BDSM: Fetisch-Paartherapie soll Ehe retten

Fesselspiele wenn es nicht mehr läuft? Eine Sexualtherapeutin erzählt, warum ein Fetisch die Ehe retten kann.

von Linda Berger

Sexflaute im Bett, unerfüllte, geheime Bedürfnisse, Kommunikation Fehlanzeige, Emotionen unter Verschluss. So richtig Ausrasten, den Frust von der Seele schreien, alles rauslassen? Macht doch keiner. Stattdessen lieber einfach runterschlucken und weiter dreht sich das ewig-gleiche Beziehungsrad. Oder man lässt es eben mal darauf ankommen und geht den ungewöhnlichen Weg: den harten Weg – zur Paartherapie bei einer Domina.

Ehe retten mit Domina

Die Amerikanerin Lia Holmgren ist so eine Domina. Doch statt hart zur Sache, geht es bei ihr eher kuschelig zu. Holmgren bezeichnet sich als Intimitäts- und Beziehungscoach, wie sie in einem Interview mit der New York Post erzählt. Ihr Ansatz: BDSM - also „Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism“ – kann Ehen retten. Ein kleiner Fetisch hat schließlich noch keinem geschadet. Doof nur, wenn nur einer der Partner Bock auf BDSM hat. Doch genau hier kommt Holmgren ins Spiel. 

Tabus brechen für besseren Sex...

...darin sieht Lia Holmgren ihre Aufgabe: Paare anzuleiten, ihre Fantasien mitzuteilen. Dann kann es auch im Bett wieder hoch hergehen. Grundsätzlich ist es schließlich immer gut, wenn der andere weiß, welche Knöpfe er drücken muss, statt sich in wildem Gefummel zu verlieren. Holmgren unterstützt daher Paare in ihrem Büro in Manhatten dabei, überhaupt erst einmal in den Austausch über Fetische zu kommen. Was macht an? Wer steht auf was? Gibt es Gemeinsamkeiten und was geht überhaupt nicht?

BDSM: Erst die Theorie, dann die Praxis

Man muss ja auch nicht gleich in die Vollen gehen und jeden Fetisch tatsächlich auch ausprobieren. Klappt auch oft nicht so gut, wenn nur einer unbedingt will. Holmgren empfiehlt deshalb lieber erstmal ein paar Bücher und Pornos, um einen Eindruck zu bekommen, was möglicherweise beiden gefallen könnte. Schließlich will die Intimcoach das Sexleben der Paare verbessern und sie nicht noch weiter auseinander treiben. Sexy Szenarien und klassischer Dirty-Talk seien daher bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung. Langsam zum Fetisch vortasten, heißt die Devise. 

Kommunikation ist alles

Es geht dabei nicht nur um den Austausch von Vorlieben, Bedürfnissen und Wünschen. Kommunikation – vor allem über Intimitäten – schafft Vertrauen. Und so kann man auch nach und nach den ein oder anderen Fetisch im heimischen Schlafzimmer etablieren, ohne sich von Schamgefühlen einschüchtern zu lassen. 

Übrigens: Holmgren bietet nicht nur Beratungsgespräche an. Wer das nötige Kleingeld besitzt, kann sich von der Ex-Domina persönlich das Schlafzimmer umgestalten lassen. Kostenpunkt: Ca. 22.000 Euro. Außerdem begleitet sie auch Paare in “ziemlich teure” Sex-Shops, um Outfits und Spielzeuge mit ihnen auszusuchen. Na dann, auf ins Spieleparadies. 

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