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Das Pinguin-Prinzip: Warum wir uns im Winter schön auf die Pelle rücken sollten

Das Pinguin-Prinzip: Warum wir uns im Winter schön auf die Pelle rücken sollten
© Getty Images
Egal, ob die anderen dich für aufdringlich halten: Umarmen und Anfassen ist lebensnotwendig und total gesund. Nicht nur für lustige Vögel.
von Viola Kaiser<br />

Neulich lief eine Dokumentation über Pinguine im Fernsehen, die  nicht nur niedlich, sondern auch sehr lehrreich war: Diese äußerst reizenden Tier überleben den eiskalten Winter in Sturm und Eis nur, in dem sie sich sehr, sehr nah aneinanderstellen und sich somit gegenseitig vor dem Kältetod bewahren. Warum wir das hier erzählen? Weil dieses Prinzip sich auf uns Menschen übertragen lässt.

Jeder dritte Mensch in Deutschland möchte laut aktueller Studien mehr in den Arm genommen werden.  Da stellt sich nur die Frage, warum wir das eigentlich nicht mehr tu?! Gerade, wenn es draußen ungemütlich ist, macht es echt Sinn, sich zusammenrotten und ganz nah beieinander zu sein. Wie die Pinguine eben. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe, hier kommen sie: 

1. Es macht glücklich!

Schon kleine Kinder, die liebevoll behandelt und viel umarmt werden, haben einen größeren Hippocampus. Laut Forschung gibt es zwischen der Größe des Hippocampus und dem Auftreten von Depressionen im Erwachsenenalter einen Zusammenhang. Unabhängig davon wissen wir ja alle, dass so ein bisschen Umarmen hier und und ein bisschen Hautkontakt da eh entspannend wirkt. Und wir meinen da jetzt nicht nur Sex.

2. Nähe stärkt das Immunsystem

Wir brauchen und wollen im Winter – noch mehr als im Sommer – ein starkes Immunsystem, ein Grund, möglichst viel Nähe zu suchen und sich in die Arne anderer Leute werfen, denn das stärkt unsere Abwehrkräfte sofort. Außerdem sinkt dadurch unser Blutdruck, Ängste und Schmerzen lassen nach. 

3. Mehr und bessere Kontakte zu anderen

Menschen, die gut und gerne umarmen, sind laut Forschung besser darin auch neue Kontakte und Bindungen zu knüpfen.   Menschen, die als Kinder wenig berührt wurden,  können einen weniger ausgepägten Hirnnerv haben  – und der ist für Intimität und Leidenschaft zuständig. Abgesehen davon weisen sie häufig eine geringere Oxytocin-Produktion auf (das ist das Hormon, das hilft, soziale Bindungen zu anderen aufzubauen).  Außerdem haben Umarmer laut Forschung grundsätzlich ein besseres Selbstwertgefühl.

Noch Fragen? Nein? Dann können wir ja jetzt alle losziehen und jemanden umarmen...


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