Erektionsprobleme: Warum sie den Sex sogar besser machen

Wer behauptet, nur Frauen stünden mit ihrem Körper unter medialem Druck, der hat noch nie darüber nachgedacht, wie sich Männer mit Erektionsproblemen fühlen. Dabei kann ein Mangel an Potenz den Sex sogar bereichern.

Zugegeben, Erektionsprobleme sind sowohl für betroffene Männer als auch für ihre Partnerinnen kein einfaches Thema. Viel zu festgefahren ist das Bild des immer potenten Mannes, der eine attraktive Frau sichtet und sofort bereit für den Akt ist. Dabei entspricht das keineswegs der Realität. Bereits in jungen Jahren haben viele Männer Probleme mit der Standfestigkeit und hätten es auch, wenn Giselle Bündchen strippend vor ihnen stünde. Ob ein Mann erregt ist oder nicht, ist nämlich nicht zwingend mit einer Erektion verbunden. Je älter Männer sind, desto verbreiteter ist das zum Problem deklarierte Ausbleiben der Erektion. In der Altersgruppe ab 40 betrifft das bereits über die Hälfte aller Männer. Trotzdem führen Erektionsprobleme in vielen Beziehungen zu Stress und Verunsicherung. Schuld daran ist aber meist gar nicht die Sache an sich, sondern hauptsächlich fehlende oder schlechte Kommunikation.

Erektionsprobleme: Findet ER mich nicht mehr attraktiv?

Die männliche Erektion macht nämlich nicht nur dem männlichen Selbstbewusstsein zu schaffen, sondern auch dem der Partnerinnen. Wenn Frauen nach vielen Jahren plötzlich merken, dass ihr Partner immer häufiger keinen hochkriegt, bezieht Frau (ja, so sind wir) das nämlich gerne mal auf sich. Plötzlich merkt sie, dass ihre Brüste nicht mehr die straffesten sind, die Beine ein bisschen zu dick und der Po ein bisschen zu dellig. Und so liegen beide wach, allein mit dem Gefühl, dass es an ihrem Körper liegt, und verpassen, einmal offen miteinander zu reden. Dabei würden sie beim Sprechen merken, dass es ihnen eigentlich sehr ähnlich geht. Beide spüren, dass ihr Körper nicht perfekt ist. Beide fühlen sich schuldig. Dieses gemeinsame Gefühl und das gegenseitige Verständnis könnten auch eine wunderbare Art der Nähe erzeugen. Wenn man darüber sprechen würde. 

Not macht erfinderisch

Dabei ist es eine wirklich kleinkarierte Vorstellung, Sex müsse immer mit einer Erektion beginnen. Ja, um in die Frau einzudringen, ist es durchaus hilfreich. Doch auch ohne Erektion geht es, beim sogenannten Slow Sex zum Beispiel. Wichtig ist dabei vor allem Feuchtigkeit, am besten eignet sich Gleitgel. Aber auch ohne Penis kann der Mann seiner Partnerin Freude bereiten. In der Tat kommen Frauen sowieso eher selten durch Penetration zum Höhepunkt. Viel häufiger kommen Frauen, wenn ihrer Klitoris Beachtung geschenkt wird. und das geht sowieso viel besser mit den Fingern oder beim Oralverkehr. Da in Langzeitbeziehungen der Sex oft eher eintönig wird, ist die Notwendigkeit, erfinderisch zu werden, oft gar nicht mal so verkehrt. Vielleicht wird sogar alles besser als je zuvor. Doch das setzt Einfühlungsvermögen, Vertrauen und Offenheit voraus.

Erstmal den Druck rausnehmen

Wenn Paare erstmal Druck rausgenommen haben, fällt es vielen Männern übrigens wieder viel leichter, eine Erektion zu bekommen. Stress ist nämlich oft eine der vielen Ursachen, warum es im Bett nicht mehr läuft. Wenn die Erektion dauerhaft ausbleibt, sollten Männer sich aber auf jeden Fall einmal untersuchen lassen. Denn manchmal steckt eine ernsthafte Erkrankung hinter den Problemen. Wenn dies aber nicht der Fall ist, sollten Männer sich erstmal entspannen. Befolgt einfach die drei goldenen Regeln: Seid erfinderisch. Sagt uns, dass ihr uns sexy findet. Und vertraut uns, dass wir euch verstehen. Wir reduzieren euch nämlich genauso wenig auf euren Penis wie ihr uns auf unsere Brüste. Ein Problem bekommen wir nur, wenn ihr schweigt

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