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Freunde für immer? 5 Dinge, die in Freundschaften normal sind, aber immer für Drama sorgen

Freundschaft
© Maskot / Getty Images
Liebesbeziehungen kommen und gehen, Freunde bleiben für immer. Haben wir uns schließlich schon in den Poesiebüchern, die wir in der dritten Klasse herumgereicht haben, geschworen. Daran, dass auch Freundschaften Beziehungen sind, hat irgendwie niemand gedacht.
Linda Berger

Über Beziehungen wird viel gesprochen. Wie wir sie pflegen, wie wir miteinander sprechen, wie es mit Nähe und Distanz aussieht, was wir bei Konflikten tun können, ohne uns gegenseitig an die Gurgel zu gehen, wie wir sie stärken oder eben beenden. Von Freundschaften hingegen erwarten wir, dass sie einfach laufen. Dabei ist diese Art von Beziehung viel beständiger als es romantische sind, weniger konfliktgeladen (meistens) und mit weniger Erwartungen belastet (auch meistens), was eine Person alles erfüllen soll. Aber auch wenn in Freundschaften kein Exklusivitätsanspruch wie in partnerschaftlichen Beziehungen herrscht, Stolpersteine wie Eifersucht, Neid und Verletzungen gibt es hier genauso, nur reden wir da nicht so drüber. Für uns ein Grund mal genau hinzusehen, was in Freundschaften eigentlich total normal ist, aber worüber niemand spricht. 

1. An Freundschaften muss man arbeiten.

Leider wahr: Auch hier gibt es gute und schlechte Zeiten, Missverständnisse und sicher auch mal Streit. Es ist nicht immer alles rosig, sonnig easy going. Auch eine Freundschaft braucht Pflege, Aufmerksamkeit, offene Ohren, Verständnis und Rücksicht. 

2. Freud und Neid

Deine Freundin zieht mit ihrem frisch angetrauten Ehemann ins Einfamilienhaus am Stadtrand, ist erfolgreich im Job, fehlen nur noch Hund, Kind und Kegel. Und du? Du lebst immer noch in deiner Studentenbude, in Sachen Liebe läuft es auch eher holprig. Eigentlich hattet ihr mal den gleichen Traum, jetzt fühlst du dich irgendwie zurückgelassen, aber natürlich freust du dich auch für sie. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung, bloß, weil du auch gern das hättest, was sie hat, heißt es noch lange nicht, dass du es ihr dennoch von Herzen gönnst und dich für sie freust. 

3. Konflikte und Enttäuschungen

Die gehören dazu. Wie wir damit umgehen, ist die Frage. Selbstreflexion und Austausch sind hier die Schlüssel. Und manchmal auch ein paar Tage Funkstille oder eine gemeinsame Flasche Wein. 

4. Verbundenheit

Ist nicht immer gleich stark. Es ist total normal, dass es Phasen gibt, in denen wir uns einander näher fühlen und solche, in denen wir uns voneinander entfernen. 

5. Schlussmachen

Auch Freundschaften zu beenden gehört dazu. Manchmal entwickeln wir uns einfach auseinander und passen nicht mehr zueinander. 

Freundschaft lieben wir

Gute, gesunde Freundschaften passieren uns nicht einfach. Wir bauen sie, entwickeln sie weiter, wachsen aneinander und verzeihen Fehler. Im Grunde ist wie mit Liebesbeziehungen, nur dass wir bei Freundschaften irgendwie denken, sie wären nicht mit Anstrengungen verbunden. Komischerweise bilden romantische Liebesbeziehungen nach wie vor das Zentrum unseres Daseins. Dabei sind Freundschaften in der Regel so viel stabiler. Geht es dabei um Nähe? Körperlichkeit? Das Gefühl der Liebe? Oder einfach die Vorstellungen, wie wir nun mal zu leben haben, an die wir so gewöhnt sind, dass wir uns ohne romantische Beziehung unvollständig fühlen? Was wir in jeden Fall aber einmal tun sollten: unsere Freundschaften wertschätzen und und nicht für selbstverständlich nehmen, denn das sind sie keineswegs. 

Barbara

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