Eine starke Regelblutung ist sch*** – also lasst mich jammern!

Etwa zehn Prozent aller Frauen leiden jeden Monat an einer sehr starken Regelblutung. Unsere Autorin kennt das Problem und plädiert dafür, dass jede Frau das Recht hat, sich dem Leid und den Schmerzen während der Menstruation jeden Monat einfach hinzugeben.

Ja, heute wird mal wieder über das Frauenleid gejammert: Das monatliche Übel kann halt manchmal wirklich, ähm ja: übel sein. Für einige ist die Periode gar kein Problem, für andere jeden Monat richtig schlimm. Ich war mir immer gar nicht sicher, wie stark meine Regelblutung jetzt eigentlich so ist. Ist das normal, ist es viel, ist es wenig? Selten hat man den tatsächlichen Vergleich mit anderen Frauen. Oder schon mal überprüft, wie oft Kolleginnen oder Freundinnen so ihren Tampon wechseln müssen? Man hat da einfach keine Ahnung. 

Ab wann ist eine Regelblutung stark? Man weiß es einfach. 

Es stellte sich heraus: Meine Menstruation ist ganz normal. Zumindest war sie das bis ich die hormonelle Verhütung absetzte und mein Zyklus auf sich allein gestellt war. Nach einigen Monaten ging’s ab. Ich bekam eine viel, viel stärkere Blutung, die auch mit viel stärkeren Schmerzen verbunden war. Es war jeden Monat der blanke Horror. Man rennt ständig zur Toilette, krümmt sich vor Schmerzen und kleinere Unfälle passieren auch. Nicht selten musste ich mich von einem teuren Unterhöschen verabschieden. Oder die Bettwäsche mit Fleckenmittel behandeln. Die mitleidigen Blicke vom Partner sind zwar nett gemeint, demütigen einen aber zusätzlich. Pickel, ein aufgeblähter Bauch und fettige Haare tragen jetzt auch nicht unbedingt zum Wohlbefinden bei. Dazu fühlt man sich alles andere als fit, im Job ist man nicht wirklich leistungsfähig – und viel schlimmer: auch nicht so richtig sozialfähig. 

Wegen starker Regelblutung Verabredungen absagen? Ja, man! 

Ich vermeide an diesen Tagen also Treffen mit Freundinnen. Das hat natürlich zur Folge, dass man sich manchmal erklären muss. Manchmal schiebe ich eben Migräne oder eine Erkältung vor – manchmal sag ich aber auch einfach, wie es ist. Mit überraschenden Reaktionen von anderen Frauen, von denen man eigentlich Verständnis erwartet: „Naja, das hat ja jede Frau“. „Da muss man sich ja nicht so anstellen.“ „Man kann sich ja nicht jeden Monat einschließen.“ Ja, stimmt natürlich alles. Aber mir geht es nicht gut. Jeden Monat. Und das kann man ruhig mal sagen. Es ist eben auch ein Grund, Dates abzusagen oder etwas klüger: Sich dann erst gar nicht zu verabreden. Was soll’s! Ich bin mir jetzt gerade mal wichtiger und würde mit meiner schlechten Laune sowieso nicht zu viel Gutes zu einer Freundschaft beitragen. Zu Hause wartet die Familie, aber auch die hat sich an die Tage gewöhnt, an denen ich meine Ruhe brauche. Also Ladies, sagt einfach, wenn es gerade nicht passt. Und macht nicht so ein Tabu-Thema draus. Wir dürfen leiden, wenn es an zwei, drei Tagen einfach scheiße ist. 

Was kann man gegen eine starke Regelblutung tun? Nicht viel! 

Es ist natürlich in erster Linie Veranlagung und manchmal gibt’s auch medizinische Ursachen – das sollte man einmal von seinem Arzt checken lassen. Bei mir ist es halt einfach so. Wie bei etwa zehn Prozent aller Frauen. Es gibt aber tatsächlich ein paar Dinge, die mir geholfen haben: Eine gesunde, sehr obst- und gemüsereiche Ernährung mit nur wenigen tierischen Produkten insbesondere an den Tagen vor den Tagen. Regelmäßigen Ausdauersport über den gesamten Zyklus und Entspannungsprogramm zur Periode: Yoga, Abende auf dem Sofa, Soulfood, Wärmflasche. Mit der Menstruationstasse konnte ich die Unfälle etwas einschränken. Grundsätzlich geht’s einem besser, wenn man die Dinge akzeptiert, wie sie sind. Nicht dagegen ankämpfen, vielleicht sogar Angst davor haben. Sondern sich eben für eins, zwei Tage Ruhe und sich etwas Gutes gönnen. Und im Zweifel auch einfach mal darüber jammern - das ist unser gutes Recht! 

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Starke Periode
Eine starke Regelblutung ist sch*** – also lasst mich jammern!

Etwa zehn Prozent aller Frauen leiden jeden Monat an einer sehr starken Regelblutung. Unsere Autorin kennt das Problem und plädiert dafür, dass jede Frau das Recht hat, sich dem Leid und den Schmerzen während der Menstruation jeden Monat einfach hinzugeben.

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