Forscher finden: Der Montag oder Freitag sollte zusätzlich frei sein

Nein, nicht nur für uns soll das Drei-Tage-Wochenende besser sein, sondern auch für unsere Arbeitnehmer. Wie das sein kann? Die Wissenschaftler haben eine logisch Erklärung.

von Marie Stadler

Noch vor knapp 30 Jahren wurde auch am Samstagvormittags gearbeitet und zur Schule gegangen. Erholen konnte man sich dann ja easy peasy am Sonntag oder so. Selbst Mittdreißiger haben also die vier Stunden Schule am Samstag im Zweiwochenrythmus noch erlebt. Umso irrwitziger kommt es uns nun vor, was Wissenschaftler fordern: Eine 30-Stunden-Woche sollte es für all geben. Und ein Drei-Tage-Wochenende bitte. Hach, das klingt zu schön, um auch noch sinnvoll zu sein... oder?

Warum die Work-Life-Balance in Deutschland nicht mehr stimmt

In Deutschland wird sehr viel gearbeitet. Vor allem bei unbezahlten Überstunden sind wir im europäischen Vergleich noch ganz vorne mit dabei. Und das, obwohl zahlreiche Studien und Versuche gezeigt haben, dass kein Mensch 40 oder mehr Stunden in der Woche effizient und konzentriert arbeiten kann. Fünf Stunden am Tag sind Mitarbeiter im Normalfall produktiv. Also warum sollte man diese Erkenntnisse ignorieren?

Mehr Freizeit bedeutet auch mehr Produktivität

Obwohl die Arbeitszeit in den letzten Jahrzehnten schon kontinuierlich reduziert wurde, wird die Liste der erkrankten  und überlasteten Arbeitnehmer immer länger. Und das ist eigentlich logisch, denn: Alles muss möglichst schnell und möglichst effizient sein, und dieser Anspruch gilt jeden Tag acht Stunden lang. Nie würde man erwarten, dass ein Sprinter genauso lange durchhält wie ein Dauerläufer. Doch arbeitstechnisch ist genau das der Fall. Schnelle Mail statt Briefe, immer erreichbar, alles zackzack. Wirtschaftsprofessor David Spencer fordert deshalb schon seit einiger Zeit eine 30-Stunden-Woche für alle. Das sei nicht nur für den Einzelnen besser, sondern unterm Strich auch für die Unternehmen und somit für die Wirtschaft. 

Eigentlich längst erprobt

Im Grunde ist längst erprobt, dass er Recht hat. Mehrere Unternehmen weltweit haben die 30-Stunden-Woche ausprobiert. Die Online Marketing Agentur eMagnetix hat die 30-Stunden-Woche nach langer Erprobung zum 01.10.2018 sogar bereits zum Standard gemacht. Bei vollem Gehalt wohlgemerkt. Das bedeutet: 25 Tage weniger Arbeit im Jahr. 25 Tage, in denen man sich erholen, persönlich weiterentwickeln und die eigenen Talente entdecken oder fördern kann. Alles im Sinne des Unternehmens, hat die Praxis gezeigt.

Das gilt leider nicht für alle

Ehrlicherweise muss man zugeben, dass das nicht für alle Berufsgruppen gilt. Natürlich kann man bei der Kinderbetreuung oder im Krankenhaus nicht einfach effizienter arbeiten und dadurch Zeit sparen. Doch letztendlich ist alles eine Frage der Zeit. Denn Eltern, die weniger arbeiten, brauchen weniger Kinderbetreuung. Und Patienten, die gesünder leben, sind keine Patienten. Diese Rechnung geht zugegebenermaßen so nicht bei allen Berufen auf. Aber bei vielen. Also macht euch bereit, sie wird kommen, die große Revolution der Arbeitszeit. Spätestens, wenn die freizeitorientierten Millenials auf den Chefsesseln sitzen. APPLAUS! Wir lieben sie jetzt schon dafür.