Diese Vorlese-Bücher kommen direkt aus der Hölle

Na, auch schon mal beim Vorlesen Brechreiz bekommen? Kennen wir!

von Marie Stadler

Natürlich lesen wir unseren Kindern was vor. Ehrensache. Wir kommen klar mit schwedischen, sich alleine erziehenden Gören in bunten Villen, endlosen Wimmelbuch-Such-Orgien und finden es sogar ein bisschen lustig, wenn die Olchis Shampoo trinken (auch wenn wir insgeheim schon mal die Nummer der Giftnotrufzentrale abspeichern). Aber es gibt Kinderbücher, die ... die ... die ... also die ... die mögen halt einfach nur Kinder. Um es nett auszudrücken.

Conni Bücher

Die unangefochtene Nummer 1 auf der Hater-Liste aller Eltern. Warum Conni so nervt? Während unsere Brut nahtlos von einem Tobsuchtsanfall in den nächsten findet, findet Conni Mamas Erklärungen total logisch. Setzt sie um. Klar, Mama. Danke für den Tipp, Mama. Ich versteh dich, Mama. Richtig anstrengend ist aber vor allem eben diese Supermutti. Die erklärt alles, die schreit nicht, die setzt Conni nie vor den Fernseher, um mal kurz Ruhe zu haben, und sie hat immer Geduld. Also immer im Sinne von „immer“. Wir hätten da mal ein paar Titelvorschläge für den Härtetest. Wie wäre es mit:

Conni cremt das Waschbecken mit Penaten-Creme ein, Conni zerreißt Jakobs Teddy, Conni hat keinen Bock auf Kita, Conni versenkt Mamas Zahnbürste im Klo?

Da würden wir dann wieder mit einsteigen. Das kennen wir nämlich.

Maluna Mondschein

Eine zeitweise übellaunige Gute-Nacht-Fee, die sich durch den Zauberwald zickt und gerne mal feenhaft rumpöbelt. Jepp, war ja klar, dass das funktioniert. Und zwar Abend für Abend, um danach miesepetrigen Kindern zu erklären, dass sie keine Stimmungssträhne wie Maluna und somit auch kein Recht auf solche Laune haben. Nicht mal, wenn man dreisterweise nur vier Kapitel vorgelesen hat. Unverschämtheit. Und dann die Erklärungsversuche, warum man in der echten Welt nicht jedes Mal Bonbons bekommt, wenn man brav eingeschlafen ist. Puh!

Disney-Pixi-Bücher

Sie sind schön, sie sind bunt, die Charaktere auf dem Cover bekannt und geliebt, bevor Kinder jemals ein Kino von innen gesehen haben: Disney-Pixi-Bücher. Sie kosten fast gar nichts und sind besonders schnell im Einkaufswagen, wenn Lightning McQueen oder Elsa und Anna drauf sind. Das böse Erwachen kommt dann beim Vorlesen. Zugegeben, an dem Versuch, einen anderthalbstündigen Film in fünfzehn Sätzen zusammenzufassen, würde fast jeder scheitern. Aber jetzt mal ehrlich: „Die Tiere versammelten sich, um dem König zu huldigen und sich demütig zu verneigen“? Äh ok. Alles klar, Kinder?

Prinzessin Lillifee

Prinzessinnen und Feen – das sind die Verkaufsschlager im Mädchenbuchsegment für die ganz Kleinen. Mit Glitzer natürlich. Auch Einhörner dürfen nicht fehlen. Außerdem rosa, Ballerinas, Tiere, und rosa, das kann man wirklich nicht oft genug erwähnen. Ein Fuchs, der all das einfach kombiniert hat. Böse Zungen behaupten, eine Marktanalyse sei die Geburtsstunde dieser Buchidee. Aber das ist natürlich Unfug. Jedenfalls fliegt Prinzessin Lillifee ziemlich erfolgreich durch die Kinderzimmer und verteilt überall ihren Heile-Welt-Sternenstaub. Einziger Stilbruch: Ihr Schweinefreund mit dem fragwürdigen Namen Pupsi. Quoten-Fäkalhumor in Lillifees Glitzerwelt sozusagen. Aber das hat natürlich nichts mit Marktforschung zu tun. Echt nicht!

Grimms Märchen

„Da hast du recht, man darf natürlich nicht einfach Leute in den Ofen schubsen, das macht Hänsel ja nur, weil die Hexe so böse ist, aber solche Hexen gibt es in echt natürlich nicht und die verbrennt ja auch nicht wirklich, weil der Ofen bestimmt aus ist und nein, ich werde dich natürlich nicht mit deiner Schwester im Wald aussetzen, sollten wir jemals arm sein. Nee, auch nicht deine Stiefschwester. Die würden wir trotzdem mit durchfüttern. Versprochen!“

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