche sind Gespräche, wo jeder mal sagen darf, wann er das letzte Mal Magengrummeln hatte. Ich verstehe, wie demoralisierend es sein kann, ständig krank zu sein. Aber einen Schnupfen kann man meiner Meinung nach mit sich selbst ausmachen. Ohne alle darüber zu informieren, dass die Nase schon ganz wund ist vom Naseputzen oder der Kopf wehtut beim Niesen. Apropos Niesen: Fast hätte ich letztens meine Rippen gebrochen, als ich niesen musste. Weil meine Korsage so eng war. Aber Pferderippen brechen nicht so schnell.