Frühjahrsmüdigkeit: „Morgens bin ich immer müde“... und ansonsten auch

"Frühjahrsmüdigkeit ist was ganz Fieses", weiß unsere Autorin und erzählt einen Schwank aus ihrem Leben mit der leidigen Schläfrigkeit. 

„Morgens bin ich immer müde. Aber abends bin ich wach.“ So sang es Trude Herr. Momentan wäre ich wirklich froh, wenn ich das von mir behaupten könnte. Ich hätte dann nämlich zumindest einmal am Tag das Gefühl wirklich wach zu sein. Stattdessen hat mich die Frühjahrsmüdigkeit 24/7 im Griff und das ist echt kein Vergnügen. Wer es kennt, weiß wovon ich spreche, alle anderen müssen es sich ungefähr so vorstellen: Ich fühle mich ständig wie in Trance. Alles rauscht an mir vorbei und ich nehme die Dinge manchmal gar nicht richtig wahr. Oh nein, ich übertreibe nicht und nehme auch keine Drogen. Ich bin einfach verdammt müde und das, obwohl die Krokusse sprießen und die Sonne öfter mal „Tachchen“ sagt.

Ich fühle mich wie eine Schlaftablette – und bin es aktuell auch

Es fängt morgens im Bett an. Obwohl die Sonne durch meine Gardinen blinzelt und mir quasi zuruft „Los steh auf, wird schön heute“, möchte ich einfach nur liegen bleiben und weiterschlafen. Das geht natürlich nicht, denn ich habe einen Job, den ich auch sehr mag, weshalb ich mich irgendwann völlig zerknautscht aus dem Bett schäle und versuche, mich halbwegs ansprechend für den Tag herzurichten. Wenn ich mich schon fühle wie eine Schlaftablette, muss nicht jeder auf den ersten Blick sehen, dass ich momentan auch eine bin. Das Ergebnis überzeugt mich zum Glück beim letzten Blick in den Spiegel. 

Liebe Frühjahrsmüdigkeit, warum quälst du mich so? 

Ich hatte schon immer einen niedrigen Blutdruck. Jedenfalls war das die deckungsgleiche Erkenntnis der Ärzte, die bei mir jemals Blutdruck gemessen haben. Und damit bin ich ein gefundenes Fressen für die Frühjahrsmüdigkeit. Schuld an dem Dilemma mit der ständigen Müdigkeit ist – wer hätte es gedacht - der Klimawechsel. Der sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße weit stellen, wodurch der Blutdruck nur noch mehr abschmiert. Et voilà: Müdigkeithoch10. Hinzu kommt, dass ich ein echtes Wettersensibelchen bin. Auf eine schwüle Witterung reagiere ich gerne mal mit mordsmäßigen Kopfschmerzen und üblem Schwindel. Vielen Dank auch nochmal an dich, liebe Mutter Natur, dass Du es in dieser Sache einfach mal so gar nicht gut mit mir gemeint hast.

Was muss, das muss! – auch mit Frühjahrsmüdigkeit

Weil ich schließlich nicht einen auf falsch gepolten Bären machen und den Frühling verschlafen kann, starte ich aktuell immer mit einem Bullet Coffee – also einem Kaffee mit Fett – in den Tag. Klingt eklig, hilft aber! Denn tatsächlich hat dieses Getränk außergewöhnliche Energie-Booster-Eigenschaften. Ich komme damit zumindest bis mittags ganz gut durch den Tag. Die Menschen in meinem Umfeld sind zum Glück sehr nachsichtig mit mir – teilweise geht es ihnen sogar selber nicht anders. Frühjahrsmüdigkeit scheint echt für viele ein Thema zu sein. Ich bin auf jeden Fall froh, dass mir niemand mein häufiges Gähnen übel nimmt. Der Nachmittag ist meistens die kritischste Zeit des Tages. Für meine Augen bräuchte ich jetzt eigentlich Streichhölzer und mein Kopf droht jede Sekunde die Tastatur zu küssen. Ein kleiner Spaziergang zum Coffee Shop um die Ecke rettet mich bis zum Feierabend.

Dir zeig ich’s, blöde Frühjahrsmüdigkeit

Wer müde und erschöpft ist, soll sich schonen. Ziemlich lange dachte ich, dass das als Mittel gegen meine Müdigkeit helfen würde. Dann kam der Tag an dem mir meine Nachbarin, die Heilpraktikerin ist, das genaue Gegenteil empfahl und zwar: Bewegung an der frischen Luft – so viel, wie möglich. Dabei gewöhnt sich der Körper nämlich am besten an die steigenden Temperaturen, während das direkte Tageslicht parallel den Vitamin D-Speicher auffüllt und für mehr Energie sorgt.  

"Beweg dich!" sagt die Stimme in meinem Ohr

Zuhause angekommen, wäre mir eigentlich danach die Couchpotato zu machen und mit meiner Lieblingsserie vor dem Fernseher zu versacken. Wenn da nicht diese Stimme in meinem Kopf wäre, die mich mahnt: „Beweg’ dich!“ Je länger ich das Tönen in meinem Ohr versuche zu ignorieren, desto penetranter scheint die Stimme zu werden. „Ist ja schon gut, Herrschaftszeiten, ich geh ja schon!“ 30 Minuten später stehe ich nach meiner Joggingrunde wieder vor meiner Haustür. Was am Anfang ein ziemlicher Angang war, fühlt sich jetzt gar nicht mal so schlecht an. Ich bin ein kleines bisschen stolz auf mich, dass ich es geschafft habe mich vom Sofa loszueisen. Müde bin ich zwar immer noch und dazu auch noch ziemlich erschöpft, aber das macht nichts, denn schließlich kann ich jetzt endlich in Bett. Morgen ist ein neuer Tag und den ersten Schritt für eine baldige Besserung habe ich heute Abend gemacht. Tschaka!

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