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Das sind die vier Stufen der Eifersucht – welche kennst du?

Das sind die vier Stufen der Eifersucht – welche kennst du?
© Getty Images
Eifersucht ist anstrengend – für alle Beteiligten. Unsere Autorin Diana Huth über ein Gefühl, das uns manchmal sogar in den Wahnsinn treibt.
von Diana Huth

Würde man meine Ex-Partner fragen, wie eifersüchtig ich bin, kämen sehr unterschiedliche Antworten heraus. Von "gar nicht" bis "die dreht total durch" wäre wahrscheinlich alles dabei. Dabei empfinde ich mich selbst grundsätzlich nicht als besonders eifersüchtig. Aber je nachdem, mit wem ich zusammen war, hat sich die Eifersucht mehr oder weniger stark bei mir breit gemacht. Mein persönliches 4-Stufen-Modell:

Stufe 1: keine Eifersucht – oder der Vorteil von geklärten Fronten

Manchmal ist man sich seiner Sache sicher. Mir ging das mit ein paar Menschen so. Zum einen gab es die, bei denen ich einfach wusste, dass sie mich liebten und viel zu sehr schätzten, um mir untreu zu werden. Zum anderen hatte ich eine Handvoll unverbindliche Verbindungen, bei denen wir die Erwartungen vorab geklärt hatten: Freundschaft Plus oder Sex mit Smalltalk. Da wusste jeder, woran er ist. Schön. Wenn es doch immer so einfach wäre. Meistens aber will immer einer mehr – und spätestens dann fängt es an, kompliziert zu werden.

Stufe 2: mittlere Eifersucht – oder was passiert, wenn man nicht weiß, welchen Beziehungsstatus man angeben soll

„Seid ihr zusammen?“ – ja, nein, ähhm, vielleicht? Wenn man noch nicht definiert hat, wie man zueinander steht, sorgt diese Frage für peinliche Momente und jede Menge Rumgedruckserei. Hat man „nur ein bisschen Spaß“ oder ist man schon in einer Beziehung? In Zeiten von Tinder und einer Scheidungsquote von 40 Prozent scheinen viele Leute ein Problem mit langfristigen Commitments zu haben. Die leben in der ständigen Angst, etwas zu verpassen. Mich nervt das. Als mir das erste Mal jemand sagte, dass eine Beziehung nicht möglich sei, weil es noch so viel Anderes gäbe, war ich tief getroffen. Ein Gefühl von 'Nicht-genug-sein' machte sich breit. Aber da hing ich emotional schon mittendrin. Ich habe mich trotzdem darauf eingelassen. Doch dann begannen die Gedankenkreise und die Fragen, ob es da andere neben mir gibt...

Stufe 3: ausgeprägte Eifersucht – oder wie es einem geht, wenn da noch eine Andere ist

Barbara hat mal gesagt, ist doch schön, wenn noch andere Menschen den eigenen Partner attraktiv finden. Und in gewisser Hinsicht gebe ich ihr recht. Kleine Abendflirts auf Partys oder im Club genießen wir doch alle. Sich attraktiv zu fühlen, ist etwas Schönes. Aber als in einer meiner Nicht-Beziehung auf einmal eine Nebenbuhlerin auftauchte, war ich mit einem Schlag nicht mehr so großherzig. Wenn der Mensch, für den ich starke Gefühle habe, sich auch mit anderen Menschen auf tiefen Ebenen begegnet, dann beunruhigt mich das. Warum brauchst du die, wenn ich doch da bin? Die hat viel mehr Geld und Erfolg als ich. Ist sie hübscher? Kann sie dir etwas bieten, das ich nicht habe? Diese Fragen haben mich unendlich gequält. Sie bringen wenig außer Schmerz und Leid. Das ist mir klar. Ich weiß auch, dass jeder Mensch etwas Anderes zu bieten hat – andere Gespräche, andere Erlebnisse, andere Macken. Alles ganz logisch und überhaupt nicht schlimm, wenn es da nicht diese Verlustängste gäbe. Und die machen alles so schwer. Klar, wenn etwas passieren soll, passiert es sowieso. Aber dabei einfach nur zuzuschauen, ist echt nicht einfach.

Stufe 4: RAGE – oder wenn sich die Wut breit macht

Ich bin mir sicher, dass es sie gibt, diese Vorahnungen. Selbst wenn der Andere weit weg ist und man gar nicht weiß, was er tut. Ich erinnere mich an eine Nacht vor langer Zeit. Ich hatte so ein Gefühl, dass es da eine andere Frau gibt und dass sie wahrscheinlich die Nacht zusammen verbringen würden. Allein bei dem Gedanke drehte ich fast durch. Tränen, Wut, Schlaflosigkeit, Hilflosigkeit – das volle Gefühlsprogramm. Das wünsche ich keinem. Ich behielt übrigens recht. Knapp eine Woche später waren wir getrennt.


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