Danke, Sherlock! Benedict Cumberbatch fordert fairen Lohn für Frauen

Ja, er war schon immer unser Held. Jetzt aber noch ein bisschen mehr. Benedict Cumberbatch will keine Rolle mehr in Filmen annehmen, in denen der weibliche Co-Star weniger verdient als er. Das ist mal ein Wort, Mister Cumberbatch!

von Marie Stadler

Faire Bezahlung für Frauen ist nicht nur unter Otto-Normal-Arbeitnehmern ein Thema. Nein, auch in Hollywood werden Frauen oft weit schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Auch wenn mal dahingestellt sein mag, ob das Wort "Gerechtigkeit" überhaupt eine Daseinsberechtigung hat in einer Branche, in der nicht selten siebenstellige Gagen bezahlt werden, ist es nun mal auch in Hollywood Fakt: Für gleiche Arbeit verdienen Frauen weniger als Männer. Wie absurd diese Spanne ausfallen kann, wurde letztens in einem besonders prekären Fall deutlich: Während die vier Mal für den Oskar nominierte Michelle Williams für den Nachdreh zu "Alles Geld der Welt" 1000 US-Dollar kassierte, bekam ihr Kollege Mark Wahlberg für denselben Dreh sage und schreibe 1,5 Millionen US-Dollar. Nun, das ist mal eben das 1500-fache. Besonders peinlich ist daran der Umstand, dass der Nachdreh überhaupt nur deshalb stattfinden musste, weil Kevin Spaceys Rolle aufgrund des Missbrauchsskandals neu besetzt werden musste. Also nicht gerade der Moment, in dem man eine Frau benachteiligen sollte... 

Cumberbatch steht für die Rechte von Frauen ein

Benedict Cumberbatch sieht nicht nur die Produzenten in der Pflicht, an diesem Umstand etwas zu ändern, sondern auch sich selbst und seine männlichen Kollegen. Er forderte männliche Schauspieler dazu auf, Rollen nur dann anzunehmen, wenn die weiblichen Co-Stars genauso viel verdienen an den Dreharbeiten wie sie selbst. Er selbst wolle in Zukunft genau das tun. Das Gegenargument der Produzenten: Oft seien es einfach die männlichen Schauspieler, die die Massen ins Kino brächten. Daran bemesse man die Gagen, nicht am Geschlecht. Es bleibt abzuwarten, ob Benedict Cumberbatch sein Vorhaben dennoch in die Tat umsetzt und ob die Branche sich gezwungen sieht, umzudenken.

In Cumberbatches Firma arbeiten fast nur Frauen

Nicht nur als Schauspieler setzt Benedict Cumberbatch ein Zeichen gegen Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt. Auch als Produzent bleibt er seinen Prämissen treu. Zum einen arbeiten in seiner Firma fast nur Frauen, zum anderen fokussiert er sich vor allem auf starke Frauenrollen und Filme, die aus weiblicher Sicht erzählt werden. Seine Erklärung: Die Hälfte des Publikums sei weiblich. Nun... interessante Sichtweise. Manchmal liegt die Brillanz in der Einfachheit der Beobachtungen. Übrigens hat der Fall von "Alles Geld der Welt" auch noch ein gutes Ende genommen. Nachdem die Lohndiskrepanz ans Licht gekommen war, spendete Mark Wahlberg seine gesamte Gage in Michelle Williams Namen an den Rechtsschutzfond von "Times Up", eine Initiative gegen Belästigung von Frauen im Berufsalltag. Ein Hollywood-Happy-End, wie es im Buche steht. 


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Marie Stadler

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