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Blue Monday: Das tun die Dänen gegen den Winterblues

Lightbox mit Blue Monday-Schriftzug
© Getty Images
Der dritte Montag im Januar soll Berechnungen zur Folge der deprimierendste Tag des Jahres sein. Was steckt dahinter? Stimmt das überhaupt? Und was hilft jetzt besonders gegen miese Laune? 
von Linda Berger

Unter mieser Laune und Winterblues leiden wir öfter mal in der kalten Jahreszeit. In Dänemark hingegen ist das Grau meist noch grauer als bei uns und trotzdem gelten die Dänen als das glücklichste Volk der Welt. Warum das so ist und was wir unternehmen können, um das Grau ein bisschen zu vertreiben, verrät Jesper Thomsen, Gründer des dänischen Startups SOUNDBOKS. Um dagegen anzukommen, feiert er beispielsweise mit seinen Mitarbeitern jedes Jahr eine laute, bunte Party – pünktlich am Blue Monday.

Blue Monday: Was ist das überhaupt?

Der sogenannte Blue Monday  geht auf den britischen Psychologen Cliff Arnall von der Universität Cardiff zurück. Laut Arnall kann man mit seiner Formel den traurigsten und deprimierendsten Tag des Jahres errechnen. Die Formel lautet:

[1/8W+(D-d)]x3/8TQ:MxNA

Die Formel bezieht dabei Variablen mit ein wie…

  • Bereits gebrochene gute Vorsätze für das Jahr (Q)
  • Aktuelles Wetter (W) samt Temperaturen
  • Vorhandene Schulden (D)
  • Das Januar-Gehalt (d)
  • Die Zeit seit Weihnachten (T)
  • Das aktuelle Motivationsloch (M)
  • Das Bedürfnis, etwas gegen die Schwermut zu unternehmen (NA)

Das Ergebnis: immer der dritte Montag im Januar. 

Und der ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein trüber Tag, an dem wir mit mieser Laune im Bett liegen wollen, eine Serie nach der nächsten gucken und dabei Unmengen an Eis, Chips und Schokolade vernichten wollen. Ein typischer Tag also, wie man ihn in mehrfacher Ausführung zwischen November und März genießen darf. Heißt: an der Formel ist Nichts dran.

Tipps gegen den Winterblues – die Dänen wissen wie es geht!

1. Stay Positive

Das positive Mindset ist das allerwichtigste, meint Jesper Thomsen: “In Dänemark ist es meist noch dunkler und verregneter als in Deutschland. Trotzdem kommen bei uns fast alle zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit. Das weckt die Lebensgeister und lässt dich fit bleiben - und wer regelmäßig läuft, der gewöhnt sich auch schnell an das Wetter. Umso schöner, wenn es dann wieder sonniger und wärmer wird.”

2. Gute Vibes durch gute Freunde und Familie

Gerade in den dunklen und kalten Monaten brauchen wir Freunde und Familie um uns herum. Gute-Laune-Glücksgefühle, die wir sonst vor allem aus dem Sommer kennen, bekommen wir auch durch angenehme Gesellschaft und tolle Gespräche. Nichts wirkt sich positiver auf unseren psychischen und physischen Zustand aus wie  menschliche Nähe. Das bringt uns auf andere Gedanken und zeigt: Hey, auch im Winter können wir glücklich sein! 

2. Karmapunkte sammeln

Auch, wenn es am späten Nachmittag bereits dunkel ist: Die Tage sind genauso lang wie im Sommer. Nutze deine freie Zeit und schau, welche Vereine oder Organisationen in deiner Nähe sind, denn Menschen, Tiere und Umwelt brauchen auch im Winter unsere Hilfe. Viele Organisationen freuen sich in dieser Zeit besonders über neue Mitglieder und Helfer. Nutze deine guten Jahresvorsätze und schau dich in deinem Viertel um. Es muss aber auch nicht gleich ein neues Ehrenamt sein: Auch Freunde und Kollegen freuen sich über Unterstützung im Alltag.

3. Tanzen und Feiern

Ganz nach dem Motto „Durchbrich den Holiday-Hangover“ trotzen wir der Kälte und Dunkelheit im Januar, knüpfen neue Kontakte, inspirieren uns gegenseitig und starten das neue Jahr positiv. Ganz bestimmt gibt es auch in deiner Stadt spannende Veranstaltungen – oder du wirst selbst zum Gastgeber. Deine Mitmenschen werden es dir danken! 

4.  Raus an die frische Luft 

Das einzige Heilmittel gegen Winter ist der Frühling? Wir Dänen sind immer draußen. Das ist gut für das Immunsystem, Eisbaden ist mittlerweile zum Volkssport in Skandinavien geworden. Wer einmal ins kalte Wasser gesprungen ist, fühlt sich wieder richtig lebendig – und plötzlich ist auch die Winterluft gar nicht mehr so kalt. Für alle, die es weniger extrem mögen: Auch Fahrradfahren oder ein langer Spaziergang in der kalten Winterluft weckt die Lebensgeister wieder auf. 

5. Hygge

Unser dänisches Wort für „Gemütlichkeit“ ist mittlerweile in aller Munde. Hygge meint aber auch Ruhe, Geborgenheit und Behaglichkeit und ist das Gegenteil unserer heutigen schnelllebigen Welt. Nutzen wir daher die ruhigen Monate, um unsere inneren Akkus wieder aufzuladen. Neben einem guten Buch eignen sich aber auch Puzzles oder – ganz dänisch – Lego bauen bestens, um wieder zur Ruhe zu kommen. 

6.  Crew Love Is True Love

Die meiste Zeit verbringt man mit seinen Kolleginnen und Kollegen. Umso wichtiger, dass wir kollegiale Beziehungen gut pflegen. Gerade im Winter sind viele weniger in anderweitige Aktivitäten eingebunden und haben so mehr Zeit für einen gemeinsamen Abend mit den Kollegen. Frag doch auch einmal bei deinem Chef und deinen Kollegen nach, ob sie Lust auf ein gemeinsames Frühstück oder einen Ausflug hätten.  

7. Neues Hobby?

Im Sommer wollen wir – na klar – so viel Zeit wie möglich draußen verbringen. Nutzen wir die Wintermonate doch für Indoor-Aktivitäten und probieren etwas Neues aus. Wie wäre es mit einem Tanz- oder Malkurs, Gitarrenunterricht oder einem DJ-Workshop? Pluspunkt: Vieles davon können wir dann im Sommer draußen weiter ausleben, zum Beispiel Salsa tanzen unter freiem Himmel. 


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