Dominikanische Republik: Die besten Tipps für deine Traumreise

Der Dominikanischen Republik geht’s wie Mallorca: Ihr Ruf ist fragwürdig, dabei hat das Land richtig viele schöne Ecken. Also: wirklich! Bacardi-Feeling und so ...

von Harald Braun

DIE GUTE FRAGE

Was zum Teufel soll ich da?

Die Dom Rep hat alles, was man sich von einem karibischen Traumziel wünscht. Paradiesische Inseln, Traumstrände und dazu wirklich freundliche Leute, die ihre tägliche Arbeit mit wiegenden Hüften erledigen. Karibik-Klischee? Sicher. Aber eines, das man im Urlaub gern mitnimmt. Und wo wir schon bei den Klischees sind: Der legendäre Bacardi-Spot wurde ja auch hier gedreht – vielleicht ...

Typischer Lokalkolorit von Santa Bárbara de Samaná. 

TRÄUM HIER WEITER

Welche Region ist die schönste?

Von einem Geheimtipp zu sprechen wäre übertrieben, doch die Halbinsel Samaná an der Nordostküste ist erstaunlicherweise weder überlaufen noch zugebaut. Und das, obwohl dort exotische Landschaften und Traumstrände en masse zu finden sind. Wichtige Info: Jährlich werden auf Samaná 550 Millionen Kokosnüsse geerntet. Viele der sechs bis sieben Millionen Palmen stehen malerisch am Meer. Also Augen auf beim Vitamin-D-Tanken, sonst gibt’s was auf die – von der – Nuss.

Tja, was soll man sagen: So sieht´s aus. 

STADTKULTUR

Lohnt sich ein Trip nach Santo Domingo?

In der Hauptstadt der Dom Rep leben drei Millionen Menschen – was nicht zwingend für einen längeren Aufenthalt spricht. Doch die 1498 offiziell von Bartolomeo Kolumbus, dem Bruder von Christoph, gegründete Stadt hat ihren Reiz: Die historische Altstadt gehört seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zudem, und das wirklich nur am Rande: Die Agora Mall ist der beste Ort, um sich mal einen Tag wie eine karibische Shopping Queen zu fühlen.

* www.thebeautybackpacker.co.uk, Suche: "Santo Domingo 10 things to do"

ECHT STARK

Käffchen?

Obwohl die Dom Rep nur auf Platz 26 der weltweit agierenden Kaffeeproduzenten liegt, ist das Heißgetränk eine Art Heiligtum. Bei einem Besuch auf einer der (oft Bio-) Plantagen erfährt man neben den Anbaumethoden auch etwas über die Zubereitung des Cafecito – der stark und süß getrunken wird.

Einen Cafecito abzulehnen gilt als unhöflich.

ANSICHTSSACHEN

Was darf ich auf gar keinen Fall verpassen?

BASILIKA VON HIGÜEY
Die Kirche in Salvaleón de Higüey wirkt von außen wie die spacige Vision eines bekifften "Star Wars"-Architekten, von innen wie ein avantgardistisches Winkel-Monument. Noch mal mehr beeindruckend: die Basilika besuchen, wenn ein Konzert ansteht. Gewaltig!

NATIONALPARK DEL ESTE
400 Quadratkilometer wunderbare Natur. Von dort gelangt man auf die wunderbare Insel Saona, wo man an den Stränden Seesternchen sieht (ganz ohne vorherigen Rumgenuss ...).
Tipp: Bitte Seesterne im Wasser lassen und auch nicht für ein Selfie hochhalten!

CASTILLO MUNDO KING
Der deutsche Aussteiger und Performancekünstler Rolf Schulz (1942–2018) hat in Sosúa aus einem Rohbau einen Mix aus Burg und Museum gebaut. Total abgedreht!

www.hispaniola.news, Suche: Castillo Mundo

180 BPM

Was ist das für ein Sound?

Schon mal von dieser Meerenge gehört, auf die Dominikaner so stehen? Hat nichts mit Gewässern zu tun, sondern mit einer Musikrichtung und dem zugehörigen Tanz – korrekt Merengue geschrieben und überall im Land zu hören und sehen. Typische Bandbesetzung: Percussioninstrumente sowie Akkordeon, Saxophon und Bassgitarre. Für kontaktfreudige Reisende kann der Tanz das Eintrittsticket in die einheimische Gesellschaft sein. Vorher aber üben, okay?!

* Unser Tipp: Besser nicht Salsa dazu sagen ...

AUSKENNER

Amaury Rivera

Unser Guide lebt in San Felipe, er empfiehlt die Blaue Lagune bei Cabrera: "Da springt man mit einem Seil über einem himmlisch blauen Tümpel ab." Zweiter Tipp: das Naturschwimmbad Arroyo El Limon auf der Halbinsel Samaná. "An freien Tagen vergnügen sich hier die Einheimischen – und jeder darf sich gern dazugesellen."

* www.samana-online.de/picina-el-limon.html

DRAUßEN NUR EIMER

Ist die Dom Rep der Ballermann der Antillen?

Nein. NEIN! Die Dom Rep hat das üble Image bloß, weil sich der gemeine Beach-Mob hauptsächlich in der Umgebung von Punta Cana am Ostende der Insel einbucht. Da das mit rund drei Millionen jährlich die Mehrzahl aller Besucher ist, die gern zur All-inclusive-Sause in Bettenburgen gekarrt werden, breitet sich das Billo-Vorurteil weiter aus. Dabei putzt selbst Punta Cana sich in den letzten Jahren heraus, Hotel-Neueröffnungen gibt’s nur noch ab 5 Sternen aufwärts. Und die Strände sind – zugegeben – selbst überfüllt noch toll.

