Die Pubertät der Mittvierziger – Und wer klärt uns bitte vorher auf???

Anstatt uns über die Aufklärung unserer Teenies und Kinder Sorgen machen, sollten wir uns lieber mal um unseren eigenen Mist kümmern. Denn so unwissend wie in die Wechseljahre sind wir noch nirgends reingeschlittert.

von Marie Stadler

"Dein Körper wird sich bald verändern". So oder so ähnlich begann ein Gespräch, dass wir alle irgendwann mit irgendwem mal geführt haben. Im besten Fall mit unseren Eltern, im schlechtesten Fall mit unseren Lehrern. Aber irgendwer hat es uns mitgeteilt: Die, die wir gerade sind, werden wir so nicht mehr sein. Das wussten wir, lange bevor diese fies stechenden Knubbel in unseren Brüsten fühlbar waren, lange bevor wir zum ersten Mal unsere Periode bekamen. Aber was ist mit dem zweiten Wandel unserer Weiblichkeit? Was ist mit der letzten Periode? Wer will mit uns darüber mal sprechen? Offensichtlich nicht mal wir selbst.

Was passiert, wenn es passiert

Mit 13 schicken wir unsere Töchter in die Frauenarzt-Mädchen-Sprechstunde. Aber wo sollen wir uns selbst hinschicken? Klar gehen wir schön brav zur Vorsorge. Aber hat sich je ein Frauenarzt vor uns gesetzt und uns die Wahrheit gesagt über das, was mit uns passieren wird? Hat je einer gesagt: "Nun, Frau So und so, bald wird ihr Haar sehr wahrscheinlich ausdünnen, also überall außer in der Bikinizone, was leider das Gegenteil dessen ist, was sie sich seit jeher wünschen.Das Fett wird sich an Körperstellen niederlassen, die ihnen bisher nicht mal bekannt waren. Ihren Bizeps werden sie gefühlt bald unter den Armen tragen und er wird nicht aus Muskelmasse bestehen, sondern aus schlaffem Gewebe. Außerdem sprießen kleine fiese Hexenhaare im Gesicht. So verändert sich Ihr Äußeres, während ihr Inneres im Hormonchaos zwischen Extremen schwankt und auch Ihr Zyklus sich langsam aber beständig zu verändern beginnt. Möglicherweise bekommen Sie ihre Tage öfter, kürzer, stärker und auch schmerzhafter. Damit hatten Sie nicht gerechnet? Oh doch, das wird passieren. Und das wird immer merkwürdiger werden bis zu dem Tag, an dem sie plötzlich gar nicht mehr kommt." Hat uns so etwas je jemand gesagt? Leider nein. Wer dieses Gespräch so kennt: GLÜCKWUNSCH! Du hast den weltbesten Mediziner erwischt.

Zum Glück sind wir erwachsen

Für alle anderen: Zum Glück sind wir erwachsen und es gibt das Internet. Wenn man dort mal all die schöngeredeten Artikel über kleine Hitzewallungen und nette Pillchen, die einen wieder abkühlen, durch hat, kann man sich ans Eingemachte wagen: Die Foren. Da wird es nämlich ehrlich. Da kann man sich mal durch das ganze Elend klicken, denn seien wir ehrlich: Schön isses nicht. Die einzig gute Nachricht: Irgendwann ist man durch. Dann kann man ohne Terminplaner seinen Badeurlaub genießen und kein Gefühlsausbruch wird auf die Hormone geschoben. Man ist dann halt einfach ne ätzende Alte. Aber wenigstens wird man dabei wieder ernst genommen. Und das Beste an der Geschichte: Laut Studie haben wir mit genau 60 den Gipfel unseres Selbstbewusstseins erreicht. Es liegen also sehr goldene Zeiten vor uns! Und auch das sollte einem mal jemand sagen!

Wer hier schreibt:

Marie Stadler

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Unaufgeklärt in die Wechseljahre
Die Pubertät der Mittvierziger – Und wer klärt uns bitte vorher auf???

Anstatt uns über die Aufklärung unserer Teenies und Kinder Sorgen machen, sollten wir uns lieber mal um unseren eigenen Mist kümmern. Denn so unwissend wie in die Wechseljahre sind wir noch nirgends reingeschlittert.

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