Die 5 häufigsten Alpträume und was sie bedeuten

Panische Angst, Schweißausbrüche, Aufbäumen in der Dunkelheit: ein schlechter Traum und der Schlaf ist weg. Häufig plagen uns dieselben Alpträume immer wieder. Hier erfahrt ihr, was dahinter steckt.

von Rex Valentino

Es ist immer das Gleiche: Ich stehe auf dem Balkon eines Penthouses. Hinter mir eine heitere Party, doch draußen bin ich alleine, schaue auf die in Dunkelheit gehüllte Stadt weit unten. Dann geht plötzlich die Musik aus. Ich drehe mich um und niemand ist mehr da. Das Gebäude kippt zur Seite und ich spüre, wie ich über die Brüstung des Balkons nach unten stürze. Tiefer und immer tiefer. Das ist jetzt das Ende, denke ich – und wache auf. 

Viele empfinden Alpträume ganz unterschiedlich: Manche wissen genau, wo sie sind, aber nicht, was mit ihnen geschieht – andere stecken nicht einmal im eigenen Körper. Was die Träume dennoch gemein haben: Sie sind effektive Schlafbremsen, die unsere Erfahrungen aus dem Tagesgeschehen widerspiegeln, genauso wie traumatische Erlebnisse, Stress oder gar psychische Probleme, sagt Psychologe Michael Schredl vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Die Veranlagung dazu kann schlichtweg geerbt sein. Oft hilft jedoch schon, wenn wir wissen, was sich hintern den Angstträumen verbirgt. Hier die Erklärung: 

1. Fallen und fallen und fallen

Ob man nun aus dem Flugzeug fällt, aus dem Fenster oder einfach nur durch die ewige Dunkelheit: Was an Fallträumen Angst macht, ist die ständige Erwartung des Bodens, des Aufschmetterns. In die gleiche Kategorie gehören übrigens Träume, in denen man ertrinkt oder erstickt. Sie alle haben gemäss Psychologen oftmals die gleiche Ursache: Überforderung im Alltag, durch eine bestimmte Situation oder Aufgabe.

Sie spiegeln Unsicherheit und Angespanntheit – symbolisiert durch die ungewisse Erwartung des Aufpralls, bzw. des Bodens. Der Traum zeigt, dass wir nicht genau wissen, wann und wie eine Sache endet. Und das macht uns Angst.

2. Der Tod einer geliebten Person

Sie zählen mitunter zu den erschreckendsten Alpträumen: eine geliebte Person stirbt oder ist gestorben. Was wir dabei fühlen, ist der Schmerz und die Verzweiflung, die mit Verlust einhergehen. Oft werden solche Träume noch vom Mythos überschattet, dass sie als Warnung oder gar hellseherisch wirken.

Aber alles halb so schlimm. Verlustträume zählen nämlich zu den harmlosesten überhaupt. Keinesfalls besagen sie, dass jemand krank ist oder stirbt. Sie symbolisieren schlicht und ergreifend Veränderung, meistens, was zwischenmenschliche Beziehungen angeht – oder aber emotionale Sensibilität. Stirbt das Kind im Traum, bedeutet das vielleicht, dass der pickelige Teenager sich langsam von uns löst und wir das nicht so leicht nehmen. Und der Onkel, der vor uns im Sarg liegt, hat sich so sehr zurückgezogen, dass wir nicht mal mehr wissen, ob er zu Weihnachten noch vorbeikommt. In der Nacht kommt das hoch. Und nachts ist ja bekanntlich alles etwas schlimmer als bei Tage betrachtet.

3. Bedroht, verfolgt, gejagt

Wir rennen schneller und schneller, aber da ist jemand – oder etwas – das uns nicht entkommen lässt. Flucht- und Verfolgungsträume sind wohl die bekannteste Art von Alptraum. Der Verfolger variiert, kann sogar animalische Formen annehmen. Auch das Ende muss nicht immer gleich sein. Manche wachen auf, bevor die Verfolgung oder Attacke zu Ende ist. Andere erst dann, wenn sie schon fest im Griff des Angreifers sind. 

Der Kampf-oder-Flucht Mechanismus (engl. fight-or-flight) hinter diesen Träumen geht weit in der Evolution zurück und ist deshalb auch so verbreitet. Tiere reagieren genau mit diesen zwei Möglichkeiten auf bedrohliche Stresssituationen. Dahinter steckt also immer die Angst vor irgendetwas – gesellschaftlichen Situationen zum Beispiel – oder irgendwem.

4. Back to school

Hört sich ja eigentlich eher lächerlich an: Die Schulbank haben wir mitunter das letzte Mal vor Jahrzehnten gedrückt. Die Abschlussarbeit ist auch längst schon gebunden, auf dem Bücherregal verstaut und von einer dicken Staubschicht bedeckt. Und trotzdem träumen wir, dass wir eine Prüfung verhauen. Glatte 6. Mindestens.

Diese Art von Träumen resultieren aus dem von uns gefühlten oder tatsächlichen Leistungsdruck – auch hier kann das entweder berufliche oder private Auslöser haben – oder aber aus dem Gefühl mangelnder Wertschätzung. Kennt man ja. Von früher. Aus der Schule.

5. Nackt, entblößt, paralysiert

Gerade noch waren wir gemütlich unter der Decke eingemummelt und dann, schwups, stehen wir völlig textilfrei vor dem Müsli-Regal im Aldi – aber das Regal ist leer, sodass wir uns nicht mal eine Packung Frosties vor die blanke Lende halten können. Um uns stehen natürlich Nachbarn, Kollegen und Fremde. Und alle lachen oder starren entrüstet.

Nacktheitsträume können einerseits auf mangelndes Selbstwertgefühl oder aber die Angst vor sozialer Bloßstellung zurückgeführt werden – denn Kleider verhüllen. Sind die erst mal weg, kommt zum Vorschein, wer wir wirklich sind. Weiter kann dies auch symbolisieren, dass wir etwas bestimmtes vor Leuten verbergen wollen.