Finanzen für Frauen: Ladies, wir müssen reden!

Finanzen. Allein bei dem Wort schalten viele Frauen direkt ab. Dabei müssen wir dringend darüber sprechen! Altersarmut betrifft nämlich vor allem uns! Lasst uns unser Geld jetzt in die Hand nehmen!

von Julia Ballerstädt

Es ist ein leidiges Thema: Altersvorsorge und Finanzen. Ehrlicherweise habe ich das auch laaaannnge vor mir hergeschoben. Irgendwie wird es schon gehen, dachte ich immer. Aber so richtig gut fühlt sich das nicht an. Dass das Rentenniveau sinkt, ist schließlich kein Geheimnis, sich auf den Partner zu verlassen, ist aber auch keine richtig gute Option. 

Finanzen sind ein Männerthema? Nicht mehr!

Das heißt aber nicht, dass wir Frauen das nicht genauso gut können. Das Problem ist viel mehr: Wie fängt man an? Ich tat erstmal das Naheliegendste – Google: Altersvorsorge. Und Google antwortete: Sparplan, ETF, Aktien, Fonds, Bausparen, Lebensversicherung, Rendite, Volatilität, Riester. Bähhhh. Laptop schnell wieder zu. 
Es fühlt sich an wie eine unüberwindbare Mauer, die ich mit meinem riesigen Fundus an Unwissenheit in Sachen Finanzen niemals erklimmen werde können. Hinzukommt die große Angst vor Abzocke. Also lieber wieder Kopf in den Sand? Nein! Es gibt nämlich einige trifftige Gründe, warum es wirklich gut ist, sich mit Geld und Altersvorsorge zu befassen, statt sich der Mauer kampflos zu ergeben. 

1. Ein Mann ist keine Altersvorsorge! 

Niemand weiß, ob wir in 10 Jahren noch glücklich sind, verheiratet, geschieden oder tot. Dieser Tatsache müssen wir ins Auge sehen. Stell dir vor, du hast lange Teilzeit gearbeitet oder warst Hausfrau und hast dich um die Kinder gekümmert. Dass sich das auf die Rente auswirkt, vergessen viele Frauen. Geht dann eine Ehe oder Partnerschaft mit Mitte 50 in die Brüche, fehlt die finanzielle Absicherung. Auch heute haben Frauen eine deutlich geringere gesetzliche Rente als Männer. In Zahlen: Frauen bekommen im Durchschnitt rund 625 Euro, Männer 1050 Euro. 

2. Du bist Unabhängig!

Es ist leider immer noch so: Viele Frauen bleiben in unglücklichen Partnerschaften aus Angst, es alleine finanziell nicht wuppen zu können. Mit deinem eigenen Geld und einer soliden Altersvorsorge kannst du solche Entscheidungen viel freier treffen. Aber auch in einer Ehe oder Partnerschaft kann eigenes Geld Konflikte vermeiden. Denn so müssen sich weder du noch dein Partner dafür rechtfertigen, wenn man sich einmal etwas außer der Reihe gönnt. Experten empfehlen daher das sogenannte Drei-Konten-Modell. 

3. Eine Sorge weniger!

Hast du das Thema erst einmal angepackt, wird es sich richtig gut anfühlen. Denn hinter deine Altersvorsorge kannst du dann nämlich einen Haken machen und dich ganz entspannt zurücklehnen.

4. Mitreden statt Abnicken!

Wenn andere über Geldanlagen redeten, konnte ich bisher nur staunend daneben stehen. Ähnlich verhält es sich, wenn es um Geldanlagen für die Familie geht. Bislang musste ich einfach blind vertrauen. Der Mann macht das schon. Doch jetzt kann ich auch mal Paroli bieten und vor allem: Eigene Finanzentscheidungen treffen!

5. Wie viel bist du dir wert? 

Möglicherweise wird dir jetzt, wo du dich mit Geld und Finanzen beschäftigst, bewusst, dass du mehr wert bist, als dein Arbeitgeber dir aktuell zahlt, kommst mit Freundinnen ins Gespräch und hörst dich vielleicht auch mal um, was deine Kollegen so verdienen. Und im nächsten Schritt forderst du dann im besten Fall ein, was dir zusteht, statt dich aus irrationalen Ängsten mit dem zufrieden zu geben, was du hast. 

6. Füße hoch im Rentenalter!

Endlich in Rente wollen viele nochmal all die Träume verwirklichen, für die vorher nie Zeit war. Ausgiebige Reisen, sich verwöhnen lassen, ein neues Hobby? Eines wird bei den Träumerein jedoch oft vergessen, nämlich, dass all diese Dinge Geld kosten. Und nicht gerade wenig. Mit einer mickrigen Rente von 625 Euro ist sicher kein Urlaub drin. Doch wer das schon heute weiß, kann vorsorgen, um sich dann als Rentnerin all diese Wünsche zu erfüllen.

7. Wissen, was man hat!

Irgendwann kommt Geld auf das Konto und irgendwann ist sie leider wieder alle. Wer sich aber ausgiebig und ernsthaft mit seinem Geld befasst, hat am Ende mehr davon. Ausgaben werden deutlicher, ebenso Stellen an denen gespart werden kann. Am Ende des Monats hast du mit einigen einfach Tricks mehr gespart, als du du dir bisher vorstellen konntest.

Bei Geld hört es mit der Romantik auf 

Egal, ob du alleinstehend, verheiratet oder in einer Beziehung bist. Auf keinen Fall solltest du deine finanzielle Sicherheit einfach Dritten überlassen. Das hat übrigens nichts mit Gefühlen oder Vertrauen gegenüber deinem Partner zu tun, sondern einfach mit der Tatsache, dass niemand weiß, was passiert. Und auf der sicheren Seite bist du nur, wenn du dich selbst für alle Eventualitäten absicherst. Du musst jetzt natürlich nicht in Panik verfallen. Informiere dich, lies Bücher und Blogs, wie beispielsweise "Reich in Rente" von Helma Sick und Renate Fritz oder Madame Moneypenny, höre Podcasts zum Thema und unterhalte dich mit deinen Freundinnen. Auch eine unabhängige Finanzberatung kann Licht ins Dunkel bringen. 


Ein Schritt nach dem anderen und jeden Tag ein bisschen. Und du wirst merken: All das macht ein richtig gutes Gefühl. Vor allem in Zeiten, in denen jede zweite Ehe geschieden wird, ist es ein Muss, auch an sich selbst zu denken. Gehört ihr zu den glücklichen 50 Prozent, die gemeinsam alt werden, könnt ihr euch auf einen Ruhestand in Saus und Braus freuen. Es ist also nichts Schlechtes daran. Und das Beste: Du kannst das mit der Altersvorsorge und den Finanzen auch ganz allein auf die Kette bekommen. Versprochen.

Und Unterstützung bekommst du hier auf BARBARA.de, denn in den kommenden Wochen erklären wir dir hier alles, was wichtig ist.

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