Zur Hölle mit der Ungeduld: 5 Tipps für ein geduldigeres Ich 

Alles von jetzt auf gleich, bloß nicht warten müssen und wehe es läuft etwas schief. Genervt von ihrem ungeduldigen Ich hat unsere Autorin der Geduld ihre Aufmerksamkeit geschenkt.

von Kirsten Mannshardt

Ich habe ein Problem. Es nennt sich Ungeduld und raubt mir manchmal den letzten Nerv. Je älter ich werde, desto schlimmer scheint es zu werden. Einfache Alltagssituationen, wie die Schlange an der Supermarktkasse, werden zur echten Herausforderung. „Mann, geht das da vorne nicht schneller“, schallt es laut in meinem Kopf.

Was meinen Puls auch beschleunigt: Langsame, orientierungslose Menschen im morgendlichen Berufsverkehr. Die bringen mich total auf die Palme. Krank sein ist auch so ein Thema. Es macht mich kribbelig dazuliegen, während das Leben draußen pulsiert und ich nicht Teil haben kann. Früher war das anders, da war ich viel gelassener und konnte Fünf auch mal gerade sein lassen. Habe ich das Warten etwa verlernt?

Früher war mehr Geduld

Mich hat diese Frage wirklich beschäftigt. Ich wollte wissen, warum ich Leerläufe im Alltag nur noch schlecht ertragen kann und sie meistens mit einem hektischen Klicken, Tippen oder Swipen auf dem Smartphone kompensieren muss. Bei genauerer Betrachtung wurde mir ziemlich schnell klar, dass die Antwort auf der Hand liegt. Geduld ist in unserer immer schneller werdenden Welt zu einem Fremdwort geworden. Auf unsere Lieblingsserie müssen wir nicht mehr warten, sondern schauen sie in einem Marathon an einem Wochenende.

Urlaube planen wir nicht mehr langfristig am Jahresanfang, sondern buchen spontan per Klick. Wenn der Bus mal nicht kommt, springen wir eben einfach ins nächste Carsharing-Auto. So einfach ist das! Geduld ist nichts, dem wir uns noch zwangsläufig aussetzen müssen.

Früher wurde uns Geduld abverlangt, weil die Gegebenheiten es nicht anders zuließen. Heute sind wir verwöhnt von einer Welt in der immer alles sofort verfügbar ist, weshalb wir in alltäglichen Situationen, in denen wir zum Warten verdonnert sind, schnell ungeduldig werden. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass ich Stress empfinde, wenn ich warten muss. Empfindungen wie Hilflosigkeit und Ohnmacht sind in solchen Momenten da.

Geduld ist lernbar: 5 Tipps für mehr Gelassenheit

Ich könnte nun in der Situation verharren und weiter mit meiner Ungeduld leben. Da ich aber ein Mensch bin, der Dinge gerne angeht, wenn sie stören, habe ich mir vorgenommen mich in Geduld zu üben. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Geduldige Menschen sind meiner Meinung nach klar im Vorteil. Sie bleiben am Ball und verlieren ihr Ziel nicht aus den Augen – auch, wenn es in noch so weiter Ferne liegt. Außerdem sind sie in einer besseren körperlichen und seelischen Verfassung, weil sie sich nicht ständig selber stressen und im Alltag dadurch weniger gereizt sind. Schließlich bleiben sie einfach entspannt, wenn’s mal wieder länger dauert. Mir haben fünf Tipps dabei geholfen mich in Geduld zu üben.

1. Zeitdruck adé

Ich habe beobachtet, dass ich immer dann besonders hibbelig wurde, wenn ich unter Zeitdruck geraten bin. Solche Situationen versuche ich mehr und mehr zu vermeiden. Kommt es doch einmal vor, atme ich tief und bewusst durch. Das funktioniert – zumindest für mich – ziemlich gut.

2. Folgen bedenken

Ungeduld kann Folgen haben. Das habe ich des Öfteren am eigenen Leib erfahren dürfen, denn Fehler sind ohne Geduld oft vorprogrammiert und auch Konflikte mit anderen Menschen können viel leichter entstehen. Deshalb ist es sinnvoll vorher darüber nachzudenken, was ein ungeduldiges Verhalten im Zweifel zur Folge haben kann. 

3. Einfach mal umdenken

„Oh Gott, die Welt geht unter, während ich warten muss!“ Eben nicht. Was soll schon währenddessen passieren? Genau, wahrscheinlich nichts Weltbewegendes. Anstatt sich wilde Szenarien auszumalen, lieber zum Buch greifen und ein paar Seiten lesen. Wetten, dass die Zeit wie im Flug vergehen wird?!

4. Ziele im Blick behalten

Das Projekt „Bikini Figur 2019“ lässt sich nicht von heute auf morgen realisieren. Bis die Plätzchen auf den Hüften nicht mehr sichtbar sein, können drei Monate ins Land streichen. Da heißt es geduldig und vor allem kontinuierlich fleißig sein. Wer zu früh die Flinte ins Korn wirft, verpasst das Ergebnis für das es sich lohnt etwas Geduld an den Tag zu legen.

5. Es liegt nicht in meiner Hand

Es gibt gewissen Dinge, die nicht alleine in meiner Hand liegen. Ich kann nur mein Bestes dafür tun und geben. Auf die Grenzen, die mir von außen auferlegt sind, habe ich wenig bis keinen Einfluss. Ich könnte mich auf den Kopf stellen und trotzdem würde sich nichts ändern. Das nehme ich mittlerweile mit einem guten Gewissen hin, das ich haben kann, weil ich alles mir mögliche für die jeweilige Sache getan habe.  


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