Karriere machen immer die anderen? Diese Denkfallen könnten Schuld sein!

Hochmotiviert, fleißig, strukturiert und engagiert: Die perfekte Kandidatin für die anstehende Beförderung. Doch wer bekommt sie? Der Kollege natürlich! Und wer ist Schuld? Der Chef? Oder vielleicht diese Denk- und Verhaltensmuster...

von Julia Ballerstädt

Gleichberechtigung im Job – ob wir sie jemals erreichen werden? Nach wie haben Frauen in Job und Karriere sehr oft das Nachsehen, werden schlechter bezahlt und sind vor allem in den prestigeträchtigen Berufen unterrepräsentiert. Aber sind daran jetzt immer die anderen Schuld? Oder stehen wir uns selbst im Weg? Deshalb sollten wir uns schleunigst aus diesen vier Denkfallen befreien.  

1. "Ich erfülle leider nicht alle Kriterien für die Stelle."

Wir gehen durch die Stellenanzeige und machen innerlich einen Haken hinter jede Fähigkeit, die wir mitbringen. Doch taucht da eine auf, die wir nicht erfüllen, werden wir unsicher. Kommt dann noch eine dazu, legen wir die Stellenanzeige lieber schnell zur Seite, Begründung: "nicht qualifiziert genug". Ich hatte jedoch das Glück, eine Freundin zu haben, die mit mir Tacheless geredet hat: Eine Stellenanzeige ist für den Arbeitgeber wie die Teilnahme bei "Wünsch dir was". Einfach mal alles aufschreiben, was toll wäre. Dass die wenigsten Bewerber alles erfüllen, ist dabei auch klar. Deshalb müssen wir auch nicht hinter jede gewünschte Fähigkeit einen Haken machen, sondern uns einfach auf das besinnen, was wir können und von den Dingen, die wir nicht können ausgehen, dass wir sie lernen. Einfach selbstbewusst an die Jobsuche gehen. Andernfalls bleibt es nämlich dabei, dass wir Frauen schlechter bezahlt werden und unterhalb unseres Qualifikationsniveaus arbeiten. 

2. "Bloß niemandem auf die Füße treten"

Mal ehrlich, klar wollen wir alle gemocht werden und im Kollegium gern gesehen und anerkannt sein. Sich mit anderen Mühe zu geben, freundlich und nett zu sein, ist daher im Berufsalltag auch eine überaus wichtige Voraussetzung für ein entspanntes Miteinander. Was aber gar nicht geht, ist der Wunsch, es allen Recht machen zu wollen. Denn das wird nicht funktionieren. Lieber klar kommunizieren, statt unverbindliches Rumgeeier.

3. "Eigenlob stinkt?"

Wenn Männer etwas im Job gerockt haben, einen neuen Deal abgeschlossen oder einfach die Zielvorgaben geschafft haben, klopfen sie sich mächtig auf die Schulter. Die meisten jedenfalls und das zu Recht! Viele Frauen hingegen winken dann bescheiden ab oder loben die Leistung anderer, statt den eigenen Anteil hervorzuheben. Schließlich stinkt Eigenlob ja auch. Das ist sicher nicht überall so, aber es ist definitiv ein oft beobachtbares Phänomen. Nur ist diese Bescheidenheit zwar ein durchaus tugendhafter Charakterzug, sie bringt uns aber nicht ein Stück nach vorn. Um im Job voran zu kommen, hilft es nicht, darauf zu hoffen, dass jemand unsere Leistung zur Kenntnis nimmt und diese dann auch noch mit Beförderung und Co. honoriert. Dafür müssen wir selbst einstehen – und uns ruhig öfter mal auf die Schulter klopfen. 

4. "Anecken erwünscht"

Klar gibt es viele Powerfrauen, die straight und selbstbewusst ihren Job machen und für sich einstehen. Vielen anderen fällt es aber sehr schwer und sie halten sich lieber zurück, statt in Meetings ihre Meinung zu sagen. Vielleicht aus Angst, etwas falsches zu tun, aufzufallen oder kritisiert zu werden. Nur wird man so nicht sichtbar, sondern bleibt schön im Schatten anderer. Deshalb gilt: Wenn du gute Argumente hast, immer raus damit!

Nur Mut Ladies!

Understatement ist in manchen Lebensbereichen bestimmt eine gute Sache, im Job kommt man aber nicht weiter, wenn man sich versteckt und die anderen das Lob einheimsen lässt. Egal, ob Gehaltsverhandlungen oder ein erfolgreiches Projekt, Mut wird meistens belohnt. Und warum auch nicht? Schließlich können und sollten wir auf unsere Erfolge stolz sein und sie sollten sich auszahlen! Eine Basis für Verhandlungen hat aber nur diejenige, die auch gesehen und wahrgenommen wird. 

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