* www.beach-inspector.com

NATUR PUR

Aber immer nur Sonne und Strand ...?

Mitnichten. Wer Lust hat, tourt äußerst vielfältig durch die Gegend: Erst swooshten wir mit dem Boot durch malerische Mangrovenkanäle des Nationalparks Los Haitises, anschließend begaben wir uns in die labyrinthisch-geheimnisvollen Höhlen voller Wandmalereien der Ur-Insulaner. Das birgt einen gewissen Thrill – gut also, dass man ohne ortskundigen Guide gar nicht reinkommt.

* www.walfluesterer.de, Suche: Los Haitises

Los Haitises per Katamaran. Versprochen: Innerlich tobt man vor Begeisterung!

LIEBLINGSORT

Punta Rucia

Eigentlich sollte man über diesen Ort an der Nordwestküste der Dom Rep kein Wort verlieren. Dann bliebe er nämlich so verschlafen-verträumt, und man hätte die Traumbucht (und die wenigen Gasthäuser dort) ganz für sich. Wenn man dann auch noch wüsste, dass einen die Fischer von Punta Rucia aus für wenig Geld zu einer Sandbank namens Cayo Arena rausfahren, um dort an einem fantastischen Riff zu schnorcheln ... Also, wir sagen nix.

* www.youtube.com, Suche: "Punta Rucia 2015" (Ton abdrehen!)

PAFF DADDIES

Gibt’s da dicke Luft?

Röchel, räusper: Santiago de los Caballeros ist das Zentrum der Tabakindustrie. Im Museo Cultural Fortaleza San Luis erfährt man, wie es dazu wurde (Calle Vicente Estrella). Rumliebhaber machen einen Abstecher nach Puerto Plata zur Casa Brugal (Av Manolo T. Justo). Dort werden regelmäßig Touren zur Rumherstellung angeboten. Sogar auf Deutsch. Inklusive Verkostung.

HIPPER SPORTELN

Und Menschen mit Bewegungsdrang?

Die schicken wir nach Cabarete, der Einflugschneise für Wassersport-Hipster aus aller Welt. Wer hier surfen, kiten, windsurfen oder einfach nur im Kreise der ästhetischen Gesinnungsgenossen am Cocktail schlürfen will, findet nur 40 Kilometer von Puerto Plata entfernt seine neue Heimat. Wer’s dabei auch noch tiefenentspannt und deutsch mag, bucht – wie wir – bei Steffi vom Cabarete Windsport Club einen Kurs und lässt sich anschließend von Nadine einen Platz an der Bar ihres korrekten Hotels Villa Taina geben. Mehr Entschleunigung wär dann schon Zen-Yoga.

* www.villataina.com

SIN CITY

Wo kann man amtlich feiern?

Zwischen Puerto Plata und Cabarete liegt das eigentlich idyllische kleine Ferienörtchen Sosúa. Tagsüber ein ganz normales Urlaubsparadies. In der Nacht aber ist hier Halligalli angesagt: Eine Bar reiht sich an die andere, Restaurants, Kneipen, Live-Clubs buhlen lautstark ums vergnügungswillige Publikum. Kater-Gefahr!

* Patriotische Empfehlung: das Restaurant Germany Bar and Grill – immerhin mit eigener Metzgerei

In jedem Schaufenster ´ne Party ...

WERBEPAUSE

Was ist nun mit diesem Bacardispot?

Jeden Tag bringen Boote Touristen nach Cayo Levantado aka "Bacardi Island". Doch: Es gibt nicht einen Beweis dafür, dass hier je ein Werbefilmer auch nur für einen Drink vorbeigekommen ist. Lustige Spurensuche:

* www.holidaycheck.de/away/bacardi-island

INFOS

Wo ist das?

Die Dominikanische Republik ist ein Inselstaat in der Karibik, der sich die Insel Hispaniola mit Haiti teilt und nur rund zwei Flugstunden südöstlich von Miami liegt. Die Hauptstadt heißt Santo Domingo. Landessprache ist Spanisch. Zeitverschiebung zur MEZ: minus fünf Stunden. Die beste Reisezeit: Dezember bis April.

* www.godominicanrepublic.com

Anreise

Aufgepasst bei der Anreise: Die relativ kleine Dom Rep verfügt über acht (!) internationale Flughäfen. Man sollte also grob wissen, in welcher Region man Urlaub macht, weil Überlandfahrten im Bus anstrengend sind. Die Flugzeit bei Direktflügen (z.B. Eurowings und Condor) beträgt etwa zehn Stunden, mit Zwischenstopp entsprechend mehr.

Komplettpaket

Mit Jahn Reisen/DER Touristik nach Puerto Plata, Casa Colonial Beach & Spa (first class), 7 Nächte in einer Junior Suite Tropical View, Frühstück, inkl. Flug und Transfer, ab Frankfurt, pro Person ab ca. 1500 Euro.

Nach Samaná, Alisei Beachfront Hotel & Spa (gehobene Mittelklasse), 7 Nächte in einem Apartment Typ A, Frühstück, inkl. Flug und Transfer, ab Frankfurt, pro Person ab 994 Euro.

* www.dertouristik.com