Eisprung? So fühlt es sich an!

Unsere Autorin kann auf die Minute genau sagen, wann und in welchem Eierstock das Ei springt. Das weiß doch jede Frau, dachte sie jedenfalls. Bis sie sich mit Freundinnen darüber unterhielt und auf ganz viel Unwissenheit stieß.

vo Lena Selinger

Das erste Mal so richtig mit meinem Körper und vor allem dem Eisprung auseinandergesetzt, habe ich mich, als ich schwanger werden wollte. Eigentlich erschreckend, denn bis dato hatte ich die Pille genommen und wusste eigentlich gar nicht so genau, was da in meinem Körper passiert und wie genau das Verhütungsmittel funktioniert, damit ich nicht schwanger wurde. Mittlerweile weiß ich: Viele Frauen haben keine Ahnung, was in ihren Körpern jeden Monat vor sich geht, geschweige denn, wie sich ein Eisprung anfühlt. Höchste Zeit, das zu ändern. 

Ei+Sperma=Baby?

Eine Schwangerschaft zu verhindern, ist relativ einfach. Schwanger werden sollte eigentlich auch kein Problem sein: Eisprung abwarten, ab in die Kiste und zack fertig. Ein Baby zu machen ist einfach, in der Theorie zumindest. Schließlich ist alles, was es dafür braucht Sperma und ein Ei. Aber warum dauert es dann manchmal sogar Jahre bis es endlich klappt? Das schauen wir uns doch mal genauer an!

Was passiert beim Eisprung in unserem Körper?

Rund um Tag 15 unseres Menstruationszyklus wird in einem unserer beiden Eistöcke ein winzig kleines Ei von einem Follikel freigesetzt, das vom Eileiter aufgefangen wird. Von dort aus wandert es durch den Eileiter in die Gebärmutter, mit der Aufgabe sich befruchten zu lassen. Die Gebärmutter ist dafür bereits bestens vorbereitet und baut eine Schleimhaut auf, um es dem Ei richtig gemütlich zu machen. Passiert das nicht, wird die Schleimhaut im Uterus samt Ei wieder abgestossen, was sich in unserer Menstruation äußert. Und danach geht das Ganze wieder von vorne los. So zumindest die Kurzfassung. 

Die Hormone spielen verrückt

Die Hormone Östrogen und Progesteron spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie beeinflussen nicht nur den Menstruationszyklus an sich, sondern auch viele Prozesse, die im Körper ablaufen. Und genau diese Prozesse machen es gar nicht so leicht, den Durchblick zu bewahren und schwanger zu werden. Tatsächlich ist nämlich das Zeitfenster, in dem es klappen kann, ziemlich kurz. Nur etwa 24 Stunden vor und 36 Stunden nach dem Eisprung stehen die Chancen gut, schwanger zu werden. Wünschst du dir also ein Baby, erhöht gutes Timing die Chancen. 

Hallo, ich bin es, dein Zyklus!

Den Zyklus ganz genau zu kennen, kann das Leben so viel leichter machen! Und dabei muss man nicht mal schwanger werden wollen, es hilft auch dabei, eine Erklärung für miese Laune und Fressattacken (Herzlich Willkommen PMS) oder sogar der ganz schlimmen Variante PMDS zu haben. Es erklären sich ziemlich viele Dinge von selbst, wenn man weiß, was da im Körper eigentlich gerade abgeht. Einen Periodenkalender zu führen, NFP betreiben oder einfach die Symptome in einer App festzuhalten macht total Sinn, vor allem, wenn man seinen Eisprung möglichst genau kalkulieren möchte. Und das sind die Anzeichen für einen Eisprung:

1. Zervixschleim: 

Klingt eklig, aber dein Vaginalausfluss zeigt dir ziemlich genau, wo du dich gerade in deinem Zyklus befindest. Kurz vor dem Eisprung ist der Zervixschleim relativ dünnflüssig. Denn so können die Spermien schneller zum Ei transportiert werden.

2. Basaltemperatur: 

Die Körperkerntemperatur oder auch Basaltemperatur, ist die Temperatur, die du beim Aufwachen hast und die du mit einem Thermometer und Apps tracken kannst. Direkt nach dem Eisprung schießt sie nach oben. Um das nicht zu verpassen, wirst du deine Temperatur wahrscheinlich erst für ein paar Monate genau beobachten müssen, um irgendwann zukünftige Peaks ausrechnen zu können.

3. Libido:

Um die Zeit der Ovulation, also des Eisprungs, hast du mehr Lust auf Sex. Clevere Reproduktionsstrategie der Natur, oder?

4. Mittelschmerz:

Kennst du vielleicht schon. Auf der Seite des Unterleibs, auf der der Eierstock die Eizelle in diesem Monat freisetzt, tut es weh. Die Schmerzen erinnern an Menstruationsbeschwerden und werden auch als Ovulationsschmerz bezeichnet.


Umso genauer du übrigens die Symptome dokumentierst, desto genauer berechnet dir eine gute App auch, wann das nächste mal deine Periode ansteht. Also Augen auf für deinen eigenen Körper!

Wer hier schreibt:

Lena Selinger
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