Disneyfizierung: Jeder Dritte wünscht sich Liebe wie im Film

Nein, es ist noch nicht bei allen angekommen, dass das Leben kein Disney-Film ist. Laut der diesjährigen ElitePartner-Studie wünscht sich jeder Dritte eine Beziehung wie im Liebesfilm. Au weia!

von Marie Stadler

Ja, schon klar: Disney ist toll. Wenn zum Beispiel der Mann deiner Träume sich – obwohl er längst perfekt scheint – auch noch unverhofft in einen Wahnsinnsprinzen verwandelt und mit dir in sein tolles Schloss zieht... herrlich. Nur leider ist es in der Realität allein schon hormonell bedingt genau andersrum: Der perfekte Mann entpuppt sich nach und nach nämlich eher als nicht ganz so perfekt wie anfangs gedacht, weil die Glückshormone nun mal nicht ewig deine Brille rosa färben. Dass da nicht mal ein Prinz hilft, kann man schön an Kate und Meghan sehen... Oder will irgendjemand sein Leben gegen das von denen tauschen? Eben!

Wo sind sie, die Vorbilder?

Obwohl also eigentlich klar sein sollte, dass das Disneyprinzip Beziehungen nicht länger als anderthalb Stunden trägt (es gibt gute Gründe dafür, warum der Film immer mit der Hochzeit endet), wünschen sich vor allem Singles eine Liebe wie im Film. Grund dafür ist laut Forschungsleiterin Lisa Fischbach ein Mangel an guten Vorbildern, die zeigen, wie eine erfüllte Partnerschaft in der Realität aussieht. "Das macht dann anfälliger für Einflüsse von außen, für Idealbilder, die uns vorgaukeln, so sähe partnerschaftliches Glück aus." In Zeiten von Netflix, Instagram und Facebook macht es das natürlich besonders schwer... denn nie wurde Liebe so inszeniert wie heutzutage. Dabei braucht echte Liebe doch keine Hashtags, oder?

Jeder Achte hinterfragt seine Beziehung 

Auch ein Ergebnis der Nein, es ist noch nicht bei allen angekommen, dass das Leben kein Disney-Film ist. Laut der ElitePartner-Studie: Jeder Achte hinterfragt seine eigene Beziehung angesichts perfekter Paarbilder. Weil der eigene Partner eher dem Kerl im Film ähnelt, der am Ende vom Romantiker ausgebootet wird, oder weil die Obamas so nett zueinander sind. Weil das Paar von nebenan offenbar nie streitet und weil die Kollegin so süße Pärchenbilder aus dem Urlaub postet. Fakt ist: Filmfiguren sind keine Menschen, die Obamas haben eine saftige Ehekrise samt Eheberatung hinter sich, nie streiten ist ungesund und Facebook-Pärchenfotos geben eine inszenierte Millisekunde wider, kein echtes Glück. Normalität ist einfach nicht perfekt. Die Liebe schon gar nicht. Und woher wollen wir wissen, dass Disneyprinzen keine stinkenden Socken neben dem Sofa liegen lassen? Wir wetten, sie tun das, die verwöhnten Bengel! Also können wir auch gleich bei unserem Mann bleiben oder den nur halb perfekten Kerl weiter daten. Das erhöht unsere Chancen auf eine nette Schwiegermutter auch immens. 

Wer hier schreibt: