Barbara über Mülltrennung: Ranga, bitte kommen!

Barbara spricht Klartext: Beim Thema Plastik sammeln wird sie zum Wertstoff- und Recycling-Tyrannin, gerät an ihre Grenzen und sehnt sich nach Unterstützung von Ranga Yogeshwar. 

Etwa vor einem Jahr habe ich angefangen, mich intensiv mit dem Thema Mülltrennung auseinanderzusetzen. Ich dachte, in dieser Angelegenheit könne man als Verbraucher leicht etwas dazu beitragen, die Welt zu retten. So wurde ich nicht nur zu Hause zum Wertstoff-und Recycling-Tyrann. Jeder Verkäuferin schrie ich schon von Weitem zu: "Bitte keine Tüte!"

Einmal begann eine Dame, meine Sachen in eine Plastiktüte zu packen. Ich schrie: "Auf keinen Fall Plastik!" Sie nahm die Sachen wieder heraus und warf die Tüte in den Müll. Wieder bellte ich über den Tresen: "Doch nicht in den Mülleimer!" Ich zwang die arme Frau, die Plastiktüte wieder aus dem Müll zu zerren und zu den sauberen zu legen. Auch wenn ich sie stark verstört zurückließ: Ich hatte ein gutes Gefühl, die Erderwärmung und die Verschmutzung der Meere ein Stück weit gestoppt zu haben.

Wo ist Ranga Yogeshwar, wenn man ihn braucht?

Zu Hause sammle ich Plastik über mehrere Wochen in großen Mülltüten. Letztens fand ich die Tüten nicht. Unser Mitbewohner hatte sie auf der Nachbarbaustelle in einen Container mit Bauschutt geworfen. An diesem Abend erlitt ich (fast) einen Nervenzusammenbruch. Er versicherte mir, dass meine permanenten Fahrten zu Wertstoffhöfen so viel Benzin verbrauchen würden, dass es mit Sicherheit schlauer wäre, alles Plastik in den ganz normalen Hausmüll zu werfen. Hilfe! Was soll ich tun? Wo ist Ranga Yogeshwar, wenn man ihn braucht?


BARBARA Oktober 2019

Wer hier schreibt:

Barbara Schöneberger
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