Alterungsprozess: Barbara Schöneberger mit der unverschönten Wahrheit

Barbara über das Thema "älter werden", um das keiner herum kommt. Auch nicht mit Geld. 

von Barbara Schönebeger

Mein Visagist betrachtete mich vor ein paar Jahren, während ich mich in meine Spanx-Hosen reinkeuchte, und fragte: "Wann, würdest du sagen, hat dein Körper angefangen, sich zu verändern?" Eigentlich wollte ich heulen, musste dann doch lachen, weil man ja von sich selbst ein Bild hat, das irgendwann kurz nach dem Abitur aufgenommen wurde – und diese innere Abneigung, es mit der Realität abzugleichen. Obwohl man die Veränderung – oder sagen wir ruhig Verschlechterung – deutlich sieht.

Das neue Aussehen in Ruhe akzeptieren

Ich finde, es geht in Stufen bergab. Lange bleibt man auf einem bestimmten Level konserviert. Und plötzlich altert man abrupt, und dieser Status hält dann wieder ein paar Jahre. Als wolle der Körper einem die Chance geben, das neue Aussehen in Ruhe zu akzeptieren. Und wenn man gerade Frieden mit dem neuen Look geschlossen hat, geht’s weiter bergab. Lustigerweise korreliert bei mir das Aussehen meiner Oberschenkel nicht mit meinem Wohlgefühl. Ich fühle mich heute in meinem Körper wohler als mit 20. Neu sind Gedanken wie: "Hoffentlich wird das Licht im Restaurant gleich ein bisschen dunkler" oder "Soll ich die Jeans über den Badeanzug ziehen, wenn ich von der Liege zum Kiosk laufe?". Tröstlich finde ich, dass aus dem Thema "älter werden" keiner rauskommt. Nicht mit Geld oder irgendwie anders. Man kann sich operieren lassen, sieht danach aber doch nie jünger aus, nur anders.


BARBARA November 2019

Wer hier schreibt:

Barbara Schöneberger
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